Vybz Kartel auf dem Stalag Riddim? Cool & Deadly.

Kategorien Gute Musik, Singles

Vybz Kartel & Ky-mani Marley – Cool and Deadly

Dass ich hier mal einen Vybz Kartel für euch spiele … unfassbar eigentlich. Aber wenn der Weltboss eine Rub-a-Dub-Kombination mit Ky-Mani Marley abliefert, kann ich das nicht überhören – Cool And Deadly.

Die beiden sitzen auf dem Ghetto Rock Riddim (TJ Records), einer mit Bläsern frisierten Version des Stalag Riddims aus den 1980er. Immer wieder gut für einen Deejay-Ritt.

Grundsätzlich kann ich mir kaum etwas von Vybz Kartel anhören. Der Mann mag ja Lyrics haben, aber die Wahl seiner Instrumentale ist schlimm. Selten ist da etwas dabei, das nicht nach Plastik und der Haltbarkeit einer Tüte Frischmilch bei Gewitter klingt. Fast-Food-Musik.

Schön, dass er mit dem Ghetto Rock Riddim auf etwas Klassisches setzt und auch noch gut darauf abgeht, inklusive der üblichen Deejay-Gimmicks (Catch it. Flash it. Rib it.) und Referenzen an Sister Nancys Bam Bam, eines der bekanntesten Lieder auf dem Stalag Riddim aus den 80ern.

Der Ping-Pong-Part mit Ky-Mani Marley ab 2:30 gefällt mir sehr. Deejay. Sänger. Deejay. Sänger. Hätten sie gern ausbauen können. War wohl nicht so viel Platz neben dem Weltboss.

Auch interessant, dass Vybz den Yardie mit dem Finger am Abzug gibt, während Ky-Mani die Ghettojugend vor Polizisten und Informern warnt. Lyrisch vielleicht nicht ganz bis zu Ende gedacht.

Wenn ihr Cool & Deadly mögt, gebt euch gleich noch Aidonias 80s Dancehall Style auf dem Golden Hen Riddim hinterher. Die Jungs haben das 80s-Deejay-Blut in den Adern. Ich fänd es prima, wenn sie das häufiger zeigen würden.

Aidonia – 80s Dancehall Style [Official Music Video]

Der originale Stalag Riddim

Bevor Experten in den Kommentaren einschreiten: Jupp, Winston Riley hat den originalen Stalag schon Anfang der 70er Jahre auf seinem Label Techniques veröffentlicht. In den 80ern kam nochmal richtig Dancehall-Schwung rein, unter anderem mit Sister Nancy und Tenor Saws Ring The Alarm. Das Lied hat die dufte Sängerin Dionne Reid aus London 2016 neu interpretiert. Hörenswert.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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