Phenomden: Interview zum neuen Album „Gangdalang“

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2007 ist der Schweizer Dennis Furrer in die Rolle des Phenom Melody geschlüpft und hat mit „Style-Generator“ ein wunderbares Album im Stile der 80er Jahre hingelegt. Der kurze Ausflug in die Digital Ära ist nun vorbei und aus Phenom Melody ist wieder Phenomden geworden.

Im Interview spricht der Mundart-Deejay aus Zürich über sein kommendes Album „Gangdalang“, seine Europatour mit Lady Saw und zeigt sich zufrieden mit dem Schweizer Fußball.

Gerade bist du mit Lady Saw einen Monat lang durch Europa getourt. Sicher eine große Aufgabe für jemanden, der seine Tunes auf Schweizerdeutsch singt und deejayt. Wie war’s?

Phenomden: Es war eine super Zeit! Ich habe Touring-Luft geschnuppert und hätte noch wochenlang weitermachen können. The Scrucialists, mit denen ich Live-Shows spiele und die auf der Tour Lady Saw backten, hatten sich dafür eingesetzt, dass ich mitgehen konnte. Ich performte je nach Festival oder Location 10 bis 20 Minuten. Ich hatte bei jedem Konzert das Gefühl, dass es sich gelohnt hat. Die Leute haben meine Musik aufgenommen und oft kam sehr geiles Feedback. Ich habe zwischen den Songs Englisch gesprochen.

Lady Saw war in Top-Form und hat zusammen mit den Scrucialists jede Crowd gerockt. Sie kam mit ihrem Bruder Elvest und ihrem Mann John John. Sie waren sehr entspannt und wir hatten viel Spass auf der Tour. Am Ende gaben mir Lady Saw und auch John John Big Ups, was mich sehr motivierte. John John baute auch zusammen mit den Scrucialists Riddims im Bus.

Im Gegensatz zum Fußball ist Reggae aus der Schweiz klar auf Erfolgskurs. Anfang Juli haben Elijah & The Dubby Conquerors den European Reggae Contest 2008 gewonnen. Gibt es ein Erfolgsgeheimnis, das man den Kickern mal verraten sollte?

Phenomden: Yes, momentan läuft es super für uns! Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt. Wir sind einfach sehr motiviert und tauschen uns oft aus. Elijah ist sehr talentiert, Cali P fliegt die ganze Zeit auf der ganzen Welt rum … Aber selbst wenn`s nicht so aussah, unsere Kicker sind besser denn je!

Phenomden
Phenomden

Deine eigene Karriere geht auch gut voran. Auf dem neuen Album von Ganjaman bist du als Gast vertreten, African Beat hat dich zusammen mit Uwe Kaa auf den „Cherry Pie Riddim“ geschnitten und im August erscheint dein dritter Longplayer „Gangdalang“.

Phenomden: Ja, ich bin froh, wie die Dinge laufen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Album und freue mich auf die kommende Tour. Ich werde mit den Scrucialists und 3 Background-Sängerinnen, die wie Engel singen, auftreten. Gerne würde ich in Zukunft öfters mit der Band in Deutschland spielen, bislang war ich in Deutschland zumeist mit Soundsystem unterwegs.

Was heißt „Gangdalang“ eigentlich für Nicht-Schweizer?

Phenomden: Es heißt „Geh-da-lang“. Es ist in Anlehnung an das jamaikanische „Galang-Galang“ entstanden. Der Refrain des Titelstückes „Gangdalang“ heißt soviel wie „Geh nicht dorthin, nein, Geh da lang. Es ist viel besser für dich.“ Ich werde auf meiner Homepage bald hochdeutsche Übersetzungen meiner Texte anbieten.

Auf „Style-Generator“ hast du viele banale Themen aus dem Alltag verarbeitet, sehr lustig zumeist. Wird das auf der neuen Platte ähnlich sein oder gibt es wieder ernstere Töne zu hören wie auf deinem Debüt „Fang Ah“?

Phenomden: Es sind auf jeden Fall wieder engagierte Texte dabei. Nachdem ich bei Style-Generator Themensongs gemacht habe, wo es galt möglichst genau zu beobachten, bin ich nun zu den universelleren Themen zurück, ohne das zuvor gelernte wieder zu vergessen.

Die Produzenten kommen vor allem aus Deutschland: Pow Pow Movement, Ganjaman, Rootdown, Supersonic Sound und Jr. Blender.

Phenomden: Ja genau! Und es war sooper, mit diesen Producern zu arbeiten! Ich bin sehr froh, dass diese Leute mich schon von Anfang an so sehr unterstützen, obwohl die meisten von ihnen ja nicht viel vom Schweitzerdeutschen verstehen. Wobei, wahrscheinlich schon langsam mehr, da ich ihnen ja auch oftmals was davon übersetzte und erkläre. Schweitzerdeutsch-Crash-Kurs!

Lazy Youth vom Kingstone Sound hat auch einen Killer-Riddim beigesteuert. Darauf ist die Combination mit Rebellion entstanden. Auf dem Riddim wird möglicherweise bald noch mehr zu hören sein. 5 Songs des Albums stammen aber auch aus der Schweiz: The Scrucialists und die Ganglords waren hier am Werk.

Einige Stück sind schon länger als Singles draußen, zum Beispiel „Dance Im Olivehain“ (Jr. Blender), „Was Isch D’Liebi“ (Supersonic) und „Schriibe“ (Pow Pow Productions). Hat das Publikum sie gut aufgenommen?

Phenomden: Ich glaube schon. Für mich ist es eine riesen Chance, auf solchen Selections vertreten zu sein. Ist schon geil, wie die Reggae-Kultur funktioniert!

Wie hat es Rebellion The Recaller auf dein Album geschafft und was ist aus deinem Sparringspartner Stereo Luchs geworden?

Phenomden: Rebellion und ich wollten schon lange was zusammen machen. Wir haben uns schon einige Male bei gemeinsamen Shows getroffen und uns immer riesig gefreut uns zu sehen. Dann hatte ich diesen Song angefangen, nachdem ich in Gambia bei Mighty Childern zu Besuch war. Ich hatte nur die Hookline und fragte Rebellion, ob er ready sei. Von Stereo Luchs werden wir hoffentlich bald wieder was hören! Ich bin ein riesen Fan vom Sturr Lynx!

Phenom Melody ist weg, Phenomden ist zurück. Was kommt als nächstes? Ein Phenom Elephant, der auf brachialen Dancehall Riddims Tanzanweisungen gibt?

Phenomden: Die Scrucialists und ich träumen von einem gemeinsamen Album. Ich weiß noch nicht, wie es wird, aber wir sind motiviert! Die Scucialists bauen momentan ein neues Studio: Incredible!

Letzte Worte für die Leser?

Phenomden: Vielen Dank, dass ihr euch Zeit zum Lesen dieses Interviews genommen habt. Viele Grüsse und alles Gute wünscht euch: Phenomden

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Reggae Vinyl Liebhaber, Sound System Enthusiast, digital interessiert, freier Autor beim Riddim Magazin. Musiktipps immer gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

3 Gedanken zu „Phenomden: Interview zum neuen Album „Gangdalang“

  1. Dank Dodo der schon ein paar mal bei uns spielte hab ichn bisschen einen Eindruck vom Schweizerdütsch oder kann mir einiges zusammenreimen.. bin ja mal gespannt auf das Album!

  2. Phenomden ist klasse. Ich als Schweizer war bis jetzt nicht grosser Fan Schweizer Reggae aber mit Phenomden hat meine Meinung schlagartig geänderet. Weiter so!

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