Review: Longfingah feat. Rude Riddim – Rebel Style

Kategorien Alben & EPs, Gute Musik

Eigentlich kommt das Review ein Jahr zu spät, denn Longfingahs Solo-Debüt Rebel Style ist schon 2006 erschienen. Doch auf der Suche im Internet ist kaum etwas darüber zu finden – bis auf den Link zum Download .

Und das, obwohl es der Tune Rebel Style immerhin auf die CD-Beilage des Riddim Magazine 02/06 geschafft hat. So mache ich es mir zur Aufgabe, diesem höchst sympathischen Wahl-Berliner die Ehre zukommen zu lassen, die ihm gebührt.

Die ersten Gehversuche am Mikrofon unternimmt Longfingah, bürgerlicher Vorname Hagen, Mitte der 90er Jahre als Hip Hop MC und später Frontmann der Ska-Band Ska-T. Nach einem Ortswechsel in die Hauptstadt 2003 verbindet er sich mit der Reggae-Kapelle Wood In Di Fire, bei deren monatlichen Konzerten im Berliner Schokoladen er regelmäßig auf die Bühne gerufen wird.

Im gleichen Jahr veröffentlichen Wood In Di Fire ihr erstes Album Que Pasa, auf dem Longfingah mit zwei Songs vertreten ist. 2005 folgt das Album Off the Hook (Moanin‘ Mu), und auch hier ist Longfingah wieder dabei; unter anderem mit meinem persönlichen Lieblingsstück Soulfire – eingesungen auf einer Version des Ethiopians-Krachers I’ll Never Get Burned. Nach diversen Soundsystem-Shows ist die Zeit nun reif für etwa Eigenes, reif für Rebel Style.

Auf einem musikalischen Bett, hauptsächlich aufgeschüttet von der Rude Riddim Band und Soundproof, präsentiert sich Longfingah mit seinem gewohnten Singjay-Style, der vor allem durch die früheren Dancehall-Jahre Anfang der 90er inspiriert ist.

Für Takin Over bedient er sich bei Johnny Osbourne, und auch auf Run Weh ertönt ein eingängiges Budy Bye Bye, Budy Bye Bye, Budy Bye Bye. Die Nummer an sich ist aber in der heutigen Dancehall angesiedelt und könnte im Plattenregal gut neben T.O.K.s Runaway auf dem Seniorita-Riddim (Kingstone Records) stehen.

Gimme Some More klingt nach den guten Jahren der Berliner Vorzeige-Band Seeed – nur dass Longfingah das als Ein-Mann-Show durchzieht. Ab und an blinzelt seine Hip Hop-Vergangenheit durch wie etwa auf We Nuh Stop. Den Abschluss macht eine Tanzaufforderung an die Damenriege auf dem schönen Serve Jah-Riddim (Black Scorpio).

2008 soll das zweite Album erscheinen, produziert von Firetower Productions, wo Wood In Di Fire-Drummer Lukas Leonhardt an den Reglern sitzt.

Trackliste: Longfingah feat. Rude Riddim – Rebel Style

  1. Takin Over
  2. Rebel Style
  3. Run Weh
  4. Big Deal
  5. Gimme Some More
  6. Buss It Out
  7. Time A Come
  8. We Nuh Stop
  9. Question
  10. Go Dong
Nils
Reggae Vinyl Liebhaber, Sound System Enthusiast, digital interessiert, freier Autor beim Riddim Magazin. Musiktipps immer gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

2 Gedanken zu „Review: Longfingah feat. Rude Riddim – Rebel Style

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