Album-Review: „Feuer und Flamme“ – Reggae aus Münster

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik

Reggae aus Münster, da kann es nur einen geben: Veteran-Artist Dr. Ring Ding. Doch dem ist längst der Nachwuchs auf den Fersen. Empress Ireena, Firetime und Flaming Mo heißen die drei Protagonisten des Albums „Feuer und Flamme“, das Anfang April bei Goldvibes Records erschienen ist. Eine runde Produktion mit 13 Stücken, überwiegend auf Riddims von Ganjaman. Wirklich brennen will die Scheibe beim ersten Durchhören noch nicht. Spaß machen vor allem die Stücke von Flaming Mo.

Der junge Sänger Firetime hat sich Conscious Reggae auf die Fahne geschrieben. In guten Texten beschwört er die Liebe, beschreibt sein Verhältnis zu Jah und heizt gegen Babylon. Für letzteres ist seine Stimme definitiv noch zu schwach. Zudem hört sich sein Patois etwas gestelzt und zu sauber an. Mag daran liegen, dass Firetime seine Aussagen verstanden wissen will.

Besser macht es da Flaming Mo, der gleich auf Deutsch singt. Ganz groß ist seine Ganja-Ode „RfW“, die schon seit einer Weile auf dem selbst produzierten King Orle Riddim (Triple Links) zu hören ist. Und weil es so schön ist, gibt es gleich noch einen zweiten Tune, der die Rauchware lobpreist. Sowohl Flaming Mo als auch der spanischsprachige Roe Delgado machen darauf eine sehr gute Figur. Ein weiterer Anspieltipp ist „Spielverderber“.

Die ersten Töne von Empress Ireena erklingen bereits im Opener „Liebe Verbreiten“, für etwa 23 Sekunden. Schade, denn von der starken Stimme möchte man mehr hören. Der Geduldige wird erst gegen Ende des Albums mit drei Tunes belohnt.

Ob die Drei tatsächlich mal die Erben von Dr. Ring Ding werden, wird sich noch zeigen.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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