Heute mal HipHop: Ugly Heroes – Everything In Between

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ugly heroes everything in between

Heute muss ich HipHop für euch spielen! Mein Lieblings-Rap-Trio Ugly Heroes sind zurück mit ihrem zweiten Album Everything In Between.

Zwei bodenständige Jungs am Mikrofon und Apollo Browns Instrumentale sind so warm, dass sie Roots Reggae sein könnten.


Houseofreggae.de Rating: 5/5


Everything In Between ist einfach großartige Musik. Punkt. Vierzehn Lieder und alle sind top. Ich hätte nicht gedacht, dass das geht, aber das Album ist noch besser als ihr Erstling Ugly Heroes von 2013.

HipHop ist nicht mein Fachgebiet, aber Apollo Browns Beats würde ich inzwischen raushören, glaube ich. Organisch und warm wie die Roots Riddims der 1970er.

Soul-Samples & zwei ganz normale Rapper

Statt Bläser sind soulige Samples der Teppich, der „… das Zimmer erst richtig gemütlich“ macht. Die Stimmung schwankt zwischen Sonneschein und Gewitter. Häufiger melancholisch, aber nie anstrengend. Ich liebe vor alle die schweren Bretter wie This World und Force Fed.

Die beiden Rapper Red Pill und Verbal Kent sitzen perfekt auf den Beats. Zwei unaufgeregte Typen, die einfach ihre Geschichten erzählen. Keine übertriebenen Vergleiche, kein Doubletime-Stress, kein Reimstakkato.

Wenn ich Everything In Between höre, spüre ich den gegenseitigen Respekt von Produzent und MCs. Jeder bekommt seinen Teil Aufmerksamkeit. Auf den meisten Lieder setzen Red Pill und Verbal Kent erst nach mindesten 30 Sekunden Musik ein. Auch zwischendrin ist immer wieder Luft. Finde ich wunderschön.

Wundschön finde ich auch, wie Apollo Brown die Ugly Heroes einordnet, nachzulesen im Interview bei HipHopDx.

„You got a lot of opposite ends of the spectrum going on in hip hop. You got those at one end that it’s all about money, money, money, bitches, hoes, cars, jewelry, diamonds, blah blah blah all that good stuff and you got the other end where it’s rob, shoot, kill. […] We’re the people that everyone can relate to; […] The mechanics and the mailmen, the family people who go grocery shopping on Sunday and wake up and go to work on Monday.“

Es gibt die Party-Rapper und die Ganster-Rapper. Die Ugly Heroes sehen sich eher als die normalen Leute mit einem normalen Leben und normalen Jobs.

Das ist keine Rolle, sondern Tatsache: Red Pill liefert Lebensmittel für seinen Vater aus und Verbal Kent betreibt ein paar Kaffeeläden in Chicago. Steht so zumindest im bereits erwähnten Interview-Artikel.

Ugly Heroes – Everthing In Between

Genau solche Typen fehlen mir vor allem im deutschen Reggae. Normale Jungs mit alltäglichen Themen.

Ihr habt was zu ergänzen? Schreibt es gern in die Kommentare.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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