When Reggae was King: Lloyd Bradleys Musik-Geschichte

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„Jamaican Music at last has the book it deserves.“ Mit diesem Satz beendet Prince Buster das Vorwort zu Lloyd Bradleys Meilenstein “Bass Culture: When Reggae Was King”. Und Recht hat er, auch wenn es inzwischen einige Bücher gibt, die diesem Anspruch genügend könnten, wie beispielsweise „Solid Foundation: An Oral History of Reggae“ (Bloomsbury, 2003) von David Katz oder das sehr wissenschaftlich geschriebene „Wake the Town and Tell the People: Dancehall Culture in Jamaica“ (Duke University Press, 2000) von Norman Stolzoff.

Doch im Gegensatz zu den genannten Autoren ist Llyod Bradley ein echter Insider, der in den siebziger Jahren mit seinem Dark Star System selbst Teil der Reggae– und Dancehall-Szene war, zumindest in England.

In 23 Kapiteln erzählt Bradley nicht nur, wie der amerikanische R’n’B auf Jamaika langsam zu Ska, Rocksteady, Roots Reggae und schließlich Dancehall wurde, sondern nimmt sich auch Zeit, die Anfänge der Reggae- und Soundsystem-Kultur in England nachzuzeichnen.

„Bass Culture: When Reggae Was King“ ist aber mehr als nur ein Geschichtsbuch. Immer wieder finden sich unterhaltsam Zeitzeugen-Berichte, etwa wenn Horace Andy erzählt, wie das war mit dem Ganja rauchen in Sir Coxsone Dodds Studio One, oder wenn ein Namenloser fasziniert beschreibt, wie Big Youth bei einem Konzert 1973 erstmals seine Mütze vom Kopf riss, um die Dreadlocks kreisen zu lassen. Textstellen wie diese helfen dann auch, den weitgehend fotolosen, knapp 590-seitigen Lesemarathon durchzustehen.

Fazit: Ein Standard-Werk, das gefälligst in jedem Bücherregal zu stehen hat.

Englischsprachiges Original: Bass Culture, When Reggae Was King

  • Autor: Lloyd Bradley
  • Verlag: Viking Adult, 2000 / Penguin Books 2001
  • Seiten: 592

In deutscher Übersetzung: „Bass Culture. Der Siegeszug des Reggae. Mit Diskografie“

  • Verlag: Hannibal, 2003
  • Seiten: 700
Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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