Afrob R.I.P feat. Megaloh (Acoustic) – die Reggae-Referenzen erklärt

Kategorien Gute Musik, Singles
afrob r.i.p, megaloh, reggae

Kurz mal im Urlaub, schon reiten Afrob und Megaloh ihre Kombination R.I.P aus 2014 neu über Reggae-Instrumentale ein.

Alles amtlich mit Live-Band und einer kompletten Blasabteilung. Mir fehlt nur die musikgeschichtliche Einordnung im redaktionellen Umfeld.

„In alter Studio One Manier wurde hier nicht an Aufwand gespart.Eine Hommage an Reggea und Dancehall für die große Inspriration.“

So steht es in der Videobeschreibung, mit allen Fehlern.

Ja, an Aufwand haben Afrob und Megaloh bei R.I.P Acoustic wirklich nicht gespart. Sie waren im Red Bull Studio Berlin mit der Tribes of Jizu Band und drei zusätzlichen Bläsern an Posaune, Trompete und Saxophon. Die Session wurde einmal mehr wunderschön per Video von Urban Tree Media festgehalten.

AFROB R.I.P feat. Megaloh (Acoustic)

Bisher haben es die beiden Rapper mit ihrer Neuaufnahme zu ein paar HipHopMedien und zu den Blogrebellen geschafft.

Reggae-Referenzen in Afrob R.I.P feat. Megaloh

Ein bisschen traurig finde ich, dass nirgends die in R.I.P Acoustic genutzen musikalischen Referenzen aufgeführt werden: nicht in der Videobeschreibung, nicht in Facebook-Posts der Künstler und nicht in den Beiträgen der erwähnten Medien. Und das, obwohl doch zumindest die HipHop-Medien sonst gefühlt jedes Sample erklären.

Wenn Hommage an Reggae und Dancehall, dann doch bitte komplett. Damit sich die HipHop-Freunde vielleicht ein bisschen tiefer in das Material graben können und nicht etwa denken, die Musiker spielen selbstgeschriebene Instrumentale:

  • Bis 1:06 spielen die Musiker den Stalag Riddim. Afrob und Megaloh singen darauf Tenor Saws Ring Di Alarm (1985) nach: „Ring di alarm, another sound is dying …“
  • Ab 1:06 spielen Tribes of Jizu den Real Rock Riddim. Afrob und Megaloh singen Zealots von den Fugees nach, das sich an Willie Williams‘ Armagideon Time aus den 1980ern anlehnt: „A lot a people won’t get no supper tonight …“
  • Beide Riddims gehören zu DEN Klassikern des Genres und wurden von unzähligen Künstler besungen. Mehrseitige Listen finden ihr hier und hier.

Kann mir jemand sagen, ob Afrob und Megaloh ihr R.I.P Acoustic auch One Take aufgenommen haben, wie es damals im Studio One üblich war?

Das könnte erklären, warum das vielleicht lässig wirken sollende, aber kaum verständliche Gelalle in der „Another MC lose his life tonight …“-Hook nicht zur angestrengt wirkenden Körpersprache der beiden MCs passt.

Für erfahrene Bühnenhengste sind die beiden Jungs da insgesamt ein bisschen steif, oder?

Dennoch: Vielen Dank an alle Beteiligten für die großartige Session.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

5 Gedanken zu „Afrob R.I.P feat. Megaloh (Acoustic) – die Reggae-Referenzen erklärt

    1. Hi Jaymgee,

      für mich gehören diese „Tröten“ unbedingt dazu, weil sie der Musik sehr viel Seele geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.