Interview: Forward FM, das Online Reggae Radio

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Seit zwei Monaten läuft „Houseofreggae.de – The Radio Show“ auf ForwardFm.de, jeden Mittwoch um 21 Uhr. Heute kommen die Jungs zu Wort, die das möglich machen: Jan-Philip (JP) und Mathias (Kemu) betreiben das Online Reggae Radio Forward FM seit 2008. Zurzeit senden sie aus ihrem Wohnzimmer in Hamburg. Wie Internetradio gemacht wird und was du dafür brauchst, liest du im Interview.

Auf eurer provisorischen Website stand, dass Forward FM ursprünglich ein Uni-Projekt gewesen ist. Was muss man studieren, um ein Internetradio zu starten und wie hieß das Seminar?

Kemu: In unserem gemeinsamen Studium der IT und Gestaltung kam uns die Idee zu Forward FM. Die Idee kombinierten wir mit dem Fach Projektorganisation. Wir waren unzufrieden mit dem Angebot an existierenden Radio-Sendern. Generell musst du aber nicht studieren, um ein Internetradio zu starten. Mit einem einfachen Rechner und einer Internetverbindung kannst du schon streamen, natürlich im kleinen Maßstab.

Für uns war es von Vorteil, dass wir schon Wissen über Netzwerktechnik durch das Studium hatten. Auch unser Teilgebiet der Gestaltung beeinflusste die Entwicklung des äußeren Erscheinungsbilds (z. B. das Logo). Ein wirkliches Seminar gab es auch nicht, das Projekt war eher eine freie Arbeit, mit Anregungen eines Professors. Das Fach heißt offiziell Projektspezialisierung, inoffiziell hieß es im Studiengang immer Orga-Projekt.

Erklär doch bitte mal das Konzept hinter Forward FM.

Kemu: Der Grundgedanke von Forward FM ist an erster Stelle, Reggae Musik zu verbreiten, und das möglichst ohne Gerede und Werbung. Musik steht immer an erster Stelle. Geld verdienen wollen wir mit Forward FM nicht, aber die Kosten würden wir gerne decken. Unser musikalischer Fokus liegt auf den Wurzeln des Reggae, aber neue Entwicklungen dürfen natürlich nicht fehlen. Auch artverwandte Genres wie Drum’n’Bass und Dubstep sollen nicht außen vor gelassen werden. Reggae beeinflusst ja eine Menge anderer Musikrichtungen und das soll auch bei Forward FM nicht fehlen.

Forward FM soll eine Plattform für Soundsysteme, Artists und DJs werden. Deswegen suchen wir immer Soundsysteme und Selectors, die bei uns regelmäßige oder unregelmäßige Sendeplätze übernehmen. Live Shows sind bei uns im Moment noch nicht vorgesehen, das heißt die Sendungen werden alle vorproduziert. Aber wir denken über Live Shows nach. Wir senden übrigens aus dem Wohnzimmer.

Reggae Radio im Jahr 2009
Reggae Radio im Jahr 2009

Wenn ich mir jetzt ein Online-Radio aufbauen wollen würde, welche Grundausstattung bräuchte ich?

Kemu: Als Basis brauchst du einen Rechner mit Internetverbindung und einer Streaming-Lösung. Einfachstest Beispiel wäre Winamp mit Shoutcast. Die Bandbreite der Internetverbindung begrenzt die Anzahl der Hörer. Mit einer einfachen DSL-Leitung könntest du ca. fünf Hörer versorgen (bei 128kbit/s mp3). Um mehr Hörer zu erreichen, musst du dann einen Server in einem Rechenzentrum mit entsprechend besserer Anbindung ans Internet verwenden. Viel mehr Technik ist es bei uns auch noch nicht, wobei das mit der Zeit weiter ausgebaut wird. Ist ja auch eine Geldfrage.

Bestimmt frisst Forward FM viel Zeit. Muss bei euch ständig jemand am Computer sitzen, Mp3s hochladen und checken, ob der Strom noch läuft?

Kemu: Theoretisch müsste ständig jemand am Computer sitzen und kontrollieren und hören, ob alles funktioniert. In der Praxis helfen uns dabei Tools, die uns den Status des Radios anzeigen. Trotzdem musst du immer ein Auge drauf haben, falls doch etwas ausfällt. Da wir Forward FM nur neben der Arbeit betreiben, kann es passieren, dass wir einen Ausfall erst später bemerken oder wir nicht sofort reagieren können. Am meisten Zeit schluckt das Sichten und Hören von Material und das Erweitern des Programms. Auch die Kommunikation mit den Soundsystemen, Artists und Label nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Hört sich alles schlimmer an als es ist. Wir haben viel Spass daran und am liebsten würden wir alles andere liegen lassen und Forward FM hauptberuflich betreiben.

Wer unterstützt euch?

Kemu: Allen voran unterstützen wir uns selbst mit dem Concrete Pressure Soundsystem als Teil von Forward FM. Wir freuen uns sehr über die enge Kooperation mit Jah Army, die in naher Zukunft unser Merchandising, und damit auch teilweise finanzielle Unterstützung, übernehmen.

Die Jungs, die die Shows und Mix-Sets machen: Roesbert, Zionic Sound, Punchline Sound, Mr. Boogie, NOiZE OF LDN BOYZ und seit kurzem auch Houseofreggae.de. Und nicht zu vergessen unsere Freunde in Lübeck, Berlin und Wismar, die uns nicht nur mit Rat und Mut, sondern auch mit finanziellen Mitteln zur Seite stehen.

Du hast gerade Merchandising erwähnt. Was habt ihr geplant?

Kemu: Es wird T-Shirts geben mit einem speziellen Logo, das wir noch entwerfen.

Im Internet lässt sich ja fast alles wunderschön tracken. Wie viele Menschen hören denn täglich Forward FM und aus welchen Ländern kommen sie?

Kemu: Durchschnittlich haben wir zurzeit 15 Hörer gleichzeitig. Pro Tag sind das ca. 100 verschiedene Hörer. Tagsüber gibt es natürlich mehr Hörer als in den Nachtstunden. Dabei kommen ca. 60 Prozent aus Deutschland und zehn Prozent aus dem Vereinigten Königreich. Gefolgt von den USA mit fünf Prozent. Wir werden sogar in Südamerika, Japan und Südafrika gehört. Der Sender wächst langsam und es gibt viel Luft nach oben. Wir freuen uns über jeden neuen Hörer.

Als selbstfinanziertes Projekt braucht ihr sicher viel Unterstützung. Dann darfst du jetzt auf die Spenden- und Werbetrommel hauen.

Kemu: Natürlich kostet Forward FM neben der Zeit leider auch Geld. Deswegen sind wir für jegliche Unterstützung dankbar, sei es durch Werbung, Mundpropaganda, Links für Forward FM, Spenden, den Kauf unserer Shirts bei Jah Army (demnächst erhältlich).

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

1 Gedanke zu „Interview: Forward FM, das Online Reggae Radio

  1. Hallo liebes reggea radio Team,
    Ich (felix, 6.klasse) habe ein Projekt über Bob Maley,
    und wollte sie fragen ob sie auch einen sitz in Hamburg haben.

    liebe grüse
    Felix

    P.S. bitte schiken sie mir so schnell wie möglich eine
    E-Mail mit der Antwort.:)
    (felixmega@live.de)

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