Patrice „Free-Patri-Ation“: Musikalische Freiheit

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik

Patrice Free-Patri-AtionDa ist er wieder, der Mann mit dem traurigen Blick und der eindringlichen, nasalen Stimme. Lange habe ich nichts mehr gehört von Patrice, nun rotiert sein neues Album „Free-Patri-Ation“ (Supow/ Urban/ Universal) in meinem CD-Player. Und das kann sich hören lassen, auch wenn der Kölner kaum noch die Reggae-Töne spielt, mit denen er mir in Erinnerung geblieben ist.

Auf seinem vierten Studioalbum „Free-Patri-Ation“ schippert Patrice durch viele musikalische Gewässer. Fast immer dabei ist seine Gitarre, die das Werk mit ruhigen Klängen vorantreibt. Ab und an mischen sich Hip-Hop-Beats dazwischen wie bei „Is It Me“ oder „Same Ol’ Story“, dem für mich eindringlichsten Song der Platte. Hier trifft Patrice gefühlvolle Stimme auf den souligen Gesang der Kölnerin Ayo. Wunderschön! Ganz anders kommt da “Appreci-Luv” ins Ohr. Im britischen Gitarrenpop-Gewand singt Patrice davon, dass man die Frau an seiner Seite lieben soll, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Da muss ich ihm zustimmen.

PatriceWieder andere Töne werden bei „He Don’t Answer“ angeschlagen. Ein Song der unterstreicht, dass Patrice (Foto: Universal Music) niemand gegenüber Rechenschaft schuldig ist und seinen eigenen Weg geht: Reggae-Rhythmen und seichte Bläser, gekoppelt mit einem Refrain, angesiedelt zwischen Seemannschanty und Drillsong.

Produziert und abgemischt wurde das Album zusammen mit Gordon Williams, in Fachkreisen besser bekannt als Commissioner Gordon. Der Produzent aus New Jersey ist seit 25 Jahren im Geschäft und hat bereits mit Lauryn Hill, Rapper KRS-One und Amy Whinehouse zusammengearbeitet. Einen besseren Mann hätte Patrice kaum finden können – und das hört man auch.

Tracklist: Patrice – “FREE-PATRI-ATION” (Supow/ Urban/ Universal)

  1. Clouds
  2. Another One
  3. Dove Of Peace
  4. Is It Me?
  5. Praise His Name
  6. Same Ol‘ Story (feat. Ayo)
  7. Justified
  8. He Don’t Answer
  9. No Screwface (feat. Seun Kuti)
  10. Appreci Luv
  11. Do Things To You
  12. Speeding Into The Dark
Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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