Warum ihr 2017 ein Konzert des Berlin Boom Orchestras besuchen solltet

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berlin boom orchestra, konzert, so36

Das Berlin Boom Orchestra verfolge ich seit 2009 mal weniger und mal mehr. Seit einigen Monaten eher mehr, weil wir uns persönlich kennengelernt und zusammen das politische Statement Nachricht An Frauke aufgenommen haben. Und weil wir damit auch noch live im YAAM aufgetreten sind. Dafür bin ich sehr dankbar.

Klar, dass ich die dufte Kapelle bei ihrem Konzert im SO36 besucht habe, um ihr 10-jähriges Bestehen zu feiern. Ein grob zweistündiger Abriss.

„Berlin Boom Orchestra steht für modernen, tanzbaren Reggae jenseits des gängigen Klischees vom tiefenentspannten Feel-Good-Gedudel. Direkt aus den dreckigen Clubs der Hauptstadt trifft Fickfinger-Attitüde auf Lovers Rock, Pro-Homo auf knallharten Dancehall und kritische Theorie auf urbane Bassmusik.“

So beschreibt sich das Boom Orchestra auf seiner Website und das hier ist eines der wenigen Male, in denen ich eine Selbstbeschreibungen einfach übernehme, weil sie wirklich stimmt.

Berlin Boom sind … unkonventionell

Ich mag diese bunte Truppe, die sich an keine Konventionen hält. Im SO36 sah Schlagzeuger Berhold mit seiner ins Gesicht hängenden Mähne eher nach dem Undertaker (für Nicht-WWF-Kenner: Wrestling Legende) als nach einem Reggaedrummer aus. Frontmann Filou trug sein Basecap auf dem Hinterkopf, wie ich es sonst eher von … Weddinger Halbstarken kenne.

Berlin Boom sind … Ska bis Dancehall

Ich mag die dufte musikalische Mischung aus Dub, Ska, Reggae, Dancehall und Rub-a-Dub. Es gibt ruhige Stücke zum Zuhören und Nachdenken. Es gibt Bretter zum Springen. Immer abwechslungsreich, nie langweilig. Im SO36 haben vor allem die früheren Ska-Nummern gezündet, nicht zuletzt wegen des kompletten Bläserteams. Ich hab bisher noch keinen Posaunisten gesehen, der gleichzeitig bläst und springt. Big UP! Andre.

Berlin Boom sind … Reggae Punks

Ich mag die oben im Zitat schon erwähnte „Fickfinger-Attitüde“. Frische Lyrics auf den Punkt, die direkt ins Gesicht gehen und ihre Aussagen nicht hinter Methaphern verstecken. Gehört wie gesungen ohne Rücksicht auf Verluste und gern mal gegen den Strom. Zum Beispiel haben Berlin Boom mit Collie Contemplation den vermutlich ersten deutschsprachige Reggaetune mit kritischem Blick auf Rauchkraut & Legalisierung gemacht. Mehr über die Inhalte lest ihr im Review zum aktuellen Berlin Boom Album Kopf, Stein, Pflaster.

Berlin Boom hat … ein geiles Publikum

Ich kann jetzt natürlich nur für Berlin und das Konzert im SO36 sprechen, aber: Ich habe selten so viel Kontakt zu fremden Menschen auf Konzerten gehabt. Sei es die nette Dame in der Warteschlange der Garderobe, die uns nach 4 Stunden wiedererkannte und mit uns noch kurz das Konzert auswertete. Oder der Typ, der im Vorbeigehen seine Mundwinkel mit zwei Fingern zu einem Lächeln hochzog, um mich in Stimmung zu bringen … und sich dann bedankte, dass ich mitmachte. Die Leute ließen ihre Telefone in den Taschen und verfolgten das Konzert lieber direkt. Ist auch selten geworden.

Und fast zum Schluss, aber eigentlich ganz vorn anzusiedeln: Das Berlin Boom Orchestra sind unglaublich sympathische Menschen. Als ich damals mit meiner Idee zu Nachricht An Frauke in ihren Proberaum kam, fühlte ich mich sofort aufgenommen. Alle haben sich reingehangen, damit wir ein duftest Ergebnis hinbekommen. #EeneLiebe

Berlin Boom Orchestra auf 7inch

Neben all den Eindrücken habe ich vom Berlin Boom Orchestra Konzert noch ihre 7inch mitgenommen. Nein, nicht geschenkt bekommen, sondern tatsächlich gekauft, weil ich der Band jeden Cent gönne, damit sie weitermacht. Obwohl das Geld dafür sicher der geringste Grund ist.

Berlin Boom Orchestra / Retro / Collie Contemplation (Springstoff)
Berlin Boom Orchestra / Retro / Collie Contemplation (Springstoff)

Die 7inch mit den Liedern Retro und Collie Contemplation bekommt ihr auf den Konzerten oder bei Springstoff.

Vielen Dank auch an Lou Large / ReggaeinBerlin.de für die Zwischenbeschallung und an die Vorband JBC Radio.

Jetzt solltet ihr genug Gründe haben, warum ihr ein Konzert der Berliner besuchen solltet. Geht hin, nehmt die Inhalte und die Energie mit und macht die Welt ein bisschen besser.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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