Ich bin kein Nazi, aber … (T-Jah & Pupa Sock Chemnitz Exclusive)

Kategorien Gute Musik, Singles
Ich bin kein Nazi aber, pupa sock, t-jah

Großes #WirSindMehr-Treffen am 3. September in Chemnitz und kein Reggae-Artist am Start (nein, Tretti zählt nicht)?

Geht gar nicht! Deshalb haben sich der Chemnitzer Produzent T-Jah und Pupa Sock die Sonntagnacht um die Ohren geklatscht und Ich bin kein Nazi, aber … aufgenommen.

Free Download!

Die Jungs haben es tatsächlich geschafft. Am Montag lief Ich bin kein Nazi, aber … live in Chemnitz – und kam wohl ganz gut an.

LXC hat das Ding später noch amtlich gemastert.

Du kannst dir das Lied direkt über Soundcloud ziehen. Ich hab dir den Text hier transkribiert, damit du demnächst mitsingen kannst.

Ich bin kein Nazi, aber … (Lyrics)

Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Ja, Mann! Vielleicht biste keena.
Aber manchmal, da wirkste wie eena.

Dit sind doch janz normale Leute.
Allet nur janz normale Leute.
Na jut, die hamm nen bisschen Wut.
Und ab und an jeht an Hitler nen Gruß.
Aber ey, dit war allet inszeniert.
Da hamm paar Linke eure Demo infiltriert.
Die hamm sogar die Doppelacht in den Nacken tätowiert
Nur die Lügenpresse hat dit nich kapiert.

Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Ja, Mann! Vielleicht biste keena.
Aber manchmal, da wirkste wie eena.

Haar is Haar und Haut is Haut
Und zu achtzich Prozent sind wa aus Wasser uffjebaut.
Und jeda muss uffs Klo jehn, wenna wat verdaut.
Im Grunde allet gleech, nur im Kopp wird’s versaut.
Kiek ma, ihr seid doch alle gleich jeborn.
Ne Nase, nen Mund, zwee Augen und zwee Ohrn.
Der Arsch is meistens hinten und die Brustwarzen vorn.
Na jut, manche hamm den Arsch direkt zwischen den Ohrn.

Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Ja, Mann! Vielleicht biste keena.
Aber manchmal, da wirkste wie eena.

Ehrlich, ick würd ma reichlich blöd vorkomm.
Ehrlich, ick würd ma reichlich blöd vorkomm.
Wenn ick uff so ne Demo so nen Würstchen grüß.
Wenn ick uff so ne Demo so nen Würstchen grüß.
Dit sich vor dreiundsiebzig Jahren umjebracht hat.
Dit sich vor dreiundsiebzig Jahren umjebracht hat.
Weil it mit seiner Scheißidee jescheitert is.
Weil it mit seiner Scheißidee jescheitert is.

Ick bin dit Volk.
Du bist dit Volk.
Wir sind dit Volk.
Ihr seid dit Volk.
Kiek ma, dahinten, da is Volker.
Der engagiert sich och, wenn it keen Konzert jibt.
Kiek ma, dahinten, da is Volker.
Der Typ, der diesem Scheiß jeden Tag entjejen tritt.
Sei mal nen bisschen mehr wie Volker.
Komm, sei nen bisschen mehr wie Volker.
Sei mal nen bisschen mehr wie Volker.
Komm, sei nen bisschen mehr wie Volker.

Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Nee, Mann! Ick bin keen Nazi.
Ja, Mann! Vielleicht biste keena.
Aber manchmal, da wirkste wie eena.

Ein Lied ist ein Zeichen

Ja, ein Lied bewirkt vielleicht nicht viel. Und was von den Konzerten in Chemnitz bleiben wird, muss sich zeigen. Aber sowohl ein Lied als auch die Konzerte sind wichtige Zeichen.

Hallo, das Volk sind nicht nur die, die es auf einem Trauermarsch schreien (mit Deutschland-Fahnen, gegen Ausländer). Du und ich, wir müssen mehr wie Volker sein. Deshalb hab ich die Textstelle oben fett markiert. Mein Kumpel Flo hat dazu einen richtigen und wichtigen Kommentar geschrieben.

Wie herausfordernd das sein kann, schreibt Dunja Hayali auf Twitter (2. September). Sie war auf einer Chemnitzer Demo und hat (bzw. wollte) sich mit den Menschen unterhalten:

„hört man zu, heißt es, man hätte nichts entgegen zu setzen.
stellt man fragen, heißt es, man hört nicht zu.
erklärt man, heißt es, man würde die bürger erziehen wollen.
redet man mit bürgern,ist es falsch. redet man nicht mit ihnen,ist es auch falsch. was wollen „sie“ eigentlich?“

Jeder von uns kann für sich gucken, wie er sich engagiert. In der Familie. Im Freundeskreis. Im Bekanntenkreis. Auf Arbeit.

Das ist nicht einfach. Aber einfacher als alles, was kommt, wenn wir die Dinge so laufen lassen.

Ist doch irre, dass die „Lügenpresse, Lügenpresse“-Rufer in den letzten Tagen die größten Lügen verbreitet haben:

Das musst du dir mal reinfahren … oder besser nicht. Und das musst du den „Lügenpresse, Lügenpresse“-Rufern zeigen. Genauso wie du den Menschen erklären musst: Ja, wenn ihr mit Hardcore-Nazis lauft, ist es nicht so einfach, euch von denen zu unterscheiden (gilt auch für alle anderen extremistischen Gruppierungen und Demos).

Anfangs glaubte ich noch, man kann da durchaus mitlaufen ohne mitzubekommen, wer noch teilnimmt. Aber spätestens nach der ersten Veranstaltung und den Berichten sollte jedem klar sein, wie das nach außen wirkt.

Also nochmal der Aufruf: SEID MEHR WIE VOLKER!

Spezielle Anfrage nach Chemnitz an T-Jah.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Reggae Vinyl Liebhaber, Sound System Enthusiast, digital interessiert, freier Autor beim Riddim Magazin. Musiktipps immer gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

7 Gedanken zu „Ich bin kein Nazi, aber … (T-Jah & Pupa Sock Chemnitz Exclusive)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.