Bei Dub-Stuy & Burro Banton gibts keinen Ausverkauf (Kunta Kinte Riddim)

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kunta kinta, dub stuy, dj madd

Dub-Stuy Records aus New York haben sich den Kunta Kinte Riddim auffrischen lassen und Original-Reibeisen-Deejay Burro Banton draufgesetzt.

Interessant: Im Musikvideo zu Nah Sell Out boxt Burro mit Chronixx ab, dem kürzlich wegen seiner adidas-Kooperation Ausverkauf vorgeworfen wurde.

Ein kurzer geschichtlicher Sprung: Ende der 1970er hat die jamaikanische Band The Revolutionaries den Kunta Kinte Riddim eingespielt. Der britische Soundsystem-Veteran Jah Shaka holte das Monster nach Europa und verpasste ihm Legendenstatus. Das Original hört ihr hier.

DJ Madd, geborener Ungare und jetzt in Nordamerika ansässig, hat dem Instrumental einen modernen Sound verpasst, mit rollenden Drums und fettem Bass. Typisches Dub-Stuy-Material mit Abrissgarantiert für jedes Soundsystem.

Burro Banton boxt mit Chronixx ein

Veteran Burro Banton zerbröstelt den Kunta Kinte Riddim 2017 mit seinem mörderischen Stil. Die derbste Stimme im Bizzinizz! Wie eingangs erwähnt, habe ich mich kurz gewundert, als Chronixx im Video auftauchte – und das ausgerechnet, als Burro „… real ghetto youths dem nah go sell out …“ (1:53) anstimmt.

Dub-Stuy Meets Burro Banton – Nah Sell Out [Official Video]

Wäre interessant, ob das Musikvideo zu Nah Sell Out schon gedreht wurde, bevor der Ghetto Youth Chronixx seine Zusammenarbeit mit adidas bekannt gab. Er ist das Gesicht der Frühjahreskampagne 2017. Dafür gab es ein bisschen Ausverkaufsschelte, weil die Drei-Streifen-Marke wahrscheinlich nicht ganz menschlich sauber in Asien produziert.

Vielleicht wurde es auch erst später gedreht und Burron legitimiert den Deal öffentlich? Nun ja, reine Spekulation.


Meine 5 Cent zum Chronixx-adidas-Deal: Die Kooperation mit einem Fair-Trade-Organic-Hersteller hätte besser zu Chronixx gepasst. Ich finde den Deal trotzdem in Ordnung. Eine tolle Wertschätzung für die Arbeit des Sängers (der jetzt mit dem adidas-Deal tatsächlich auf Bob Marleys Spuren ist und sogar noch zu Lebzeiten etwas von dem Geld hat). Grundsätzlich sollte Reggae sein Verhältnis zum Geld und Geschäft etwas lockern, denn nur von Liebe kommt niemand weiter.


Ein weiterer Künstler auf der 12inch ist Rider Shafique aus Bristol, der mit Over The Oceans die Leute weltweit unter dem Rot-Gold-Grün-Banner versammeln möchte. Überzeugt mit schleppender bis mystischer Stimmung und überrascht mit dem Wu-Tang-Clan-Zitat: „… cash rules everything around me C.R.E.A.M.“ (C.R.E.A.M., 1993).

Shanti D feiert die Foundation

Und dann ist da noch der französische Sänger Shanti D, den ihr eventuell aus dem O.B.F.-Umfeld kennt oder von seiner letzten Veröffentlichung für Dumbarton Rock. Sein Markenzeichen ist seine hohe Stimme, ein schöner Kontrast zu Burro Banton. Inna Different Style liefert klassische Deejay-Lyrics, mit denen Shanti seine Vielseitigkeit und die Sänger der jamaikanischen Foundation feiert … vollkommen berechtigt.

Dub-Stuy Meets Shanti D – Inna Different Style [Official Video]

DJ Madds Kunta Kinte Riddim 2017 bekommt ihr auch noch dazu. Spezielle Anfrage an Dub-Stuy. Dufte Platte. Ich muss mir auf jeden Fall aber noch den originalen Kunta Kinte Riddim besorgen.

Trackliste: Dub-Stuy – Kunta Kinte Riddim 2017

  • A1: Burro Banton – Nah Sell Out
  • A2: Rider Shafique – Over The Oceans
  • B1: Shanti D – Inna Different Style
  • B2: DJ Madd – Kunta Kinte Riddim 2017

Schreibt mir bitte in die Kommentare, wie euch die Neuauflage gefällt.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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