Nosliw, Nattyflo und Jaqee in Berlin: Konzertbericht + Fotos

Nosliw im Yaam, BerlinGestern, an einem sonnigen Sonntagabend, hat der Reggae-Club Yaam zum Rootdown Springbreak geladen. Wenn Nosliw, Nattyflo und Jaqee in Berlin groß aufspielen, muss Houseofreggae.de natürlich dabei sein. Also bin ich mit der kleinen Digitalen losgezogen, habe Fotos gemacht und feine Musik gehört.

Mit meiner Freundin und einer Flasche Malzbier (Braumeisters Kraftmalz, das Beste!) sitze ich im Yaam, auf einer Kaimauer an der Spree. Die Sonne scheint mir ins Gesicht; das ist das leichte Leben in Berlin. Im Hintergrund dudeln gedämpft die neuesten Reggae-Tunes und -Classics. Plötzlich wummern dicke Bässe über das Gelände und kündigen das Konzert an.

Eine kleine Menge hat sich schon vor dem Wagen versammelt, auf dem eine zierliche Frau in hellblauem Kleid singt – mit einer unglaublichen Stimme. Nicht zu vergleichen mit irgendwem, einzigartig. Jaqee heißt die Frau, kommt ursprünglich aus Uganda, lebt inzwischen in Göteburg, Schweden. In diesem Sommer erscheint ihr Album „Kokoo Girl“ bei Rootdown Records. Ein Pflichtkauf! Zu Tunes wie „Letter To Samso“, „Natty Dread“ oder „Take It Or Leave It“ auf einem Nyabinghi-Riddim kann ich nichts schreiben, die musst du hören.

Jaqee im Yaam, Berlin 01
Jaqee im Yaam, Berlin
Jaqee im Dreierpack im Yaam, Berlin 02
Jaqee im Dreierpack

Nattyflo entert als nächster die Bühne, ich bin gespannt. Vor ein paar Jahren habe ich den Mann mit dem roten Kopftuch im Cassiopeia Berlin gehört und war nicht sehr beeindruckt. Heute stelle ich fest: Nattyflo ist einer für draußen, der Platz braucht. Er springt von der Bühne, ruft die Leute zu sich ran, lacht mit Selecta Ashne, der ihm die Riddims zuspielt. Vielleicht ist Nattyflo heute lockerer, weil seine Mutter auf einer Couch quasi in der ersten Reihe sitzt?
Nattyflo im Yaam, Berlin
Nattyflo im Yaam, Berlin
Nattyflo sitzt auf der Bühne
Nattyflo sitzt auf der Bühne
Nattyflo und Selecta Ashne im Yaam, Berlin 02
Nattyflo und Selecta Ashne

Überhaupt geht es sehr familiär zu im Yaam und im Rootdown Camp. Überall springen Kinder herum, vor der Bühne wie auch im Backstage-Bereich. Rootdown-Artist Maxim steht mitten im Publikum, später kommt sogar Nosliws Empress mit Nachwuchs vorbei und tanzt ausgelassen. Wenn etwas schön ist, dann dieser Abend. Ach ja, Nattyflo bringt in diesem Jahr ein neues Album raus, reinhören lohnt sich.
Kind an der Lautsprecherbox, Yaam, Berlin
Kinderkram, so ein Lautsprecher

Kurz nach 20 Uhr übernimmt Nosliw das Mikrofon. Selecta Ashne darf endlich Pause machen, denn Nosliw hat die Feueralarm Band mitgebracht. Viele haben nur auf ihn gewartet, das offenbart ein Blick in die volle Runde. Er macht einen unheimlich sympathischen Eindruck und rockt auch gleich los mit ein paar Nummern aus seinem Album „Heiss & Laut“. Wenig später singt er „Königin“ und lächelt dabei zu seiner Frau hinüber.
Nosliw im Yaam am Mikrofon, Berlin
Nosliw rockt das Mikrofon im Yaam, Berlin
Nosliw im Yaam, Berlin 01
Nosliw
Nosliw pusht die Massiv im Yaam, Berlin 02
Nosliw pusht die Massiv

Ganjaman erscheint mit einer Videokamera am Bühnenrand, filmt ein bisschen und steht dann irgendwann selbst hoch auf dem Wagen am Mikrofon. Außerdem kommt Nattyflo noch einmal zurück und singt mit Nosliw „Begegnungen“. Maxim übernimmt seinen Platz, rockt für zwei Minuten das Mikrofon und geht wieder.
Nosliw und Ganjaman im Yaam, Berlin
Nosliw und Ganjaman
Nosliw und Nattyflo im Yaam, Berlin
Nosliw und Nattyflo
Nosliw und Maxim im Yaam, Berlin
Nosliw und Maxim

Ich wusste gar nicht, dass der auch Dancehall kann. Vor der Zugabe muss ich leider gehen, weil ich die ganze Zeit zu nah an den Boxen gestanden habe.

2 Kommentare zu “Nosliw, Nattyflo und Jaqee in Berlin: Konzertbericht + Fotos

  1. Clemens
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    Moin Nils,
    Ich fand das (Open-Air-Konzert von Nosliw sehr cool, auch dank dieser angenehmen Yaam Lokation. Er hat in einer sehr guten Art und Weise sein neues Album vorgestellt, verbunden mit den guten alten Klassikern. Die neuen Songs des neuen Albums sind wieder durch sozial-kritsiche Tracks und geballte Dancehalltunes geprägt. Sehr gelungen wirkte dabei das Einbringen neuer Strophen in alte bekannte Lieder, um auf derzeitige soziale Probleme aufmerksam zu machen. Das Konzert war in Allem ein klasse Konzert, was ich
    jederzeit wiederholen würde. Ich finde bloß, dass Nosliw eigentlich mehr Publikum verdient hätte, aber so wurde es eben ein sehr persönliches und einzigartiges Open-Air-Konzert.

     
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  2. Linda
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    Hey,
    Nattyflo singt mir aus dem Herzen.
    Besonders liebe ich das Lied „Kein Stress“, ich möchte mein Leben auch gelebt haben..

    vielen Dank dafür!!!!

     
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