Maxim – Rückwärts Fallen: Album Review

Kategorien Gute Musik, Singles

Für reine Reggae-Fans ist Maxims zweites Album „Rückwärts Fallen“ (Rootdown Records) keine leichte Kost. Um seine Geschichten zu erzählen, verlässt der Kölner häufiger den Offbeat-Pfad und tritt dir als Singer/Songwriter entgegen. Mit guten Texten sorgt Maxim dafür, dass du auf der stilistischen Wanderung nicht den Anschluss verlierst.

„Lieder, die das Leben schreibt“ wäre ein ebenso passender Album-Titel gewesen, denn viele der beschriebenen Situationen hat jeder schon mal erlebt: Du triffst eine alte Bekannte und dir fällt ihr Name einfach nicht ein („Irgendwas mit A“). Im Club siehst du die Frau deiner Träume, aber du bist nicht ihr Typ („Nicht mein Style“). Schmerzhafte Neuanfänge („Lieber Bluten Als Frieren“), schlechte Tage („Was Für’ne Welt“) – auf „Rückwärts Fallen“ findest du alles, was das Leben ausmacht und noch mehr.

Maxim
Maxim (Rootdown Records)

Trotz vieler ernster Themen bleibt der Spaß nicht auf der Strecke. Maxim spielt den Pizzamann, der mit seinem Outfit nicht recht Eindruck machen kann:

„Oh Gott, verflucht! Warum schickst du mich mit Pizza und nicht mit Anzug und Blumen!“

Auch sehr schön ist „Die Beleidigte Leberwurst“, die mal von der Gourmetküche geträumt hat und sich nun konserviert im Lebensmittelregal langweilt, um irgendwann von einer „fetten Sau“ zermatscht und geschluckt zu werden. Ihr Ende findet sie in einem geschmacklosen Einheitsbrei. Da tun sich ungeahnte Parallelen zur Musikwelt auf, vor denen Maxim erstmal keine Angst haben muss. Mainstream ist er definitiv nicht. Und dass er dem Reggae-Sound noch stark verhaftet ist, zeigt die schwere Roots-Produktion „Wenn Einer Stirbt“, mein Favorit unter den 14 Tracks.

Maxim könnte sicher noch mehr überzeugen, wenn beim Abmischen mehr Power auf seine Stimme gelegt worden wäre. So klingt er seltsam dumpf.

Fazit: Wenn ein bisschen Pop dich nicht abschreckt, kannst du auf „Rückwärts Fallen“ ein paar schöne Reggae-Perlen finden.

Das Album ist bereits bei Rootdown Records erschienen und im guten Plattenladen erhältlich. Die erste Single-Auskopplung „Woher Sollt‘ Ich Wissen“ wurde mit einem schönen Video veredelt.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.