Reggae-Hauptstadt: Bersenbrück. So war das Reggae Jam 2019!

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Es ist jedes Jahr ein bisschen wie nach Hause kommen, wenn das Ortseingangsschild von Bersenbrück am Horizont zu sehen ist. Für ein paar Tage im Jahr ist die kleine Stadt in Niedersachsen Heimat für Tausende Reggae Fans aus Deutschland…ach was, ganz Europa. In diesem Jahr überzeugte ganz besonders eine junge Band aus Köln.

Fangen wir von vorne an: „Seid ihr auch schon wegen des Festivals hier?“, fragt uns die nette Bedienung im Gasthaus Postamt am Sonntagabend(!) vor dem Festival, „In diesem Jahr ist irgendwie schon besonders viel los.“ Wo sie Recht hat. Beim Reggae Jam ist es ja Gang und Gebe das Festival mit etwas Campingurlaub zu verbinden. Aber so viel so zeitig war selten los. Zum ersten Mal nach sieben Jahren Reggae Jam ging es für unser daher „nur“ aufs Stoppelfeld. Eine ganz neue Erfahrung, war am Ende aber halb so schlimm.

Was das Festival in Bersenbrück immer wieder ausmacht, ist dieses Persönliche, dieses Nahbare. Hier merkst du an jede Ecke, dass Leute dahinterstecken, die die ganze Sache lieben. Dass keine Geldmacherei im Vordergrund steht. Gleichzeitig wissen wir alle, dass so ein Festival ohne etwas Kommerz einfach nicht durchführbar ist. So ein Event kostet enorm viel Geld, gerade in Zeiten von steigenden Kosten. Da lässt sich ein Wiesenhof-ReggaeBruzzler-Promowagen getrost verschmerzen.

Dafür wurde auch in diesem Jahr wieder enorm viel geboten: Die Jungs vom DubCamp aus Münster übertreffen sich eh jedes Mal aufs Neue mit Konstruktionen und Spielereien, die das Gelände an der Hase in ein kleines verwunschenes Paradies verwandeln. Zwei Bühnen mit Nonstop Konzerterlebnissen, zwei Sound-Stages auf dem Campinggelände und dazu mehrere kleine Spots zum Abhängen und Vibes auftanken. Auch das Riesenrad hat Sheriff zum 25. Geburtstag vom Reggae Jam wieder herausgeholt.

Bei gut 40 Liveacts fällt es echt schwer, sich auf wenige Highlights zu beschränken. Ich werde aber mal mein Glück versuchen und mich auf drei Künstler festlegen: Kumar – vielen noch bekannt aus Ex-Frontmann von Raging Fyah, Busy Signal & MEMORIA.

Hach, was bekomm ich für ‘ne Gänsehaut wenn die ersten Töne von Raging Fyahs „Judgement Day“ erklingen. Über diesen Song geht einfach nix. Auch der Rest des Sets von Kumar bestand noch größtenteils aus Songs seiner alten Band. Ein paar Tunes seiner, eben startenden, Solo-Karriere gab‘s aber auch und kamen nicht minder gut an. Zu Busy Signal brauche ich sicher nicht viele Worte zu verlieren. Der Junge kann einfach performen. Egal ob Dancehall, egal ob Reggae – wenn Busy auf der Bühne steht, brennt der Platz. Hotted!

Und die dritte Band im Ranking erwarten sicherlich nur wenige so weit vorn auf einem Festival, bei dem Acts wie Alborosie oder Morgan Heritage im LineUp stehen. Aber was MEMORIA aus Köln musikalisch auf die Bühne schmettern ist ganz großes Kino. Eine starke Bühnenpräsenz gepaart mit großartiger Musikalität, die auch über klassischen Modern-Roots-Reggae hinausgeht, als die Band mit südamerikanischen Wurzeln sogar traditionelle Klänge aus der Heimat anstimmt. Von den Jungs & Mädels werden wir in Zukunft noch ‘ne ganze Menge hören. Trust me.

Einziger Wehrmutstropfen des Festivals war das verstärkte Vorkommen von Diebstählen auf den Zeltplätzen in diesem Jahr. Traurig aber wahr. Kennt man vom Reggae Jam eigentlich gar nicht. Hierbei gilt’s im kommenden Jahr nachzubessern und die Kontrollen zum (Camping-)Gelände wieder zu verstärken.

Was aber bleibt sind Erinnerungen, Momente und Vibes, die nun wieder ein Jahr reichen müssen, um die Zeit bis zum nächsten Reggae Jam zu überbrücken. Aber davon, Leute, sind mehr als genug vorhanden.

Flo
Musik machen, Musik hören, über Musik schreiben – Musik ist mein Leben. Die Liebe zu Reggae und Dancehall begleitet mich seit einigen Jahren und lässt mich nicht mehr los. Big up!

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