Stereo Luchs steppt usem Reservat

Kategorien Gute Musik
Stereo Luchs / Stepp Usem Reservat (Pegel Pegel 2013)
Stereo Luchs / Stepp Usem Reservat (Pegel Pegel 2013)
Stereo Luchs / Stepp Usem Reservat (Pegel Pegel 2013)

Der Schweizer Reggae Artist Stereo Luchs hat sein erstes Album veröffentlicht.

Seit Wochen höre ich das erste Album von Stereo Luchs. „Stepp Usem Reservat“ ist ein Kracher. Ehrlich geschrieben, hatte ich ein bisschen Sorge. Gelegentlich las ich, dass der Schweizer von den ständigen Foundation oder Autotune Diskussionen genervt sei und deshalb einfach mal machen werde. Dabei liebe ich doch gerade seinen Deejay Stil alter Schule.

Ich hatte die Trettmannsche Großraumdiskothekenausrichtung erwartet. Die hat „Stepp Usem Reservat“ aber nicht, obwohl der Deutsche Dancehall Direktor auch zu Gast ist. Vermutlich als Gegenleistung für das Stereo Luchs Feature auf seiner Platte Tanz Auf Dem Vulkan. Ich wiederhole mich gern, das Album ist ein Kracher. Und irgendwie hat der Luchs doch einfach mal gemacht.

Dancehall Zeitreise mit duften Gästen

Stilistisch werden sämtliche Dancehall Spielarten seit Anfang der 1980er Jahre abgedeckt: Digital, Boom Boom Shack Boom Boom, Eurodisco. Dazwischen pirscht der Luchs über die Pfade des Modern Roots. Thematisch ist er ebenso breit aufgestellt. Tut auch mal gut, nicht immer nur Rastafari, Gras und Babylon zu hören. Stereo Luchs erzählt lieber von Trinkabenden, Tanzveranstaltungen, der Damenwelt, spießigen Zürichern, schlechten Promoter. Alltag statt abstrakt. Das gefällt mir enorm.

Ebenso gefallen mir sämtliche Gäste. Ronny Trettmann habe ich schon erwähnt. Gemeinsam mit Phenomden bereichert er „De Vibe“. Ich muss mich noch entscheiden, ob ich die „Skiurlaub“ Kombination auf Trettmanns Album besser finde. Da reitet neben den beiden Schweizern noch Slonesta mit. Großartig ist auch „Wüsch De Zwingli Use“ mit dem Rapper Eki. Was immer der Titel auch bedeutet, das Ding muss ich immer laut hören, zurückdrehen und wieder laut hören.

Raubtier-Kombination mit Mono Dachs und Mad Iltis

Für „Artist Linkup“ schreibe ich einen eigenen Absatz. Stereo Luchs kommt auf einem relativ stumpfen Dancehall Instrumental mit Alpenflair rein – begleitet von Mono Dachs und Mad Iltis. Wie dufte ist das denn bitte? Als ich die Gästenamen las, musste ich lachen wie in jungen Jahren bei Hallervorden. Ich bin zwar der Meinung, Stereo featured sich hier gepflegt selbst, aber selbst wenn: 110 Punkte für das Stück.

Einziger Kritikpunkt meinerseits: Das titelgebende Lied ist nicht auf dem Album drauf. Das gibt es weiterhin nur auf dem sehr empfehlenswerten Mixtape „Helvetia Connection“ vom Boom Di Ting Sound und auf dem Soundcloud Kanal vom Luchs.

Trackliste

  1. Bleich Für Oi
  2. Under Mim Guinness
  3. Dame
  4. Was Isch Los
  5. De Vibe (feat. Phenomden, Ronny Trettmann)
  6. Promoter
  7. Artist Linkup (feat. Mono Dachs, Mad Iltis)
  8. Hässigi Gschichte
  9. Du Wirsch Gseh
  10. Nöd Easy
  11. Wüsch De Zwingli Use (feat. Eki)
  12. Klarsicht
  13. Schlafe
  14. Chum Tanz
  15. Mached Wiiter

„Stepp Usem Reservat“ ist bereits auf Stereo Luchs‘ eigenem Label Pegel Pegel erschienen. Eine begrenzte Vinyl Version soll noch kommen. Ich habe mich dafür schon mal angemeldet.Mehr Meinung via Reggaenews.ch.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.