Mein erstes Reggae Dubplate auf Vinyl

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Mein erstes Reggae Dubplate auf Vinyl


Ich habe mir einen Traum erfüllt und zwei meiner Reggae Dubplates auf Vinyl pressen lassen. Vielen Dank an Tobi. Was für ein duftes Gefühl, die schwarze Scheibe aus der Hülle zu nehmen, auf den Plattenteller zu legen, die Nadel zu senken und mein Longfingah Dubplate auf Schallplatte zu hören:

„You keep stand up strong an‘ keep movin‘ on galang deh pon di right way, ca di House of Reggae come along wi di sweet reggae music …“

Klar, ich habe es auch digital, aber das ist etwas ganz Anderes. Heidewitzka, wenn Männer über Gefühle sprechen … Ich sage mal so: Sowohl die digitale also auch die physische Version sind großartig, weil es dasselbe Lied ist. Aber das Dubplate auf Vinyl fühlt sich einfach besser an.

Es ist meine ganz persönliche Pressung, die niemand so schnell kopieren kann. Eine Datei kann ich so oft kopieren, wie ich mag und jeder könnte sie haben.

Es hat Substanz und ich kann es anfassen. Eine Datei kann ich nur klicken und wenn ich den falsche Knopf drücke, ist sie gelöscht. Einfach so weg.

Das Dubplate hat schon jetzt eine vorgeschriebene Geschichte. Später wird mein Kind in Interviews sagen: „Ich erinnere mich noch, wie mein Vater jeden Abend seine Schallplatten aufgelegt hat. Wir haben Zvuloon Dub System gehört und sein duftes Dubplate und …“. Erzählt die Geschichte mal mit Dateien.

Und letztendlich ist Vinyl das entspanntere Medium. Thomas Spindler, Betreiber des Berliner Plattenladens Dodo Beach, hat in einem Interview mit BBC Culture wunderschön gesagt:

If you buy a vinyl record, you buy free time for yourself. You slow down. […] With vinyl, you hold it in your hand. You take your time: put it on the record-player and listen to the music.

Ganz genau. Da kann der Marinelli drüben bei den Blogrebellen (liebe Grüße) gern schreiben, dass Vinyl überbewertet ist. Klar, Schallplatten sind vermutlich nicht zeitgemäß, weil das Plastik nicht umweltfreundlich ist, weil sie groß und sperrig sind und mehr Platz als eine Datei-Sammlung brauchen, weil die Plattenkiste mehr wiegt als das Notebook oder der MP3-Stick.

Aber hey, wie ich bei den Blogrebellen schon schrieb, ich fahre täglich mit dem Rad für die Umweltbilanz. Plattencover sehen einfach besser aus als Dateinamen. Und dann ist da noch der ästhetische Aspekt: Mit einem Notebook oder MP3-Stick trainiert ihr auf keinen Fall eure Oberarme und seht an der Strandbar nicht gut aus.

Nils. Ohne E. Mit Hut.
Schmeißt den Laden hier. Mag Reggae und Rub-a-Dub mit Bass. Und manchmal HipHop. Liebt echte Soundsystems. Schreibt auch für's Riddim Magazin. Musiktipps gern an: nils(at)houseofreggae(dot)de

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