ManuDigitals Album zeigt digitalen Reggae in voller Breite (Review)

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik
ManuDigital / Digital Pixel (XRayProduction, 2016)

Wenn digitaler Reggae aus Europa, dann ManuDigital. Der Franzose ist schon seit Jahren dabei, hat unzählige Videos gedreht, EPs veröffentlich – nur ein Album fehlt bisher.

Seit Februar 2016 rotiert sein Debüt Digital Pixel, auf dem Manu die Grenzen des digital Klangkosmos auslotet.

Wer ist dieser ManuDigital?

Falls ihr ManuDigital nicht kennen solltet, ein kurzer Lebensabriss: mit 13 lernte er Bass, mit 16 spielte er in seiner ersten Reggaeband. Es folgten ein eigenes Soundsystem und vier Jahre Jazz-Schule. Und irgendwann dann die totale digitale Liebe.

Seitdem produziert und tüffelt ManuDigital wie kaum ein anderer in Europa an seinem Sound. Wenn hier jemand die viel zitierte Ein-Mann-Armee ist, dann er.

Die Ergebnisse könnt ihr unter anderem auf YouTube sehen und hören (wenn ihr die GEMA / YouTube Sperre umgeht). Legendäre Digital Sessions, in denen Manu mit Keyboard auf den Schenkeln dufte Instrumentale raushaut, auf denen vor allem französische Künstler reiten.

manudigital
ManuDigital / Foto: (c) Stéphane Buttigieg

Eine andere Serie heißt Back Inna Days, die Manu ausschließlich in seinem raumschiffartigen Studio gedreht hat. Der Meister spielt Klassiker wie den Punany Riddim, Wayne Smiths Under Mi Sleng Teng oder Junior Reids One Blood nach.

Kürzlich war ManuDigital auf Jamaika unterwegs und brachte die Digital Kingston Session mit. Dufte Sausen mit Degree, Josey Wales und Cali P.

Ein vielbeschäftigter Mann. Deshalb hat es mit dem Album wohl ein bisschen länger gedauert.

Digital Pixel im Gesamteindruck

Digital Pixel ist die bunteste Digital Reggae Platte 2016, das steht fest: Loungemusik, Raggamuffin, Rub-a-Dub, Steppers, synthetischer Roots Reggae … von melodiös bis harte Kante ist alles dabei. Liest sich wirr, klingt im Zusammenspiel aber sehr rund.

Ein paar Lieder kennt ihr vielleicht schon von der EP-Serie Digital Lab mit Marina P, Peter Youthman und George Palmer. Ich finde es sehr sympathisch, dass Manu vor allem aufstebende Künstler eingeladen hat und nicht ausschließlich auf Veteranen und große Namen setzt.

Mit King Kong, Jamalski, Danakil und Errol Dunkley sind zwar ein paar dabei, es wäre aber sicher mehr drin gewesen.

Lieder, die ihr auf Digital Pixel unbedingt hören solltet

Must Get Panic feat. Peter Youthman: Der Franzose hat unfassbar viel Stil und reitet das Instrumental wie irre. Ein Lied für alle, die auf endlose Reimketten und Deejaying aus den 80er stehen. Mir gefällt aber der trockenere Must Get Panic-Mix besser, den ManuDigital mit Peter für die Digital Lab Vol. 2 EP gemacht hat. Klingt richtig nach Soundsystem Session.

Look At The Tree feat. Blundetto & Errol Dunkley: Eine loungige Version von Dennis Browns Created By The Father mit Melodica, ein bisschen Gesang von Dunkley und Dub. Läuft direkt nach Peter Youthman und wirkt deshalb wahrscheinlich noch entspannter.

Trackliste: ManuDigital – Digital Pixel

  1. Digital Luvin feat. Bazil
  2. Politic Man (Remix) feat. Soom T
  3. Come Inna Di Dance feat. George Palmer
  4. Saudades feat. Flavia Coelho
  5. Crazy feat. Taiwan Mc
  6. Manudigital Affair feat. Joseph Cotton & King Kong
  7. Retreat feat. Don Camilo
  8. Must Get Panic feat. Peter Youthman (HÖRTIPP)
  9. Look At The Tree feat. Blundetto & Errol Dunkley (HÖRTIPP)
  10. Already Midnight feat. Marina P
  11. Full Control feat. Joseph Cotton
  12. Bad Boys feat. Jamalski
  13. Big Up feat. Sara Lugo
  14. Mali (Remix) feat. Danakil
  15. Digital Robot feat. George Palmer

Persönlicher Hinweis: Ich habe ManuDigital kürzlich interviewt und einen langen Text für das nächste Riddim Magazins (Juli / August / September 2016) geschrieben. Unter anderem erfahrt ihr, wie seine Videosessions entstehen.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

1 Gedanke zu „ManuDigitals Album zeigt digitalen Reggae in voller Breite (Review)

  1. Mit „Look At The Tree feat. Blundetto & Errol Dunkley“ hast Du vollkommend recht.

    Aber es fehlt noch:

    „Saudades feat. Flavia Coelho“
    „Crazy feat. Taiwan MC“ auch der hier der „Chakro & Siveart Remix“ wenn man auf Drum & Bass steht nicht vergessen werden
    Und da ich voll auf Sara Lugo abfahre darf auch „Big Up feat. Sara Lugo“ nicht fehlen.

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