Review: Longfingah – Urban Mystic (Album)

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik
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Das langerwartete Longfingah-Album Urban Mystic ist da – und es ist großartig. Alte Lieder, neue Lieder. Rub-a-Dub, Dancehall, Steppers. Gesang und derber Raggamuffin. Mein Berliner Lieblings-MC hat alles im Angebot.

Falls ihr Fingah noch nicht kennt oder seine Veröffentlichungen der letzten Jahre nicht alle auf dem Schirm habt, ist Urban Mystic die Werkschau, die ihr euch besorgen solltet. 14 Lieder, 10 Produzenten, 3 Gäste.

Vor knapp einem Jahr veröffentlichten Hardy Digital und Longfingah die Urban Mystic 7inch über ihr Label GuerillJah Productions. Ein Vorgeschmack auf das Album, das dann doch noch ein bisschen gebraucht hat.

„Das Album liegt eigentlich schon zwei Jahre in der Schublade“, schrieb mir Fingah per Facebook. „Der schwierige Teil des Releases ist gar nicht, die Tunes aufzunehmen, sondern der ganze Orga-Kram, der danach kommt.“ Bei den vielen beteiligten Person wundert mich das nicht.

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Longfingah (Foto: Manuel Genolet)

Drei Lieder hat aDUBta aus München produziert, über den ich erst kürzlich wegen der großartigen Love Word EP geschrieben habe. Auf sein Konto gehen mit So Good eines meiner Lieblingslieder vom Fingah-Album und die Kombination Terror Dem Spread mit Sänger Michael Fabulous aus Jamaika. „Michael Fabulous habe ich 2014 in Jamaika kennengelernt. Ich hatte von Freunden aus Spanien ein paar Hostel-Adressen bekommen und bin dann zufällig dort gelandet. Dann hab ich erst gecheckt, dass er auch Musik macht. Ich fand seine hohe Stimme abgefahren und hatte spontan Bock eine Kombination mit ihm aufzunehmen, was wir dann auch direkt dort in Saint Ann gemacht haben.“

REEEEEEMMIXXX!

2014 ist auch Head Up, die Kombination mit dem Franzosen Tribuman erschienen. Das beschwingte iLLBiLLY HiTEC-Original hat Max Powa fürs Album geremixt und ein paar Bassstufen tiefergelegt. Rummst. Ebenso schwergewichtig kommt Aldubbs Wiggle & Wine Remix rein, für den der Meister wieder sämtliche Effektknöpfe in seinem Studio gedreht haben dürfte.

King Toppa aus Kassel hat sich das 2014er Make Love Not War vorgenommen, ursprünglich eine Digital-Reggae-Nummer für den spanischen Alameda Sound. Jetzt klingt es nach Anfang-90er-Dancehall und ist eines der tanzbarsten Lieder auf der Platte, meint auch Karsten.

Weitere Beteiligte sind Zion Train, Maxi Roots, die Basskateers aus Jena und Label-Partner Hardy Digital, der neben dem Titellied Urban Mystic auch meinen 2015er Favoriten Anybody Out There produziert hat.

Mein Ohrwurm auf dem Longfingah-Album

Alles duftes Material, aber mein Ohrwurm des Album ist Rocking Time auf dem Digital Rules Riddim von Dreadsquad aus Polen. Schwingt großartig, der gesungene Chorus geht direkt ins Gehör und in den Körper. Im Wechsel mit den Deejay-Parts ist das ein unfassbar großartiges Lied.

Die Platte endet amtlich mit dem Cool Down Dub von Aldubb. Nach diesem Ritt ist Abkühlung auch dringend nötig. Duftes Album. Im Gesamtüberblick gefällt mir Longfingah auf den lockeren Riddims am besten, weil sie ihm genug Raum geben, seinen Stil auszuspielen.

Trackliste: Longfingah – Urban Mystic

  1. Raggamuffin Yute
  2. So Good
  3. Terror dem Spread feat. Michael Fabulous
  4. Jah Bless
  5. Raise A Voice
  6. Head Up feat. Tribuman (Max Powa Remix)
  7. Urban Mystic (Album Version)
  8. Make Love Not War (King Toppa Remix)
  9. Wiggle & Wine feat. Steppa Style (Aldubb Remix)
  10. Anybody Out There
  11. Rocking Time
  12. Infinity
  13. Liberation Time
  14. Cool Down Dub

Am 29. April ist offizielle Release-Party in Berlin. Longfingah spielt mit seiner neuen Sub Pressure Band. Kommt rum, wird sicher gut.

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Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

2 Gedanken zu „Review: Longfingah – Urban Mystic (Album)

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