Internal Dread ist tot (1954-2012)

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Internal Dread im Weed Wood Studio
Internal Dread im Weed Wood Studio
Internal Dread im Weed Wood Studio

Mein guter Freund, der schwedische Reggae Produzent und Dubmaster Tom „Internal Dread“ Hofwander ist tot. Heute ist einer der traurigsten Tage meines Lebens.

Fassungslos lese ich den Titel dieses Blogbeitrags. Internal Dread ist tot. Der Mann, der für die schwedische Reggae Szene so wichtig war wie Lee „Scratch“ Perry für Jamaika. Der ultimative Dub Master. Stirbt wegen einer defekten Bustür? Das kann nicht sein! Das darf nicht sein!

Vor zehn Tagen besuchte ich ihn noch zum Rebel Music Festival in Enköping. Wir erzählten, saßen gemeinsam mit Dennis Bovell und dessen Dub Band in Tom’s Küche. Unfassbar!

Es gibt diese Geschichten von Internetfreundschaften, die sich ins echte Leben übertragen. Ich habe sie nie geglaubt. Bis ich vor ein paar Jahren von Internal Dread und seinem Rub-A-Dub Label hörte.

Der organische Sound gefiel mir sehr. Also kontaktierte ich Tom per Skype. Wir schrieben uns unregelmäßig, tauschten uns über Musik und das Leben aus. Ich machte ein Interview, schrieb einen Beitrag über Internal Dread für das Irie Up Magazin. Tom und ich wurden gute Freund.

Internal Dread und Papa Dee
Internal Dread und Papa Dee

Im vergangenen Jahr trafen wir uns zur ersten Auflage des Rebel Music Festivals. Was für ein freundlicher, ruhiger, warmherziger, offener Mensch. Tom brachte mich in seinem Haus auf dem Land unter. Wir besichtigten sein Weed Wood Studio, das er gerade aufbaute. Ich lernte den schwedischen Reggae Artist Papa Dee kennen und war sehr glücklich.

Ich habe mir immer gewünscht, dass Internal Dread und Papa Dee für eine Show nach Berlin kommen. Daraus wird leider nichts mehr. Warum passieren die schlechten Dinge immer den besten Menschen? So viele Worte werden ungesagt bleiben. So viel gute Musik wird ungehört bleiben.

Vielleicht ist Tom einfach auf eine schöne Insel geflüchtet und meldet sich demnächst wieder per Skype. Wahrscheinlich nicht. Scheiße, ich will nicht, dass er tot ist. Ich vermisse ihn.

Heute ist einer der traurigsten Tage meines Lebens. Ich bin in Gedanken bei Tom’s sympathischer Frau, seiner Familie und seinen Freunden. Ruhe in Frieden. Deine Musik wird ewig leben.

Internal Dread & Rub-A-Dub Records

Tribute by Daniel Asher

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

3 Gedanken zu „Internal Dread ist tot (1954-2012)

  1. Was passiert nur auf dieser Welt.

    Ähnlich wie Dir erging es auch mir. Ich habe zuerst gar nicht an die Nachricht geglaubt und musste dann aber schnell sehen das es doch absolut wahr ist. Tom ist aus einem Bus gefallen! Wie tragisch und unglaublich …

    … Das macht einfach nur SPRACHLOS!

    Seit über 20 Jahren begeistert Tom die ganze Welt des Reggae aus seinem Rub-A-Dub Studio in Stockholm.
    Wärend ich diese Zeilen schreibe läuft im Hintergrund seine letzte Platte: Melodica Buffet

    RIP Internal Dread

    Wir haben genung Reggea GRößEN diese Woche die letzte EHRE erwiesen.

    BLESSED LOVE

    WiCkEd T

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