Lieber Sizzla … ein offener Brief

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Sizzla (c) Julian Schmidt, reggaeville.com
Sizzla (c) Julian Schmidt, reggaeville.com

Lieber Sizzla, ich glaube, dass es in Deutschland nichts mehr für dich zu holen gibt. Weder jetzt noch in den nächsten Jahren. Du trägst den Stempel „Hasssänger“ so erkenntbar und tief eingebrannt wie Harry Potter die blitzförmige Narbe auf der Stirn. Leider fehlt dir der Zauberstab, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen.

Selbst in der Reggae-Szene fehlt dir der Rückhalt. Gut, einige Fans werden deine Platten weiterhin kaufen. Einige Veranstalter werden dich vielleicht weiterhin buchen. Aber was nützt es, wenn deine Konzerte abgesagt werden wie kürzlich beim Chiemsee Reggae Festival? Setzt sich jemand lautstark dafür ein, dass du in Deutschland auftreten darfst? Geht die Reggae-Szene für dich auf die Straße? Nein. Wütende Proteste und Kommentare in ein paar Foren, das sind die einzigen Reaktionen.

Wäre die Gegenseite ähnlich aktiv, stünde dein Name weiterhin nur auf Konzert-Flyern, Plakaten und in Programmheften. So aber hast du es in die großen deutschen Tageszeitungen geschafft mit Titeln wie „Sizzla am Chiemsee: Ein paar Zeilen Hass“ (Süddeutsche Zeitung), „Innenminister soll Sizzlas Einreise verhindern“ (Berliner Zeitung), „Schwulenfeindlicher Reggae-Sänger: Sizzla blieb draußen“ (taz).

Deine Gegner demonstrieren und boykottieren. Ich beglückwünsche sie sogar zu ihren Erfolgen – bis auf den Buttersäureanschlag in Wuppertal. Du machst es ihnen aber auch leicht. Warum erzählst du der Sunday Mail in Simbabwe, dass du den Reggae Compassionate Act nicht unterzeichnet hast?

„I did not sign any papers, it is just an agreement I have with certain promoters – it is their system. I cannot stop singing those songs because there is a message in those songs which people should hear.”

Die Welt ist nicht so klein wie Jamaika. Fast jedes Dorf hat Internet. Solche Nachrichten sprechen sich schnell rum.

Dass du etwas gegen Homosexuelle hast, kann dir keiner nehmen. Dieses Gefühl war und ist auch in vielen Deutschen verankert. Lies dir nur mal die Artikel „Psychologen suchen Gründe für Homophobie“ (Welt) oder „Bremer Schülerumfrage belegt Homophobie“ (Frankfurter Rundschau) durch. Auch die Umfrage „Wie stehen Sie zur Homosexualität zwischen Männern?“ (IfD Allensbach, 1987) ist sehr interessant. Nur schreien die Wenigsten ihre Abneigung so brutal heraus wie du.

Du brauchst dich für deine Einstellung nicht entschuldigen. Das hat die Kirche auch nie wirklich getan und die ist sicher einflussreicher als du es bist. Wie glaubwürdig wäre es, dass du dich auf einmal für Schwule und Lesben engagierst? Dass du vom Saulus zum Paulus, vom Löwen zum Lamm wirst? Ich höre schon jetzt die Leute rufen: „Das macht Sizzla nur, weil er Geld aus Europa braucht!“

Deine Gegner sind nicht nachsichtig. Das zeigt das Beispiel deines Kollegen Buju Banton. Er wird jetzt noch für den 18 Jahre alten Song „Boom Bye Bye“ attackiert. Gespräche wird es nicht geben. „Solche Leute [Leute wie du, Sizzla, Anm. d. R.] muss man beim Geldbeutel packen,“ sagt Grünen-Politiker Volker Beck. Als ob du dich ändern würdest, nur weil ein paar Weiße andere Ansichten haben. Du lässt dir sicher nicht die Kultur Babylons überstülpen wie ein Kondom.

Ich bedauere es sehr, dass du in den letzten Jahren vor allem als der „Hasssänger aus Jamaika“ bekannt geworden bist. Die Menschen sollten dich für großartige Alben wie „Black Woman & Child“ oder „Da Real Thing“ schätzen. Platten, die ich immer noch sehr gern höre, leider jedoch nicht mehr ganz mit der ihnen gebührenden Freude.

Lieber Sizzla, ich glaube, dass es in Deutschland nichts mehr für dich zu holen gibt. Weder jetzt noch in den nächsten Jahren. Aber vielleicht zeigt die Zeit etwas anderes.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

35 Gedanken zu „Lieber Sizzla … ein offener Brief

  1. So eine scheiß hab ich schon lange nicht mehr gehört!!!! Sie hat zwar schon Recht(minimal) doch diese ganzen Tunes sind entstanden als für die meisten Reggae and Dancehall ein Fremdwort war !!!!! Oder mehr als den Begriff haben sie noch nicht gehört.
    Durch solche Tunes ist er zum größten Teil berühmt geworden natürlich gibts auch viel conscious Tunes die größartig sind einfach Bigtunes!!!!!!!! aber ein Sizzla ohne Budmann , slackness and batty tunes wäre kein echter Sizzla !!! was wäre ein Sizzla ohne „Get to the point“ Leute müssen auch mal verstehen wie sowas entsteht!!! wie es auf Jamaica abgeht!!! haben wohl die meisten kein plan! Bloodclaat

    1. @Patrick Wen meinst du mit „Sie hat zwar …“? Keine Frage, dass Sizzla auch Sizzla ist wegen dieser Tunes. Und sicher waren diese Tunes schon da, bevor sich die meisten Kritiker überhaupt mit der Musik auseinandergesetzt haben. Es geht darum, dass die Botschaften im europäischen Kulturkreis nicht funktionieren – und in anderen Kulturkreisen auch nicht funktionieren sollten. Plan hin oder her. Es gibt genug andere Tunes von Sizzla, mit denen er auch berühmt geworden ist. Schade, dass ihn aber gerade die Battyman-Tunes so sehr gepusht haben.

  2. Weißt aber der Unterschied ist das von 100 Leuten vll grad mal 20 bis 30 Leute die Message verstehen!!!!
    und wenn es niemand versteht find ich es Schwachsinn solche Konzerte zu verbieten !!!! Die meistens wissen doch nur bescheid weil sie es in den Medien lesen was für Lyrics er predigt und schreibt!!! Wer dieser Medientrubel nicht gewesen dann geb es auch nicht dieses Problem!!!! Eben nicht Plan hin oder her !!! wissen die meisten wie die Jamaikaner zu schwulen stehen!!! Ne eben nicht des gehört sozusagen zu der Kultur (against battys)!!!
    An den Artist zu appelieren find ich ja ganz in Ordnung aber wegen sowas ein Konzert zu boykottieren find ich eine Schweinerei!!!!!! wie wenn er nur batty tunes produziert!!!! Sag mir mal ein Batty tune der letzten zwei drei Jahre die er produziert hat!!!! meines wissen gibts es keine !!!!
    Aber find ich echt irie mal mit jrmand über sowas zu diskutieren!!!:-) BLess

  3. Man müsste dan das Problem an der Wurzel beheben und nicht am Ast!!!!!! Also direckt in Jamaica!!! Solange man in Jamaika gegen Battys ist werden auch Tunes against Battys produziert!!!!!!

  4. Wer Sizzla kennt, kennengelernt hat weiß, dass er auch nur ein Mensch ist und zwar ein guter Mensch. Nett, höflich… Man leave the man alone jah kno!!! blaze it.

    1. @Iman Ich habe Sizzla nie kennengelernt, gehe aber davon aus, dass er privat sehr umgänglich ist. Auf der Bühne schlüpft er eben in eine Rolle. Eine Rolle, die ihm wohl vor allem vom jamaikanischen Publikum zugewiesen wurde. Und leider ist es diese Rolle, mit der Sizzla in Europa für Aufregung sorgt. Und es ist nicht der nette Privatmensch Miguel Orlando Collins.

  5. @Roger Reggae und dir wollt ich nur mal sagen ich bin Kein Hardcore SIzzla Fan !!!!! Also meine Meinung ist nicht entstanden weil ich nur Sizzla höre!!!!! Aber wenn es dir mal genau überlegst hab ich schon recht mit meiner Meinung!!!!!!!!! Denk mal an die Rapper die auftreten!!!!! Also darf man deiner Meinung nach nichts gegen Schwule singen!!!! Aber ein Rapper darf singen wie er mit seiner ´9mm einem Polizisten in den Kopf schießt.

  6. @Patrick
    Deine Art zu schreiben hilft nicht gerade dabei das Gefühl aufzubauen das mein einen ernstzunehmenden Gesprächspartner hat… aber das nur am rande.
    Es geht doch einfach darum das es in Deutschland/Europa nicht geht homofeindliche Standpunkte auf einer Bühne zu vertreten. Ich geb zu, ich weiss nicht ob ein Sizzla eben solche tunes in Europa überhaupt noch spielt. Falls ja kann ich dem Auftrittsverbot nur zustimmen. Klar sollte man ihn nicht nur darauf reduzieren aber würdest du das auch sagen wenn er rechtsradikale texte schreiben würde (achtung: übertriebenes, realitätsfernes beispiel^^)? Würdest du dann auch sagen „Ach, als mensch ist der voll in ordnung und die musik klingt doch auch dufte…scheiss auf die aussage?)

    Aussage>Klang

  7. @Patrick „Also darf man deiner Meinung nach nichts gegen Schwule singen!!!! Aber ein Rapper darf singen wie er mit seiner ´9mm einem Polizisten in den Kopf schießt.“ – Die Künstler sollten weder das eine noch das andere singen.

  8. @Mario
    Es gibt im Reggae genauso auch rechtsradikale Tunes!!!! Musst nur mal zuhören „Bun di white man“
    Wie lange beschäftigst du dich den schon mit Reggar and Dancehall und deren Kultur?????
    Und nur an meiner Schreibweise zu sagen ich wäre kein ernstzunehmender Gesprächspartner !!! Find ich kannst du schon mal gar nicht beurteilen!

  9. @Roger
    Genau des mein ich !!!! und wie lange ist Hip Hop schon popular in DE und wie lange ist Reggae schon popular in DE??? Kaum kommt etwas neues , was vielen Menschen nicht passt schon wird dagegen geschossen!!!! Wenn man einen festen Standpunkt hat muss man doch eigentlich gar nicht diskutieren!!! Weil die wenigsten werden ihre meinung ändern!

  10. @Patrick
    Ja, ok zugegebenermassen hab ich als ich den kommentar geschrieben hab eher an weisse gedacht die rechtsradikale lieder machen…. du hast natürlich recht, das gibts auch.
    Aber was hat das jetzt damit zu tun wie lange ich mich schon damit beschäftige? Ich höre vorwiegend roots/dub/rocksteady und distanziere mich von liedern die nicht mit meiner denkweise übereinstimmen (vorausgesetzt natürlich das ich den text verstehe, was meistens ganz gut klappt… ;))….
    Ich hab ausserdem nur geschreiben das deine schreibweise mit den ausrufezeichen nicht hilft den eindruck aufzubauen das du ein ernstzunehmender gesprächspartner bist!
    Mir liegt es fern zu behaupten du wärst kein ernstzunehmender gesprächspartner ohne je ein wort mit dir gewechselt zu haben.

  11. @ Patrick .
    Was sind eigentlich deine Argumente ?
    Komm nicht mit dem was mal war .
    Ich weiß auch ,dass „Boom bye bye“ von 1992 ist und sein einziger angeblich schwulenfeindlicher Song ist .
    Batty bezeichnet übrigens nen Hintern . Also nicht in jedem tune , in dem n batty vorkommt gehts um schwule , wie du´s oben darstellst .

  12. @Bofa-Ting
    Du sagst zu mir komm nicht mit dem was mal war!
    Wann hat Sizzla die letzten Tunes aufgenommen! in denen er Schwulenfeindliche Lyrics predigt? Les dir erst mal genau alles durch vor vor du was behauptest! Weiß ich selber das des die Vergangenheit ist und deswegen find ich es Schwachsin heut sowas zu verbieten .Die anderen Kommentare kommen doch mit dem was mal war und nicht ich! und wir reden über Sizzla und net über Buju! aber das weißt ja bestimmt! und was Batty heißt musst du mir nicht erklären des weiß ich auch selber ! und ich glaub meine Patois Kenntnisse sind gut genug um zu verstehen wann se von nem Schwulen singen oder wann das Hinterteil gemeint ist. Und wenn du nach all den Kommentare net weißt was mein Standpunkt ist dann tuts mir leid! Bless

    1. @Patrick „Wann hat Sizzla die letzten Tunes aufgenommen! in denen er Schwulenfeindliche Lyrics predigt?“ – Den Punkt des Anstoßes ist, dass er seine alten Songs immer noch gern vorträgt. Es spielt also keine Rolle, wann sie aufgenommen wurden.

  13. big bullshit.jeder der meint sizzla habe verkackt und wäre der hassprädiger sollten sich ma mehr mit sein lyrics beschäftigen.big up sizzla kalonji,free di general buju

    1. @Patrick Ich kenne das Interview, ich habe es geführt. Einmal mehr sag ich dir: Es ist egal, wann die fraglichen Tunes aufgenommen wurden, solange sie noch immer auf der Bühne gebracht werden.

  14. @Roger Reggae

    Klar ist egal wann die Tunes aufgenommen wurden das hast du mir jetzt oft genug gesagt aber frag doch mal andere Sounds die sagen bestimmt des gleiche wie die Soundboys!! Das das Problem am Ursprung beheben werden muss und nicht an den Artisten die in Deutschland auftereten.

  15. @Roger Reggae

    Geht mich vll nichts an aber ist des eigentlich dein Hauptberuf die Seite oder machst das in deiner Freizeit? und wie kommt man an so einen Job bestimmt nicht übers Arbeitsamt:-))?

    1. @ Patrick Es ist Freizeit. Der monatliche Verdienst liegt etwas über der Hartz-4-Erhöhung :) Da könnte ich mir, würde ich rauchen, monatlich eine Schachtel kaufen. Ich habe eine Hauptberuf.

  16. Lieber „anonym schreiber an sizzla“,

    ich habe dein Brief mitgelesen und mir ist folgendes aufgefallen:

    „..Lieber Sizzla, ich glaube, dass es in Deutschland nichts mehr für dich zu holen gibt. Weder jetzt noch in den nächsten Jahren…“

    das war ihm ja schon klar bevor du überhaupt etwas wusstest, spätestens als sein Agent ihm die neugkeiten zur Tour mitteilte, glaube ich kaum dass du schon informiert warst ausser dem klingt deine Aussage eher als ob du es ihm mit Freude reindrücken möchtest.
    Sizzla könnte hier jede menge noch holen nur wurde ihm Einzureise verboten, deine Aussage dagegen klingt eher als ob er hier keine Fanbase mehr hätte. Wobei jede Sizzla Show immer total voll ist. Najö, mir fällt noch auf dass du dich erst auf seite der Schwuls stellst dann aber wieder mit Schwulhassern argumentieren versuchst auf die art „in Deutschland mögen wir keine schwule“ hmm also Ihr seid in einem Land das Schwules zwar hasst aber sie von jedem anderen beschützt? Hmm.. irgendwie kapier ich es nicht, muss ich aber auch nicht. Ausserdem wusste ich nicht dass Sizzla deutsch lesen kann, big up an Kalonji

    1. @Deuteronomy Ich bin nicht anonym, sondern psydonym. Ich betreibe Houseofreggae.de. Nun zu deinem Kommentar:

      „klingt deine Aussage eher als ob du es ihm mit Freude reindrücken möchtest“

      Im Gegenteil. Bitte lies den vorletzten Abschnitt noch einmal.

      „deine Aussage dagegen klingt eher als ob er hier keine Fanbase mehr hätte“

      Sicher hat Sizzla hier eine gewaltige Fanbase. Aber bewegt sie irgendetwas? Geht sie auf die Straße wie es seine Gegner tun? Hat sie Politiker im Rücken? Nein. Ich habe bisher noch keine „Boykottiert das Sizzla-Boykott“-Aktion gesehen. Die LSVD-Lobby wird hierzulande immer stärker sein als diese Fanbase. Und deshalb wird es sehr schwer für Sizzla werden, in Deutschland etwas zu holen.

      „Ihr seid in einem Land das Schwules zwar hasst aber sie von jedem anderen beschützt? Hmm.. irgendwie kapier ich es nicht“

      Genau das verstehe ich auch nicht. Darum geht es in diesem Abschnitt des Briefes.

      „Ausserdem wusste ich nicht dass Sizzla deutsch lesen kann“

      Ich gehe davon aus, dass er kein Deutsch kann. Dieser „offene Brief“ soll eine Diskussion anregen – und 24 Kommentare zeigen, dass es geklappt hat. Eine Diskussion im Übrigen, in der sich die deutsche Dancehallszene auch hinterfragt, wie wichtig ihnen ein Sizzla ist.

  17. Einfach nur lächerlich dieser Beitrag…
    Was ist den mit den ganzen Ami Rapper die nur über Brutalität, prostitution und „harten“ Drogen singen.
    Die meisten der Schwulen verstehen eh kein Wort von dem was Sizzla uns sagen will.
    Es gibt sicherlich schwerwiegendere Probleme im Fuckin Deutschland.
    Sizzla ist und bleibt der Beste…

    Big up Miguel Collins

    1. Einfach nur lächerlich dieser Beitrag…
      @Sizzla_feA 1. House of Reggae ist kein Hip Hop Blog, sonst würde ich über Ami Rapper schreiben, „die nur über Brutalität, prostitution und „harten“ Drogen singen.“

      2. „Die meisten der Schwulen verstehen eh kein Wort von dem was Sizzla uns sagen will.“ Was im Umkehrschluss heißt: Was man nicht versteht, kann einem nicht schaden. Die Geschichte hat gezeigt, das es so nicht funktioniert.

      3. „Es gibt sicherlich schwerwiegendere Probleme im Fuckin Deutschland.“ Ganz sicher gibt es die, aber ich schreibe bei House of Reggae nicht über Atomkraftwerke, S21, Bahnstreiks, Hartz4, …

  18. ach junge komm mal klar war ja auch nur ein beispiel. versucht weiter eure xxx.

    IHR WERDET SIZZLA NIEMLAS UNTER KRIEGEN.

    und wenn das hier nen reggae blog ist sollte mann auch hinter reggae sänger stehen und nicht gegen sie. ende du xxx

    1. @Sizzla_feA Vielen Dank für deine sachdienliche Meinung. Ich habe mir erlaubt, ein paar Wörter in deinem Sinne zu zensieren. Aus der Anonymität heraus lässt es sich schön schimpfen, oder? Menschen wie du bereichern die deutsche Reggae-Szene unheimlich.

    1. @Sizzla Fan Natürlich kann sich ein Mensch ändern. Ich hatte zum Beispiel früher kein Problem mit Download Portalen. Dann habe ich mich intensiver mit Musik und den Leuten dahinter beschäftig. Heute lade ich nur noch Promo MP3 herunter, lasse mir keine gebrannten CDs mehr schenken und verschenke auch keine. Die Frage ist: Beschäftigt sich Sizzla damit, dass Homophie außerhalb Jamaikas nicht funkt? Hinterfragt er Homophobie oder macht er einfach weiter, weil es in seiner Gesellschaft lebt?

  19. Sehr guter offener Brief!

    Das Übel ist die Homopobie. Wenn man das Übel bei der Wurzel packen will, sollte man anfangen zu suchen, wo diese Wurzel liegt. Wo liegt sie? „In der jamaikanischen Gesellschaft!“ Aber was heißt das? Die jamaikanische Gesellschaft kann lediglich als ein Wurzelgeflecht verstanden werden. Eine Gesellschaft an sich ist nicht homophob und auch keine Wurzel. Homophobie ist keine Tradition, wie der sonntägliche Kirchgang.

    Ein Blick auf das jamaikanische Justizsystem offenbahrt, dass homosexuelle Handlungen zwischen Männern illegal sind und bestraft werden können. Das Gesetz wurde 1864 von der bestehenden Kolionalgesetzgebung (Der Slavery Abolition Act beendete die Skalverei auf Jamaica erst 1834) übernommen und wurde also seit 1655 nie angezweifelt. . In der Kolionalgesetzgebung fußte das Verbot des Analverkehrs, das 1864 in den Offences Against the Person Act übernommen wurde, auf pragmatischen Gründen: Die Mehrheit der Skalven und ihre Nachkommen waren Männer. Während der Zeit der Sklavenhaltung sollte das Gesetzt „Die Mehrung des Humankapitals“ sichern und sexuelle Übergriffe unter Männern verhindern. Die Legitimität durch vermeintlich christliche Gesetzmäßigkeiten (Mose 3, Leviticus 18:22, Verweise auf „Unzucht“ in den Paulusbriefen, usw.) zu stärken ist eine Strategie, die sich in allen Kolonialgesetzgebungen wiederfindet. Einer Umfrage von 2008 zu Folge sind 96% der Jamaikaner gegen eine Lockerung der Gesetze (Reported in Amnesty International media release: Battybwoys affi dead (Version vom 31. Mai 2008 im Internet Archive)).

    Der Blick auf die Religionen auf Jamaika offenbart, dass ein Großteil aller Gläubigen christlich sind. Knapp zwei Drittel der Einwohner gehören einer protestantischen Kirche an, ein Ergebnis der britischen Herrschaft über die Insel. Die wichtigsten sind die Church of God (etwa 21,2 %), die Baptisten (etwa 8,8 %), die Anglikaner (etwa 5,5 %), die Siebenten-Tags-Adventisten (etwa 9 %), die Pfingstler (etwa 7,6 %), die Methodisten (etwa 2,7 %), die United Church of Christ (etwa 2,7 %), die Zeugen Jehovas (etwa 1,6 %), die Plymouth Brethren (etwa 1,1 %) und die Herrnhuter (etwa 1,1 %). Die Diskussion um Homosexualität in Religionen ist eine der tiefsten Wurzeln für Homophobie in allen Gesellschaften. Das Christentum hat es allerdings weitgehend geschafft das Prinzip Nächstenliebe in seiner Relevanz über vermeintliche Verbote von Homosexualität zu stellen.

    Die Lebenspraktik der Rastafari stellt vorallem drei Dinge vorn an: Die Gleichheit aller Menschen unabhängig von ihrer Rasse, das Leben in Einklang mit der Natur und die Repatriation (Emanzipation afrikanischer Kultur und Philosophie als Hautziel, die körperliche Rückreise nach Afrika als Vollendung). Dogmen sind völlig unüblich. So ist jeder Mensch frei sein Leben in Erfüllung zu Leben, wie er es für sich vorsieht. Das Verbot oder die Ächtung der Homosexualität entsteht durch falsche Auslegungen von Bibeltexten. Rastafari halten einen rituellen Ruhetag, den Sabatt, ab, an dem gemeinsam Ital Food (vegan, frei von Salz und Gewürzen) gegessen wird, Marihuana in kleinen Mengen zur Förderung der Meditation geraucht und aus Bibeltexten gelesen wird. Unter den einzelnen Mansions wurde vor allem bei den Bobo Ashanti durch Prince Emmanuel Charles Edwards eine Betonung auf die Reinheit des Mannes durch die Ablehnung von Homosexualität gelegt. Nyabinghi oder 12 Tribes of Israel thematisieren Homosexualität selten und auch wenn sie es als Tabu für ihre Gemeinden ansehen, stellen auch sie die Grundsätze der Freiheit des Induviduums und die Ablehnung der Gewalt über dieses Tabu. – Würde also niemals zur Gewalt aufrufen. Auch Bobo Ashanti sollen nicht zur Gewalt aufrufen noch selbst gewaltätig werden. So wurde Sizzla bereits von Bobo Ashanti und auch Nyabinghi ermahnt, als er sich anmaßte als Präsident für die Glaubensgemeinschaft aller Rastafaris zu sprechen (https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:4sY06SwZg7MJ:rastaites.com/news/hearticals/nyahbinghi/sizzla.pdf+Sizzla+Kalonji+is+not+the+president+of+the+Rastafari+Movement+nor+the+Nyahbinghi+ancient+council.&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESiNQc51rxmBZHu_dcEr5Zih0iV65rJrcPBj1DukPNT2oivm5O2ftOytR2xNmOK1Qm7FffR1zaJxO5dta09KtfQICBB4kSdNVoxSRZj_uu6t8k4kJl-eN3bmqmnEKl_abcRumwKA&sig=AHIEtbRRLxjb5AuoGdtVis3p32kHlJgCNw).

    Kommen wir zurück zu der Frage wo nun also die Wurzel liegt.

    Homosexualität und der Lebensstil Homosexueller werden in einem Zerrbild als verschwenderisch, dekadent und vergnügungssüchtig von einigen Rastas wahrgenommen und wird so zum Verbündeten des babylonischen Systems („Sodom & Gomorra“). Dieses Zerrbild im Kontext jahrhunderte langer Unterdrückung durch die Kolonialherren lässt Menschen wie Sizzla, Anthony B., Bujo Banton, usw. einen fehlgeleiteten Hass entwickeln, der noch dadurch geschürt wird, dass nach einer langen Phase seichter und versöhnlicher Töne im Reggae die rauhen Kampfaufrufe vom Publikum dankend angenommen wurden. Die Entwicklung ähnelt der Entwicklung im HipHop und so enstanden GunTunes, die sich mit dem Kampf zwischen JLP und PNP und den Verhältnissen auf den Straßen der Ghettos in Jamaika beschäftigen, BattyboyTunes und SlacknessTunes hauptsächlich aus der selben Motivation, wie sich im Hiphop Gansterrap entwickelte: Verkaufszahlen.

    Money is the root of all evil.

    Somit ist es absolut sinnvoll Auftrittsverbote zu verhängen und Tunes auf den Index zu setzen und meiner Meinung nach auch absolut zuträglich zur positiven Entwicklung der von uns allen geliebten Musik. Slackness, Gewaltaufrufe und Hass haben nichts in der Musik zu suchen.

  20. Weil ihr alle keine ahnung von musik habt! warum müsst ihr euch hier über nen top künstler beschwären ? Wenn es euch nicht gefällt dann hört es euch nicht an !
    und vorallem behaltet eure ******** negative engery für euch und verteilt die nicht an gute Menschen die sich mit dem künstler befassen weil sie ihn gut finden, und die TEXTE GUT finden (auch an julian ob du es glaubst oder nicht es gibt mehhhhhhr als genug sizzla fans SOGAR in deutschland) !
    Ihr seid alle Musik *****! keiner hat den begriff RASTA von euch nur annehernd kapiert!
    und denkt bitte dran nur negativer input zerstört euer gehirn, also weniger mit themen befassen die seiner eigenen meinung nach negativ sind dann kann man sogar ma positiver denken und vieleicht gibt es dann nicht mehr so viel grauenhafte texte im internet

  21. Ich steh voll hinter sizzla und seiner Musik.In Deutschland muss man doch inzwischen alles akzeptieren zb Homosexualität also bitte auch sizzla seine Musik und die Meinung andere.

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