Flo Mega kommt mit der Reggae-EP Zebra im Rub-a-Dub Stil

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik
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Der dufte Flo Mega haut endlich die Rub-a-Dub / Reggae-EP raus, die ich schon vor Monaten bestellt habe. Zebra heißt sie und kommt mit vier Liedern sowie zwei Remixen.

Anfangs skeptisch, bin ich verliebt und setze das Projekt nach ganz oben auf meine Jahresbestenliste.

Als Flo Mega im Dezember 2014 über den Sleng Teng Riddim galoppierte, hing ich gefühlte zwei Stunden am Rechner und starrte auf den Bildschirm. Herrlich dreckig ins Kopfhörer-Mikrofon gerotzt.

Einige Monate später kam Lamm Vindaloo hinterher, mit dem Flo auf die Flüchlingskrise reagierte. Inhaltlich über alles erhaben und wieder dreckiger Kopfhörer-Stil.

Flo Mega – Sleng Teng Riddim Exercise

Meine persönliche Messlatte für die Reggae EP war hoch und nach ersten Auszügen und dem vorab per E-Mail veröffentlichten Lied Marlboro Mann sah ich Flo Mega schon drunter durch laufen. Die ausproduzierten Nummern waren mir nicht dreckig und roh genug. Inzwischen habe ich die komplette EP gehört.

Zebra EP im Gesamteindruck

Flo ist mein Sergey Bubka des deutschsprachigen Reggaes 2016. Gefühlt eine Armlänge über der Stange. Die Zebra EP ist nicht dieser übliche deutsche Reggae, der zwischen Party, Hoffnung und Weltuntergang stattfindet.

Flo Mega – Zebra EP (Snippet) VÖ: 15.07.2016

Hinter den Liedtitel Marlboro Mann, Die Teller Der Anderen, Ne Bude In Jamaica und Lamm Vindaloo stecken zwar zum Teil erste Thema. Flo Mega verpackt sie aber astrein im lässigen Rub-a-Dub-Stil: schnell gesprochene Intros, Zwischenrufe, einfache Endreimketten über mehrere Zeilen und klassische Wiederholungen wie diese:

„Ein voller Teller, ein voller Teller, voller Wunder
Ein voller Teller, ein voller Teller
Ein voller Teller, ein voller Teller, guten Hunger
Ein voller Teller, ein voller Teller“

oder

„Wenn du was erreichen willst, dann buckel bis du platzt, buckel bis du, buckel bis du, buckel bis du Platz“

Stil und Spaß über komplexe Inhalte.

Und Spaß hat Flo hörbar. Zwischendrin greift er bekannte Textstellen auf. Ini Kamozes „Out in the street …“ wird „Draußen im Kiez nennen sie es Burnout“ (Marlboro Mann). Die Hamburger Rapper Dynamite Deluxe hat er mit „Upperclass Affen wollen cool sein wie ich, megamäßig Flows und Styles kicken wie ich“ (Original: Wie Jetzt?) auch verewigt.

Zuletzt hatte ich so viel Freude an deutschem Reggae mit Koda 1 und Bauer Max.

Einzig dieser Kindergesang in Marlboro Mann irritiert mich weiterhin.

Lieder, die ihr auf der Zebra EP hören solltet

Teller Der Anderen feat. Teddy Teclebrhan: saustarke Sänger-Deejay-Kombination auf einem digitalen Instrumental mit der Botschaft: Guck mal, wie gut dein Leben ist. Vergleich dich nicht ständig mit anderen.

Marlboro Mann (JariOne Remix): Rub-a-Dub ist hier nur Flo Mega, bassgewaltiger Remix ohne Kindergesang und Gimmicks, pflügt wie ein Flugzeugträger.

Trackliste: Flo Mega – Zebra EP

  1. Marlboro Mann
  2. Teller Der Anderen feat. Teddy Teclebrhan
  3. Ne Bude In Jamaica
  4. Lamm Vindaloo
  5. Marlboro Mann (JariOne Remix)
  6. Marlboro Mann (Max Cole Remix)

Ihr habt was zu ergänzen? Schreibt es gern in die Kommentare.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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