Heute mal HipHop: Kroko Jack feat. Skero – Vadient

Ich glaube, ich muss ein neues Web-Projekt starten, in dem ich mich nur mit Dialekt- und Mundart-Musik beschäftige. Egal ob Köln, Schweiz, Österreich … ich fühl das einfach so viel mehr als Hochdeutsch-Musik.

Deshalb spielt ich heute mal wieder HipHop für euch, von Kroko Jack aus Linz, der es sich absolut Vadient hat, hier zu laufen.

Wenn ihr deutschsprachigen Reggae und Dancehall länger verfolgt, ist euch Kroko Jack in den 2000er Jahren schon über die Ohren gelaufen. Der österreichische Mundart-Rapper war damals Teil des Duos Sodom & Gomorrah. Gemeinsam mit (noch Ronny) TRETTMANN ballerten sie 2008 den Soundkiller Mei Sound in den Tanzsaal. Eine alles zerstörende Dialektbombe!

Hier im Blog lief zuletzt sein Flüchtlingskrisenkommentar Bledsinn.

So, aber nun komm ich mal zum eigentlichen Thema: Vadient. Woooahh! Der österreichische Gegenentwurf zum deutschen Bizeptsrap. Der Sound ist fett, der Kroko lyrisch wie stilistisch auf dem Siegertreppchen, nur ist er eben halb so breit wie Kollegahs linker Oberarm.

Das Video schreit mit seinen Protagonisten und dem Mini-Taxi nach HipHop-Persiflage. Aber Vadient ist einfach zu gewaltig, um nicht ernstgenommen zu werden. Und am meisten knallt mich die Mundart weg. Dieses Vokabular, diese Reimmöglichkeiten, diese Rotz-Attitüde.

Vor einigen Tage hat Benji Agostini von noisey den Rapper interviewt (unbedingt lesen) und unter anderem darauf angesprochen, ob Mundart ihn nicht ausbremsen würde? Die Antwort gefällt mir:

„Er (RAF Camora) rät ja auch anderen Rappern auf Hochdeutsch zu rappen, wenn sie in Deutschland erfolgreich sein wollen. Ronny Trettmann würde mir das auch empfehlen, der hat seinen sächsischen Dialekt auch weitgehend abgelegt und man hat gesehen, wie erfolgreich er damit geworden ist. Aber ich bin nicht nur sehr zuversichtlich, dass es funktioniert. Der Erfolg ist für mich ja nicht in Verkaufszahlen messbar, sondern wenn man sieht, dass ein Rapper einen anderen Rapper beeinflusst.“

Bodenständige Ansicht. Finde ich großartig, dass sich Kroko Jack nicht verbiegt und selbst auf seiner Facebook-Seite in Mundart schreibt. Es gib ja auch schon genug andere, die klingen wie genug andere.

Wenn ihr mehr Kroko Jack hören wollt, am 24.11. kommt sein Solo-Album Extra Ordinär über Irievibrations Records raus. Ja, das Reggae-Label der Iriepathie-Jungs. Der Professa ist sogar mit zwei Gastbeiträgen dabei, auch auf Mundart. Außerdem ist RAF Camora mit drauf.

Im bereits erwähnten noisey-Interview beschreibt Kroko Jack seinen Sound so:

„… nicht Reggae, nicht Dancehall und nicht HipHop, sondern Musik, die diese Genregrenzen nicht mehr kennt.“

Zusammengefasst: Musik, die knallt. Über die gesamte Spielzeit gibt es kaum Ruhephasen. Kroko ballert Lyrics, die Instrumentale drücken finster. Definitiv keine Platte, die ihr mal eben nebenbei hören könnt. Das würde Kroko Jacks Talent auch absolut nicht gerecht werden.

Neben dem noisey-Interview empfehl ich euch noch den aktuellen Artikel zum Krokodü bei The Message.

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Kroko Jack feat. Skero – Vadient
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