Zu Besuch bei den Basskateers in Jena

Kategorien Soundsystems, Veranstaltungen
basketeers jena

Marc von High Smile Hifi getroffen: Check.

Das Soundsystem der Basskateers im Einsatz gefühlt: Check.

Tonto Addi endlich mal live erlebt und kennengelernt: Check.

Was sonst noch beim Dubliftment! in Jena passiert ist, seht und lest ihr nachfolgend. Spoiler: O.B.F. war mit Sänger Shanti D dabei.

Ich bin ein bisschen auf Soundsystem-Tour. Nach dem Subliftment bei Irie Ites in Kassel war diesmal Jena dran. Dort haben die Basskateers mit dem Dubliftment! eine ähnlich klingende Reihe. Allein für den Klub solltet ihr unbedingt mal hinfahren.

Das Kassablanca Gleis 1 war früher vermutlich ein Lokschuppen. Heute ist es ein Veranstaltungsort mit Turmkaffee, ziemlich vielen verwinkelten Ecken und teilweise echt urigen Mitarbeitern.

In den Konzertraum passen wohl bis zu 700 Leute. Für das Dubliftment! wurde er ein bisschen verkleinert. Trotzdem gab es das volle Programm inklusive Lichttechniker, Videoanimation und natürlich dem fetten Soundsystem der Basskateers.

baskateers sound
Eines der schönsten deutschen Soundsystems: Baskateers

Wunderschöne Anlage, oder? Klingt auch sehr gut und als ich zwischendurch vor der Boxenwand stand, flatterte die Hose. Später erfuhr ich, dass sie nicht auf voller Kraft lief, weil neue Teile getestet wurden.

Basskateers, das sind Signore Sereno und Steve an den Plattenspielern, Tino am Kontrollturm und Martin an den Effekten. Sehr dufte Jungs. Dazu gehört noch ein größeres Helferumfeld. Klar, diese fetten Boxen schleppt niemand allein.

basskateers crew
Basskateers v. r.: Signore Sereno, Steve & Tino + Martin (hinten am Tower versteckt)

Zum Dubliftment teilten sie sich die Plattenspieler unter anderem mit Hardy Digital aus Berlin. Hab ich leider verpasst, weil wir noch oben im Turmcafe saßen.

Als wir runterkamen, rumste heftig Steppers aus dem Soundsystem. Die Basskateers spielten ein paar eigene, bisher unveröffentlichte Produktionen. Etwas mit Trompete. Wird richtig gut, kann ich euch schon mal verraten.

Ab und an testeten Tonto Addi, Likkle Ferguson und Cookah das Mikrofon. Drei äußerst talentierte Franzosen. Gefühlt war Steppers nicht ganz ihr Sound. Die Jungs reiten eher digitale Riddims, was später ausgiebig passierte.

Lustigster Moment: Mein Lieblings-MC Longfingah wollte auch loslegen. Nach zwei Sätzen war das Mikrofon zu, weil O.B.F. an der Reihe waren. Zum kurzen Selbstfeiern reichte es noch.

likkle ferguson, tonto addi, cookah
Deejays galore: Likkle Ferguson, Cookah & Tonto Addi (v. l.)

Rico vom französischen O.B.F. Soundsystem kam mit Sänger Shanti D. Den Namen habe ich schon häufiger gelesen und sicher steht eine seiner Platten in meinem Schrank. Richtig auf dem Schirm hatte ich Shanti D bisher aber nicht.

Vor seinem Auftritt sprachen wir mit ihm. Sehr ruhiger, sympathischer Typ. Am Mikrofon ein absoluter Profi. Was er mit O.B.F. ablieferte, war fast Choreografie. Erst Lied, dann Version reiten. Zwischendurch ein bisschen Freestyle und derbe Dubplates von Burro Banton.

Immer genug Raum für die Musik und nicht diese nervigen Zwischenrufe, wie ich sie auf einigen Dancehall-Sausen erlebt habe.

obf soundsystem, shanti d
Rico von O.B.F. Soundsystem und Shanti D (v. r.)
O.B.F. Rico an den Reglern und Shanti D am Mikrofon
O.B.F. Rico an den Reglern und Shanti D am Mikrofon

Das Publikum fands auch dufte, glaube ich.

Dubliftment! Publikum
Dubliftment! Publikum

Nach O.B.F. folgte die erwähnte digitale beziehungsweise Rub-a-Dub-Session. Die Basskateers sattelten die Plattenspieler mit ein paar klassischen Instrumentalen, auf denen Likkle Ferguson, Tonto Addi und Longfingah sich auslebten. Mein persönlicher Höhepunkt des Abends. Fast so dufte wie neulich die Session mit der Upfull Posse in Paris.

likkle ferguson
Habt ein Ohr auf diesen Mann: Likkle Ferguson
longfingah, tonto addi
Longfingah und Tonto Addi in Kombination

Den Likkle Ferguson solltet ihr auf dem Ohr behalten. Der brennt. Zum Beweis spiel ich euch ein Dubplate für High Smile Hifi.

Derbe, oder? Die Taschen voller Texte. Ein paar Mal habe ich das Mikrofon auch getestet. Wahnsinnig aufregendes Gefühl, wenn die Profis danebenstehen. Für solche Momente bin ich den Leuten und meinem Blog sehr dankbar. Das passiert ja nicht einfach so.

Und da ich gerade bei dankbar bin: Lieber Signore Sereno und Crew, vielen, vielen Dank für die Einladung, die unglaublich dufte Betreuung (wir haben in einem umgebauten Schlafzug geschlafen), Versorgung und natürlich die großartige Musik.

Geht unbedingt zu solchen Soundsystem-Session. Unterstützt die Leute! Dieses Geschäft ist pure Liebe. (Zumindest habe ich es bisher so kennengelernt.)

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

6 Gedanken zu „Zu Besuch bei den Basskateers in Jena

  1. War auch da. War schon ein schöner Abend auch wenn ich nicht lange bleiben konnte.
    Allerdings wirkte der Sound am Anfang nicht ausgewogen und war auch sehr monoton, was allerdings mit der Zeit besser wurde…

    1. Salut Simon,
      schade für dich, dass du die Rub-a-Dub-Session nicht mehr erlebt hast ;) Vorher war es schon ein bisschen monotoner, Steppers halt, muss man drauf eingestellt sein. Ich mag das ab und an sehr gern.

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