23 Gedanken zum Red Bull Soundclash 2017

Kategorien An der Ecke
Screen: YouTube / Red Bull Music & Culture

Red Bull Soundclash 2017 – LIVE | FULL SHOW

Wenn ich nicht Reggae, Rub-a-Dub und solche Sache höre, läuft Zuhause Rap. Ich schreibe nur nicht so viel darüber.

Heute muss ich ein paar Gedanken zum Red Bull Soundclash 2017 notieren, der am 13.12. in Hamburg stattfand und wochenlang wie irre beworben wurde. Deutschraps Jahreshöhepunkt.

Für alle von euch, die nicht so drinstecken: drei Rapper der alten Schule (Samy Deluxe, Afrob, Eko Fresh) sind gegen drei Rapper der jungen Schule (LGoony, Soufian, Crack Ignaz) angetreten.

Ich hab den Redbull Sound Clash 2017 teilweise per Livestream verfolgt und mir nochmal die Aufzeichnung angeschaut. Was hängengeblieben ist:

  1. Das ist kein Soundclash. Das ist ein Konzert mit sehr vielen Beteiligten.
  2. Grundsätzlich fehlt Clash-Energie auf beiden Seiten.
  3. Team New Level versucht zumindest immer mal wieder Clash mit direkten Diss-Lyrics.
  4. Team Reality Check bringt Hit-Katalog und hätte besser ein paar Texte Clash-tauglich umgeschrieben.
  5. Eko Fresh wirkt neben Afrob und Samy genauso fremd wie Soufian neben LGoony und Crack.
  6. Wenn man als Clash-Team antritt, sollte man auch als Clash-Team auftreten.
  7. Team Reality Check kann brachial verschiedene Genres rocken.
  8. Team New Level kann nur Cloud, hat aber Gefühl für Melodien (außer Soufian).
  9. Team New Level hat fette Instrumentale.
  10. Reggae ist 2017 bei Rap und Red Bull voll angekommen.
  11. Trettmann sogar für den einzig echten Clash-Moment in zwei Stunden Soundclash. Ab 50:43 … Drive-by aus dem Lada.
  12. Acapella-Rap ist großartig und Samy Deluxe zerlegt damit das Team New Level in Einzelteile. Ab 1:09:18.
  13. Die Top 5 vllt. sogar die Top 10 MCs von DLTLLY hätten mit so einem Written Acapella Diss mehr abgerissen.
  14. Team New Level und einige ihrer Gäste sind kaum zu verstehen. Liegt es am Soundmann oder fehlendem Stimmentraining?
  15. Die Kommentare und Tweets zum Soundclash sind unterhaltsamer als die Veranstaltung selbst.
  16. Die Lässigkeit, mit der Crack Ignaz sein König Der Alpen vor dieser Kulisse bringt, beeindruckt.
  17. Mir fehlen wirklich kreative Ideen und überraschende Gäste, zum Beispiel Helene Fischer oder Helge Schneider oder eine Robbe oder …
  18. Team Reality Check hat mehr Präsenz auf der Bühne und sogar den Anstand, die Fans des Gegner zu loben.
  19. Team New Level hat die interessanteren Typen.
  20. Dem Hype und der Promo im Vorfeld ist der Red Bull Soundclash kaum gerecht geworden.
  21. Nennt es das nächste Mal XXX Meets YYY und bitte nicht Soundclash.
  22. Glücklicherweise ist deutscher Rap 2017 vielfältiger als das Programm auf dem Red Bull Soundclash.
  23. DAS IST CLASH-ENERGIE:

Rebel Sound – 4 Rounds – Red Bull Culture Clash 2014

Was denkt ihr?

Nils
Reggae Vinyl Liebhaber, Sound System Enthusiast, digital interessiert, freier Autor beim Riddim Magazin. Musiktipps immer gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

2 Gedanken zu „23 Gedanken zum Red Bull Soundclash 2017

  1. Der wichtigste Gedanke ist hier noch gar nicht gefallen. Nämlich, dass der Firmeneigner von Redbull in Österreich Naziparteien unterstützt und es daher eigentlich ein Skandal ist, dass ausgerechnet Reggae- und Blackmusik-Künstler sich vor den Werbe-Karren dieses Kackladens ziehen lassen.

    1. Hi Karl, stimmt, dass kann man natürlich auch auf dem Schirm haben. Des Messers Schneide ist leider, dass nur so ein „Kackladen“ so eine Veranstaltungen auf die Beine stellt / stellen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.