Trettmann kommt im Anorak mit Megaloh und KitschKrieg

Ich kann mit Trap nicht sehr viel anfangen, aber ich freue mich über die Liebe, die Trettmann aktuell für seine Arbeit bekommt. Anorak heißt der frische Killer mit Megaloh, produziert von KitschKrieg.

Als Nostalgiker hüpft mein Herz, wenn ich die Reggaebeats im Chorus höre, Trettmann ein bisschen Patois raushaut und Super Cat erwähnt.

Drüben bei Noisey haben sie Anorak gestern zum tagesbesten Musikvideo der Welt gewählt. Schwarz-Weiss-Optik mit ein bisschen Rauch, ein bisschen Licht, zwei Typen in Anoraks. Keine Waffen, keine Mädels, keine Mietautos. Trettmann und Megaloh kommen ganz ohne schmückendes Beiwerk aus.

Der finstere Beat rollt und bekommt durch die Reggae-Sequenzen eine chillige Note. Ein starker Kontrast zu Megalohs Wortgehacke, das mich stellenweise herausfordert. Einerseits nervt mich dieser Stotterstil unheimlich, als würde jemand Kommentare unter Kollegah-Videos oder Tweets von Dagi-Bee-Fans runterrappen.

Andererseits erinnert mich dieses Trap-Ding ein bisschen an die Dancehall Deejays der 80er Jahre, auch wenn es ganz anders klingt. Aber damals ging auch Stil über Inhalt. Ich habe keine Ahnung, was Megaloh und Trettmann mir sagen wollen, aber Stil haben sie und sie spielen perfekt zusammen. Und Trettmann verdient wirklich jede Liebe für seine Lässigkeit, aber das habe ich schon geschrieben.

Am 15. Februar 2017 kommt ihre gemeinsame EP Herb & Mango. Mal schau, was da so drauf ist. Vielleicht mehr von dem hier.

Anorak ist ein weiteres gutes Beispiel für Flos Beobachtung, dass Reggae und Dancehall wieder in den Mainstream eintauchen, wenn auch meist als Gemisch mit anderen Genres.

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