Yaniss Odua, Straika D, Matinda / High Tunes (Album Review)

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik

Wenn drei großartige Solo-Künstler aufeinander treffen, kann man Einiges erwarten. Und wenn dann noch Reggae-Legenden wie Dean Fraser, Earl Chinna Smith und Leeroy „Horsemouth“ Wallace an den Instrumenten stehen, ist die Freude auf ein Album wie „High Tunes“ (Legalize Hits) besonders groß.

Leider endet der Spaß an der Scheibe schon nach einer knappen dreiviertel Stunde. Die kurze Zeit nutzen die drei Franzosen Yaniss Odua, Straika D und Matinda aber sehr effektiv, selbst für Gäste ist noch Platz.

Passend eröffnen die drei Artists das Album gemeinsam mit dem Tune „Ouvre Les Yeux“ (Öffne Die Augen). Anschließend darf jeder einzeln ran. Dabei wird keine strenge Reihenfolge eingehalten wie etwa auf der aktuellen Produktion aus dem deutschen Hause Pow Pow. Das hält die Scheibe frisch bis zum (zu schnellen) Ende.

Yaniss Odua, Straika D und Matinda (v.l.)
Yaniss Odua, Straika D und Matinda (v.l.)

Wie bei den Studio-Musikern nicht anders zu erwarten, singen Yaniss Odua, Straika D und Matinda (Foto: v.l. / Legalize Hits) vorwiegend über Roots-Sounds. Die erste Dancehall-Nummer ist „La Vie Sans Toi“ (Das Leben Ohne Dich), auf der Gastsängerin Marsha Kate den größten Teil der Arbeit übernimmt – und überzeugt. Matinda passt sich mit seiner rauen Stimme sehr gut ein. Auf dem nachfolgenden Tune „Pas Comme Ca“ (So Nicht) hält Yaniss Odua das vorgelegte Tempo.

Danach wird es kurz wieder ruhiger. Für Abwechslung sorgt das selten gehörte Créole, das Patois der Antillen. Zu vernehmen unter anderem auf „Sa Nou Lé“ feat. L.T und dem Party-Song „High To Night“, auf dem sich Straika D. von der Sängerin Blue Eyes unterstützen lässt. Definitiv ein Anspieltipp. Matinda, der sonst so raue Dancehall-Patriot, versucht sich mit „Golden Doudou“ noch an einer Hommage für seine Empress. Prädikat: herzzerreißend. Einer zusätzlichen Akustik-Version hätte es aber nicht bedurft.

Insgesamt ist „High Tunes“ ein sehr schönes Album, das aufgrund der drei hervorragenden Artists und der kurzen Spielzeit kaum Platz für Schwächen hat. Hoffentlich findet sich dafür ein deutscher Vertrieb.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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