Review: Tour De Force / Battle Cry

Kategorien Gute Musik
tour de force, battle cry, dub-stuy records
tour de force, battle cry, dub-stuy records
Tour de Force / Battle Cry (Dub-Stuy Records, 2014)

Dieser Beitrag ist überfällig, denn Double Tiger und DJ Q-Mastah alias Tour de Force haben ihr gewaltiges Album Battle Cry schon im Februar rausgehauen. Sie waren sogar so freundlich, mir eine Schallplatte zu schicken – aus New York.

Ich habe hier und hier schon über Tour de Force geschrieben, weil mich die Jungs echt beeindrucken. Sie sind recht frisch dabei, haben aber ein 15.000 Watt handgebautes Sound System, beste Kontakte und ihr eigenes Label Dub-Stuy Records. Darauf veröffentlichten Tour de Force im Dezember 2013 die Old Time Love EP. Jay Spaker aka Double Tiger beweist, dass er nicht nur produzieren, sondern wirklich gut singen kann.

Double Tiger & Q-Mastah vor dem Tour de Force Sound System
Double Tiger & Q-Mastah vor dem Tour de Force Sound System

Old Time Love ist auch auf Battle Cry vertreten, einer von zehn Höhepunkten auf einem Album mit zehn Liedern. Ich habe bisher noch keine Platte gehört, die so konsequent und gut Altes mit Neuem verbindet. Die Zutaten: Reggae, Dub, Dubstep, eine Prise Dancehall, ordentlich Bass und Bläser, Bläser, Bläser.

Schon das Titellied Battle Cry rollt wie ein unbesiegbarer Panzer. So habt ihr Dennis Browns Promise Land Thema sicher noch nie gehört. Ebenso monströs kommt Warmongers rein, für das sich Tour de Force bei Satta Massagana von The Abyssinians bedienen. Pool Party ist ein weiterer Ausflug in die jamaikanische Musikgeschichte. Auf dem Sleng Teng Riddim verbreitet Jahdan Blakkamoore mindestens so gute Laune wie kürzlich Ronny Trettmann.

Weitere Gäste sind Brother Culture, der Roots Lyrics feiert, und Luciano mit Where Do We Go Wrong. Großartig, wie der Botschafter auf diesem schweren Instrumental sitzt. Direkt danach verewigt sich Jay Spaker mit A Little Bit More ein weiteres Mal auf dem Album. Im direkten Vergleich mit Luciano zeigt sich für mich noch mehr, dass er Stimme hat. Ich freue mich sehr auf mehr Lieder von ihm.

Und plötzlich ist Battle Cry vorbei. Unerwartet entspannt, fast schon meditativ ziehen sich Tour de Force vom Schlachtfeld zurück. The Traveler bereinigt das Gehör von der unfassbaren Wucht der vorherigen Lieder. Ich geh voll mit Erik Magni mit, der schreibt:

„Make sure to tell your neighbours before you spin this album, otherwise you might find yourself out on the street. Not everyone appreciate a real ground-shaker.“

Battle Cry Teaser

Liederliste (Vinyl)

Side A

  1. Battle Cry
  2. Roots Lyrics feat. Brother Culture
  3. Strong to Survive
  4. Pool Party feat. Jahdan Blakkamoore
  5. Old Time Love feat. Jay Spaker

Side B

  1. Tiger Style
  2. Where Do We Go Wrong feat. Luciano
  3. A Little Bit More feat. Jay Spaker
  4. Warmongers
  5. The Traveler

Das Album könnt ihr direkt bei Dub-Stuy oder im digitalen Geschäft kaufen. Falls ihr noch weitere Meinungen lesen möchtet, empfehle ich Dubmassive, BassComeSaveMe und FatKidOnFire.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

3 Gedanken zu „Review: Tour De Force / Battle Cry

  1. High SocialDread,

    freut mich, daß wir uns auch mal hundertprozentig ( ich hab´s irgendwie mit Prozenten ) einig sind. Die Scheibe stand bei mir schon wider zu weit hinten in meiner Kiste, so daß ich sie beinahe schon wider vergessen hätte. Ich konsumiere einfach „zu viel“ ( zu viel geht ja nicht ) Reggae, so daß mir sowas echt viel zu oft passiert.
    Jedenfalls hatte ich gestern wieder einen Superabend, weil ich die Scheibe aufgrund deines Artikels hier gleich nochmal aufgelegt habe. Wie meine Nachbarn das fanden, weiß ich noch nicht ,…… inzwischen sollte aber auch ein gewisser Gewöhnungseffekt bei meinen Nachbarn eingetreten sein.
    Als DubFan bekomme ich normalerweise bei dubstep Fußpilz in den Ohren aber es gibt immer wieder Musiker, die es schaffen, daß dubstep hörbar, ja sogar gut rüber kommt.
    Dazu gehören jetzt auch Tour De Force. Auch High Tone hat schon Dubstep-Elemente verwendet, mit denen ich bestens klarkam. Die Franzosen haben es anscheinend echt voll im Blut.
    Heute ist die zweite Scheibe von Tour De Force dran. Da sind dann nochmal die Dubs vom Dub drauf. Ich weiß nicht, ob die auch auf Deiner Vinyl-Scheibe sind.
    Von mir aus hätte der Computer niemals erfunden werden müssen. Meine Welt war auch so in Ordnung. Aber es ist auch schön, immer wieder zu sehen, daß ich doch nicht der einzige auf der Welt bin, der sich gerne die beste Musik der Welt anhört. Echt gut, daß wir auch darüber nochmal gesprochen haben.

    Give Tanx ……………….. lemmi

    1. Salut Lemmi, ich freue mich, dass ich die Scheibe wieder aus deinem Regal geholt habe ;) Und nein, auf meiner sind keine Dubs drauf. Das Dub-Album haben die Jungs extra veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.