Ohrwurm des Tages: Spice – Black Hypocrisy

Kategorien Gute Musik, Singles
Spice / Black Hypocrisy

1,5 Millionen YouTube-Views in zwei Tagen. Artikel in den USA und UK. Diskussionen auf Twitter, Facebook und Instagram.

Jupp, Spice hat aus PR-Sicht alles richtig gemacht, um ihr neues Lied Black Hypocrisy zu promoten.

Dabei geht fast unter, dass das Ding auch musikalisch großartig ist.

Falls du nicht mitbekommen hast, was seit dem 22. Oktober passiert ist: Die dunkelhäutige Dancehall-Queen Spice hat alle Fotos ihres Instagram-Profils gelöscht und neue hochgeladen.

Ja und?

Auf den neuen Bildern hat sie deutlich hellere Haut.

Gebleicht oder nicht gebleicht, das war die anschließende Frage. Eine schwerwiegende Frage, weil Bleaching auf Jamaika sehr verbreitet ist. Als Schönheitsideal und um Erfolgschancen zu erhöhen.


Warum bleichen Jamaikaner ihre Haut?

Falls du als wahrscheinlich weisser Leser nicht verstehst, warum sie das machen: Umgekehrt gehen bei uns hellhäutige Menschen ins Solarium, um braun zu werden, einem Schönheitsideal zu entsprechen und vielleicht mehr Erfolg zu haben.

Ja, ist nur grob erklärt. Bleaching hat sehr viel mehr Hintergrund und Gefahren.


Ob Spice ihre Haut gebleicht hat, ist weiter offen. Aber einen Tag nach der Instagram-Aktion hat sie ihr neues Lied Black Hypocrisy rausgehauen, inklusive Musikvideo.

Spice – Black Hypocrisy (Official Music Video)

Eine Klatsche ins Gesicht aller dunkelhäutigen Menschen, die andere dunkelhäutige Menschen wegen ihrer Hautfarbe angehen. Oder wie Spice im Lied sagt:

„I get hate from my own race /
Yes, that’s a fact /
Because the same black people dem seh I’m too black /
And if yuh bleach out yuh skin dem same one come a chat“

Jetzt kennst du die Hintergründe und wir können über Musik sprechen.

Auch hier macht Spice mal was anderes. Die letzten Videos auf ihrem YouTube-Kanal sind irgendwas zwischen HipHop und Dancehall. Meist deejayt die Dancehall-Queen knallhart über Sex.

Jetzt singt sie über Colorism. Mal ruhig, mal sehr kräftig, fast schon schreiend, aber immer passend auf dem dubbigen Roots-Riddim. Fühlt sich sehr ehrlich und wütend an.

Das ist keiner dieser 1.353.252 Songs, die jemand gemacht hat, weil er einfach Musik machen wollte. Black Hypocrisy MUSSTE raus.

Und ich wippe dazu in meinem Freischwinger vor dem Schreibtisch (verlässliches Zeichen, dass das gute Musik ist).

Ich verabschiede dich aus diesem Artikel mit Pupa Socks weisen Worten:

„Haar is Haar und Haut is Haut
Und zu achtzich Prozent sind wa aus Wasser uffjebaut.
Und jeda muss uffs Klo jehn, wenna wat verdaut.
Im Grunde allet gleech, nur im Kopp wird’s versaut.“


Hast du jetzt ’ne Minute? Dann kommentier unten bitte, wie du Black Hypocrisy findest. (Interessiert mich sehr. Ich antworte dir 100 %.)


Nils. Ohne E. Mit Hut.
Reggae Vinyl Liebhaber, Sound System Enthusiast, digital interessiert, freier Autor beim Riddim Magazin. Musiktipps immer gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

4 Gedanken zu „Ohrwurm des Tages: Spice – Black Hypocrisy

  1. Wow! Mir als nicht Sozialnetzwerker wäre der Tune wohl glatt entgangen…gerade wenn man von Spice nur ‚Ramping Shop‘ oder ‚Neddle Eye‘ und Co kennt – ist dieser Tune so ungewohnt und soo stark! PR-Promo hin oder her – man hört wirklich das da was raus musste – ich krieg immer noch Gänsehaut ob der Lyrics und frag mich natürlich, wo man den (Hammer-) Riddim als Instrumental bekommen könnte…Verneigung to di fullest vor Spice – well done!

    1. Hi Gunnar, ich freu mich gerade sehr, dass du den Tune wegen mir hörst. Der ist wirklich gewaltig. Hab noch einen schönen Tag.

    1. Hi Markus, vielen Dank für deinen Kommentar. Den Post hab ich inzwischen auch gelesen. Alles richtig gemacht, die Dame. Hab einen schönen Tag.

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