Mighty Vibez – We Comin’ Around (Album Review)

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik

Gäbe es eine Reggae-Bundesliga, hätten die Mighty Vibez aus Fulda beste Aufstiegschancen. Vor zwei Jahren wurden sie vom Publikum des Rotodom Sunsplash Festivals zum „European Reggae Newcomer 2006“ gewählt, nun liegt ihr zweites Album „We Comin’ Around“ (Rhön Records/Radar) vor. Die 8-Mann-2-Frauen-Band überzeugt durch Roots Reggae mit Hip-Hop-Einschlag und einen Sänger, der zuweilen klingt wie Gentleman.

„We Comin’ Around“ ist kein Album, das auf Anhieb zündet. Vor allem die variable Stimme des Sängers Michael „Mishah“ Mai braucht Zeit, bis sie dem Ohr gefällt. Mal klingt sie wie ein Abiturient mit Leistungskurs Englisch, der besonders Wert auf eine saubere Aussprache legen und trotzdem locker bleiben will („In Control“, „Run“). Dann wieder packt Michael Mai so viel Gefühl in seine Stimme, dass es klingt, als stünde Gentleman am Mikrofon („Mighty Vibe“, „Oh Lord“, „Jah Light Children“). Ein begabter Mann, der neben vielen Texten auch an den meisten Songs des Albums mitgeschrieben oder sie sogar komplett selbst fabriziert hat.

An seiner Seite steht fast immer Paul „Twist10“ Pawlowski, zuständig für die Rap-Parts. Für mein HipHop-Verständnis liefert er eine solide Arbeit ab, die sich sehr gut zum Gesang ergänzt. Mit „Auf & Ab“ hat Pawlowski zudem einen Solo-Track auf dem Album.

Mighty Vibez
Mighty Vibez

Mighty Vibez (Foto: FinestNoise) belassen es aber nicht bei Reggae und Hip-Hop. Der kreativste Ausbruch ist „Oh Lord“, dass mit südamerikanischen Klängen beginnt und in einer Mischung aus Balkan-Pop und Sirtaki endet. Dazu kommen der Pop-Song „Sweet & Nice“ und eine Dub-Version des Album-Openers „Never Wanna Lose“. Wie gut die Band live funktioniert, zeigt „Soulsista“.

Produziert wurde das Album zusammen mit Umberto Echo, der unter anderem schon für die Münchner Band Jamaram an den Reglern stand. Deren Percussionist Murxen Alberti ist übrigens Gastmusiker auf „We Comin’ Around“. Der Riddim zum Song „In Control“ kommt von Krutsch aus Berlin, Hausproduzent der dort ansässigen Gruppe Culcha Candela.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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