Unlimited Culture – Get Ready (Review)

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik
Unlimited Culture

Kurz vor Jahresende haben Unlimited Culture ihr Debüt-Album Get Ready veröffentlicht. Überwiegend schwerer Roots Reggae mit viel Dub-Einfluss.

Lässt sich sehr gut duchhören. Inhaltlich wird es spannend, wenn Sänger Lenny zwischen den englischen Texten seinen bayrischen Dialekt rausholt.

Unlimited Culture ist eine 5-Mann-Combo aus Regensburg. Seit rund vier Jahren spielen sie zusammen. 2014 erschien ihre erste EP Plant A Seed.

Auf ihrem Album Get Ready bekommt ihr vor allem heftigen Roots mit hier und da mal Gitarrenriffs und dubbigen Strecken. Zwischendrin nimmt die Platte mit Culture und Grow Your Dreads etwas mehr Tempo auf. The Key driftet sogar in Richtung Gospel ab und endet mit Knocking On Heaven’s Door-ähnlichem Sound.

Musikalisch auf jeden Fall spannend.

Sänger Lenny Souljah hat eine einprägsam rauhe Stimme. Teilweise röhrt er wie Komlan von Dub Inc., singt dann aber wieder sehr melodische Passagen. Gefällt mir gut.

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Unlimited Culture / Get Ready (Artwork by Skanko Productions)

Wie bereits angesprochen, hört ihr auf Get Ready meist englische Texte, in denen Lenny klassische Themen rund um Liebe und gesellschaftliche Zustände bearbeitet. Zum Glück tropft nicht Babylon aus jeder Zeile und auf die obligatorische Rauchkraut-Hymne haben Unlimited Culture auch verzichtet.

Der stärkste Teil der Platte sind für mich die zwei Skits und das darin eingebettete Masterplan. Vollkommen unerwartet erzählt Lenny im tiefen bayrischen Dialekt von Alltagsrassismus, Begegnungen mit der Polizei.

Großartiger Spannungsmoment. Vor allem, wenn man sich dazu nochmal das Album-Cover mit dem Dreadlocks schüttelnden Lenny anschaut. Im zweiten Skit bringt er es gut auf den Punkt (grob, was ich verstehe):

„Mei, da sans erschrockn, so was hams ja noa nie gsehng. An Afrikaner mit am boarischen Slang.“

Das sind die stärksten und authentischsten Momente des Album, meint auch Soulguru Uwe.

Dagegen wirken die englischen Texte einfach gestrickt und deutlich weniger schlagkräftig.

Als Hörer nehme ich Lenny die im bayrischen Skit beschriebene Polizeikontrolle eher ab als eine Zeile wie „… a gun in your hand stresses me so / i know you will shoot me if i don’t say what you want.“ (Police feat. Toké). In Regensburg?

Wenn ich einen Wunsch frei habe: Macht musikalisch bitte so weiter, aber nächstes Mal ein komplett bayrisches Album.

Zusammenfassung
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Unlimited Culture – Get Ready (Album)
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Nils
Reggae Vinyl Liebhaber, Sound System Enthusiast, digital interessiert, freier Autor beim Riddim Magazin. Musiktipps immer gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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