Von der Touristin zur Drogenkurierin

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Jamaica, Nicht Alles Ist Reggae
Jamaica, Nicht Alles Ist Reggae
Jamaica – Nicht Alles Ist Reggae (2012)

Für Irene Maier war nicht alles Reggae auf Jamaica.

Eine spannende Biografie.

In den vergangenen Wochen habe ich mal wieder ein paar Bücher gelesen, unter anderem Jamaica – Nicht Alles Ist Reggae (Partnerlink). Die Autorin Irene Maier hatte es mir schon im Januar zugeschickt. Sie wurde 1962 in Niederösterreich geboren. Seit 1998 lebt und arbeitet sie in London.

Derzeit macht sie eine Ausbildung zur Suchttherapeutin. Passt bei ihrer Vergangenheit sehr gut. Zurück zum Buch. Bisher hielt mich vor allem das kitschige Cover vom Lesen ab. Worum es geht, schreibe ich flott vom Klappentext ab:

„Wie ich von einer harmlosen Touristin zur Drogenkurierin wurde und in Jamaikas einzigem Frauengefängnis landete. Meine bizarren Erlebnisse vom Leben in Montego Bays Ghetto, von Korruption, seltsamen Freundschaften und viel Reggaemusik …“

Garantiert kein Frauenroman

Das klingt zunächst etwas nach Frauenroman. Im Gegensatz zur Verpackung ist Jamaica – Nicht Alles Ist Reggae nicht kitschig. Irene Maier erzählt meist sachlich, was sie innerhalb von drei Jahren (1996-1998) erlebt hat. Sie malt keine sprachlichen Bilder, beschönigt nichts, verdammt nichts. Zum Teil ist das ebenso unglaublich wie naiv und ich dachte: Sag mal, Irene, was machst du da eigentlich? Mach doch mal die Augen auf!

Unstrukturiert, aber ehrlich

Einmal angefangen, habe ich das Buch mit fast 400 Seiten ziemlich schnell durchgelesen. Ich wollte immer wissen, was die gute Frau nun wieder anstellen wird. Einzig die vielen Absätze haben mich gestört. Selten ein so unstrukturiertes Buch gesehen. Liegt vermutlich daran, dass Irene „Jamaica – Nicht alles ist Reggae“ selbst verlegt. Ich kann das aufgrund der Ehrlichkeit des Inhalts verzeihen und empfehle das Buch als Sommerlektüre.

Ergänzend solltet ihr euch noch das Review bei Blücher durchlesen. Da es im Buch keine Fotos gibt, empfehle ich euch noch die Facebook-Fanseite zum Werk (ja, es gibt eine).

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

2 Gedanken zu „Von der Touristin zur Drogenkurierin

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