Keep It Real Jam 2017 (Rückblick)

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Zum 6. Mal tanzten Dancehall-Fans beim Keep It Real Jam im Seepark Pfullendorf bis in die Morgenstunden zu Aidonia, Bennie Man und Co.

Mein Fazit im Voraus: Trotz des Blicks über den Tellerrand hinaus, haben mich als Reggae-Liebhaber vor allem die Ecken und Programmpunkte des Festivals begeistert, in denen der One Drop im Fokus stand.

Die „Jam“, wie sie von Veranstaltern und Besuchern liebevoll genannt wird, hat eine lange Tradition. Wenn es um Reggae und vor allem um Dancehall im oberschwäbischen Raum geht, kommt man an der Keep It Real Jam nicht vorbei. Noch weniger an der Keep It Real Crew, die als gleichnamiges Soundsystem seit Jahren nicht nur viele Clubs füllt, sondern eben auch die besagte Jam organisiert. Und das mit großem Erfolg.

War Mitte der Nullerjahre das Konzept noch auf eine Tagesveranstaltung ausgerichtet, so finden sich Besucher seit 2012 zu einem mehrtägigen Open Air inklusive Camping ein, was zwangsläufig einen Umzug vom Gewölbekeller hin zur Parkanlage mit See zur Folge hatte. Diese Entwicklung trugen viele Besucher mit. Die meisten kommen seit vielen Jahren. Sie schätzen die Vibes und vor allem das exklusive Line-up mit Artists aus der Dancehall-Szene sowie namenhaften Soundsystems.

Wann mein erster Besuch auf der Jam gewesen ist, weiß ich nicht mehr sicher. Der frühere Gewölbekeller einer alten Brauerei ist mir jedoch sehr gut in Erinnerung geblieben. Und damit verbunden musikalische Abrisse mit Ward 21, Gappy Ranks oder Cali P.

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Cali P @ Keep It Real Jam 2017 (Foto: Martin Voss)

Letzterer war es auch, der mich in diesem Jahr auf großer Bühne im Seepark begeistern konnte. Das selbst ernannte Lyrical Fyah brachte das Publikum förmlich zum Kochen. Innerhalb des Zeltes vor der Bühne war es derart hitzig und schwül, dass meine Kamera für ca. 15 Minuten den Dienst quittierte. Dass sich der mittlerweile auf Jamaika lebende Weltbürger musikalisch weiterentwickelt hat, war kaum zu übersehen und zu überhören. Immer wieder wechselte Cali P zwischen Reggae und Dancehall die Fronten, ohne dabei seinen eigenen Stil zu verlieren.

Bei Dexta Daps und Beenie Man zog es mich nicht vor die Bühne, sondern zur Dubstage. Die klassischen Riddims ziehen mich nach wie vor mehr an als die modernen. Das wird auch nach der Keep It Real Jam 2017 so bleiben. Und ganz ehrlich: Die Dubstage hat es mehr als verdient, hier genannt zu werden. Gemütliche Sitzecken, Lampions, ordentlicher Roots mit Bass und ein bestens aufgelegtes Ganja Riddim Soundsystem. Hier hat einfach alles gepasst. Word, Sound and Power! Mir ist es schwer gefallen, zu später Stunde in Richtung Campingplatz zu gehen, da der nächste Tune meist den vorausgehenden übertraf.

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Keep It Real Jam 2017: Dubstage mit Ganja Riddim Soundsystem (Foto: Martin Voss)
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Ganja Riddim Soundsystem aus der Nähe (Foto: Martin Voss)

Noch ein Wort zum Campingplatz: Respekt! Wer als Veranstalter statt auf Dixie-Klos auf echte Toilettenwägen mit Waschbecken setzt und darüber hinaus noch Warmwasserduschen bereitstellt, der hat ein Lob verdient. Für Wohnwägen oder VW-Busse wurden keine zusätzlichen Kosten erhoben. Lediglich der verbrauchte Strom musste beglichen werden.

Im nächsten Jahr hoffen wir einfach auf besseres Wetter, sodass der Seepark mit all seinen Vorzügen ausgenutzt werden kann. Wer plant von euch, im nächsten Jahr zur Keep It Real Jam zu fahren?

Martin
Roots, Dub, Foundation, Early Dancehall - die Reggae Welt ist groß, bunt und mehr als nur meine Leidenschaft.

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