Warum ihr Raging Fyah live erleben müsst

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Raging Fyah bei der Destiny Tour 2015 in München

Im Rahmen ihrer Destiny Tour 2015 haben Raging Fyah ein Konzert in München gespielt. Ich war dabei und eins schon mal vorweg: Die Band ist Extraklasse!

[Anm. Socialdread: Ich habe Raging Fyah einen Tag später in Berlin erlebt und bin ähnlich beeindruckt wie Martin. Dazu später mehr]

Wenn es um die Roots Reggae Bewegung und den damit verbundenen Aufschwung der Reggae Musik geht, dann ist Raging Fyah an vorderster Stelle zu nennen. Sie waren es, die als Alternative zu den Dancehall Partys in Kingston am Wickie Wackie Beach mit Live-Musik den schlafenden Riesen weckten und den Stein ins Rollen brachten.

Viele sind ihnen dankbar dafür. Dazu gehöre auch ich. Von ihrem ersten Auftritt in Stuttgart vor zwei Jahren bin ich immer noch begeistert. Oft erzähle ich davon in der Runde unter Gleichgesinnten.

Gleiches gilt für ihren ersten Longplayer. Mit Destiny haben sie im letzten Jahr ein für meinen Geschmack leicht schwächeres Album abgeliefert. Aber das ist zu vernachlässigen, denn Raging Fyah kann eine Sache besonders gut: Konzerte spielen. Das hat das Kollektiv um Sänger Kumar Bent einmal mehr in München unter Beweis gestellt.

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Raging Fyah Frontmann Kumar Bent in München
Raging Fyah Bassist Delroy Hamilton
Raging Fyah Bassist Delroy Hamilton

Es war der ganz besondere Irie Vibe, der mich in den Club Backstage lockte, und den Raging Fyah transportieren, wie im Moment keine andere Band im Reggae Geschäft. Wer einmal ihren Hit Judgement Day live gehört hat, dem bleibt er für viele Tage im Ohr, als wenn jemand die Wiederholungstaste dauerhaft betätigt.

Die Jungs wissen einfach, wie man live spielt. Nämlich mit ganz viel Hingabe und Leidenschaft zur Musik. Einfachheit lautet das zweite Geheimnis. Ohne „Pull Ups“, „Mix-Section“ und sonstige Spielereien führte Raging Fyah durch das Konzert und blieb dabei immer authentisch, auch bei den Coverversionen No Woman No Cry oder Dont`t Haffi Dread von Morgan Heritage.

Raging Fyah, Destiny Tour 2015 in München
Raging Fyah, Destiny Tour 2015 in München
Kumar Bent an der Percussion
Kumar Bent an der Percussion
raging fyah kumar bent
Kumar Bent an der Gitarre

Das ausverkaufte Backstage war begeistert. Lautstark sang das Publikum die Texte mit. Es ist einfach schön anzusehen, dass der Roots Reggae lebt und mit Raging Fyah einen würdigen Nachfolger von Bands wie Israel Vibration, Culture oder den Gladiators gefunden hat.

Raging Fyah in Berlin – der pure Wahnsinn!

[Anm. Socialdread: Wie oben angekündigt, klinke ich mich hier mit meinen Eindrücken aus Berlin ein. Ich habe in letzter Zeit selten so einen krassen Unterschied zwischen Konzert und Album erlebt wie bei Raging Fyah.

Vielleicht lag es an der wuchtigen Anlage im YAAM, dass das Konzert fast eine Soundsystem Session war. Vor allem aber lag es daran, dass Raging Fyah einige Lieder um Dubversionen verlängerten, die ihr auf keinem Album bekommt. Und allein die Klangwelle, mit der sie Judgement Day einleiteten – Wahnsinn! Purer Wahnsinn!

Ein schöner Moment: Keyboarder Demar Gayle bekam die Melodica nicht rechtzeitig in den Mund, lachte über sich und „improvisierte“ einfach am Keyboard. Mich hat auch sehr beeindruckt, wie schnell Frontmann Kumar Bent vom Gesang an die Gitarre und die Percussion wechselte. Und wenn er nicht konnte, übernahm Bassist Delroy Hamilton. Tolles Zussamenspiel.


Natürlich habe ich mir beim Konzert gleich das Destiny Album auf Schallplatte gekauft. Aber ganz ehrlich: Nach dem gewaltigen Konzert wirken die Aufnahmen wie laue Lüftchen. Einzig Dance With You kommt noch nah an das Erlebnis heran. Ende der Anm.]

Ward ihr zufällig auch bei einem der Raging Fyah Konzerte in Köln, München oder Berlin? Wenn ja, schreibt bitte in die Kommentare, wie ihr die Auftritte erlebt habt.

Martin
Roots, Dub, Foundation, Early Dancehall - die Reggae Welt ist groß, bunt und mehr als nur meine Leidenschaft.

6 Gedanken zu „Warum ihr Raging Fyah live erleben müsst

  1. Raging Fyah waren großartig im Yaam! Sie sind eine echte Band, deren Botschaften direkt das Herz berühren. Sie machen echte Musik und beherrschen ihr Handwerk, was man leider von dem Gastauftritt des Sheriffs (bei einem song an der percussion) nicht behaupten kann und auch der Auftritt des deutschen Reggae Cowboys im Vorprogramm war mehr als enttäuschend. Seine Botschaft, dass sich doch endlich mal der Mainstream dem Reggae gegenüber öffnen sollte- war einfach nicht ausreichend- in Zeiten von Krieg, Hunger, Migration, Klima, Atom undundund
    Schade das dieser großen Band aus Jamaica diese deutschen Auftritte nicht erspart blieben. In diesem Sinne- mehr Liebe

    1. Salut Lisa, mit dem deutschen Reggae Cowboy Chris Toppa konnte ich mich auch nicht richtig anfreunden. Zwischenzeitlich hatte ich sogar Mitleid, weil das Publikum so gar nicht mitmachen wollte. Dass er sein Konzert dann aber mit einer gerissenen Saite runterspielte, fand ich stark. Ebenso stark fand ich, dass Raging Fyah ihren Promoter erster Stunde auf die Bühne holten und ihn an die Percussion ließen. Und meiner Meinung nach hat der Sheriff das gut gemacht. Aber ich bin auch kein Klangexperte.

  2. Danke für den Beitrag!
    Wenn ich den nicht früh genug gelesen hätte, wäre ich gestern vll gar nicht auf deren Konzert, aber wie geschrieben, sind Raging Fyah live der Wahnsinn!
    merci!

    1. Hallo N’ya, schön, dass Martin und ich dich überzeugen konnten, das Konzert zu besuchen. Haben Raging Fyah gestern in Warschau gespielt?

    1. Interessant. Hier in Berlin wurde auch kaum Werbung für das Konzert gemacht. In Polen waren sie zumindest (laut Instagram) im Fernsehen und im Radio.

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