Vibration Lab & The Digital Messiahs (Wu-Tang Clan des Digital Reggae?)

Kategorien Gute Musik, Singles
Vibration Lab Meets Digital Messiahs

Digital Reggae ist weiter auf dem Weg nach vorn. Überall wird produziert, werden Riddims geritten. In London gibt es jetzt sogar eine „Digital Reggae Super Group“.

Die Produzenten Vibration Lab und die 3-MCs-1-Sänger-Kombo Digital Messiahs veröffentlichen Mitte Januar die ersten Lieder Digital Messiah’s Theme und Dovecot.

„Here come the Wu-Tang Clan of Digital Reggae!“ Ein schöner Satz für eine Pressmitteilung. Nur ignoriert er leider, dass sich mit dem israelischen Rub-a-Dub-Kollektiv Trilion schon 2017 so eine digitale Supergruppe zusammengetan hat. Ihr Album Ain’t No Future With No Past leg ich jedem Genrefan warm an die Ohren.

Gut, die Jungs aus London können definitiv mit größeren Namen punkten. Zu den Digital Messiahs gehören UK-MC Brother Culture und Colourman aus Jamaika – geballte Veteranenkompetenz am Mikrofon. Der britische Sänger Donovan Kingjay und MC Dark Angel komplettieren die Gruppe.

Mit ihrem gemeinsamen Projekt wollen Vibration Lab und die Digital Messiahs den Vibe früher Live-Sessions einfangen. Das gefällt mir wunderbar. Ich hab ja auch schon mehr Rub-a-Dub-Sessions in Berlin gefordert.

Auf Digital Messiah’s Theme stellen sich alle Artists vor. Donovan Kingjay singt den Chorus, die drei MCs lassen die Lyrics fließen. Funktioniert super. Das Instrumental wobbelt und brummt, aufgelockert durch Snythie-Melodien. Atmet noch viel UK-Schwere, das Ding.

So eine Supergruppe ist geradezu prädestiniert, Soundboys zu zerlegen. Genau das tun Colourman und Donovan Kingjay im zweiten Lied Dovecot. Top in Form, der jamaikanische MC, und Kingjay singt auch hier herrlich den Chorus.

„As the sun sets and the night comes around i can feel a sound boy is crying out.“

Der Riddim galoppiert leichter und lässiger als bei Digital Messiah’s Theme und ist wesentlich näher an den jamaikanischen Originalen der 1980er dran. Trotzdem hat er eine eigene, moderne Note und ist keine simple Kopie.

Im Laufe das Jahres soll noch ein Album folgen. Bin gespannt, ob das zum Wu-Tang-Status reicht. Der Vorgeschmack macht Bock auf mehr.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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