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Sojah: Interview zum Album „Modern Revolution“

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Sojah Modern RevolutionMerk dir den 8. Mai 2009. An diesem Tag erscheint das erste offizielle Album von Sojah: „Modern Revolution“. In Japan haben Konshens und Delus zwar schon eins veröffentlicht, nun gehen die Brüder weltweit auf die Langstrecke. Dafür haben sie sich das österreichische Reggae-Label Irievibrations Records ausgesucht. Warum, das erzählen Sojah im Interview mit Houseofreggae.de.



Ich habe gelesen, dass euer Vater in der Armee war. Inwieweit hat euch das geprägt?

Sojah: Dass unser Vater in der Armee ist, hat uns Disziplin und Stärke gelehrt. Diese Qualitäten sind nützlich im täglichen Leben und besondern im Musikgeschäft, das echt hart ist.

Was würdet ihr heute machen, wenn es nach euren Eltern gegangen wäre?

Sojah: Wahrscheinlich wären wir auch in der Armee oder im College, vielleicht wären wir Lehrer geworden.

Sojah aka Konshens und Delus

Foto: Sojah aka Koshens und Delus

Die Musik hat euch schon weit rumgebracht. Euer erstes Album „Sons Of Jah“ habt ihr in Japan veröffentlicht. Dancehall-Artists wie Ce’Cile, Vybez Kartel oder der deutsche Artist Ill Inspecta haben das auch getan. Warum nimmt man ein ganzes Album für einen asiatischen Inselstaat auf?

Sojah: Die Japaner waren die ersten, die sich für uns begeistert haben, noch vor Jamaika. Also war es für uns nur konsequent, ihnen die gleiche Liebe zurückgeben.

In der aktuellen Ausgabe des Reggae-Magazins „Riddim“ gibt es ein Special über Japan. Die scheinen dort drüben wirklich verrückt nach Reggae und Dancehall zu sein. Hattet ihr ein besonderes Erlebnisse während eurer Tour 2005?

Sojah: Jeder Moment, den wir in Japan verbringen, ist besonders. Es ist unglaublich zu sehen, wie die Leute auf Reggae reagieren. Es war sehr beeindruckend für uns, als ein komplett nicht Englisch sprechendes Publikum unsere Songs mitgesungen hat, Wort für Wort. Music is a universal language.

Euer zweites Album „Modern Revolution“ hat euch nach Österreich verschlagen, zu Irievibrations Records. Wie kam es dazu?

Sojah: Keine Ahnung mehr, wann wir mit Irievibrations zusammengekommen sind, wir kennen uns schon einen ganze Weile. Ich weiß noch, dass sie uns kontaktiert haben, um einen Tune für sie aufzunehmen. Der Riddim, den sie uns geschickt haben, war einer der besten One Drop Riddims, die ich jemals gehört habe und ich leben in Jamaika, der Quelle des Reggae. Ich glaube, es war der „Caribbean Riddim“. Wir haben unseren Tune aufgenommen, die Jungs mochten ihn und seit dem hängen wir zusammen. Wegen der Qualität ihrer Arbeit wollten wir unbedingt ein Projekt mit ihnen machen. Sie hatten auch Lust darauf, also haben wir es angepackt. Wir sind Brüder, sie sind Brüder, da stimmte die Chemie.

Bestimmt war es ein Kulturschock für euch aus der Karibik in die Alpen zu kommen?

Sojah: Einmal mehr wurden uns die Augen geöffnet dank der Musik. Wir reisen unvoreingenommen, um Schockeffekte zu vermeiden (lacht).

Sind die Österreicher ähnlich verrückt nach Reggae wie die Japaner?

Sojah: Die ganze Welt liebt Reggae, aber die Japaner sind führend auf dem Gebiet „mad about reggae“ (lacht). Big Up an alle Japaner!

Gibt es Unterschiede zwischen europäischen und jamaikanischen Produzenten, zum Beispiel in ihrer Arbeitsweise?

Sojah: Definitiv. Die Qualität der europäischen Produktion wird immer besser gegenüber dem verwässerten jamaikanischen Standard. Ein paar Jamaikaner arbeiten daran, den Standard wieder hoch zu bringen.

Koshens und Delus

Foto: Koshens und Delus

Ihr habt mit den Jungs von Irievibrations nicht nur das Album produziert, sondern auch zusammen den Tune „Hands Across The World“ aufgenommen. Mich würde interessieren, wie er entstanden ist.

Sojah: Ein guter Beat, ein schönes Konzept und eine exzellente Botschaft. Es fügte sich einfach zusammen, wie das oft ist mit Themen aus dem Leben. Wir wollten Iriepathie auf einem Track dabei haben und das war der ideale Tune, weil er weltweite Probleme behandelt. Dazu passt auch der sprachliche Unterschied (Iriepathie singen deutsch, Anm.).

Auf dem Album ist eine Akustik-Version eures ersten Hits „Pon The Corner“ drauf. Der scheint euch sehr wichtig zu sein.

Sojah: Ja, dieser Song war unser erster Hit und der Startpunkt unserer Karriere. Es ist sehr wichtig für uns, wo immer und wie immer wir es singen.

Bis auf eine Ausnahme („Nah Bad Like We“) habt ihr ein Modern Roots Album aufgenommen. Ich habe schon oft gelesen, dass die Wurzeln des Reggae, die Roots im Ausland mehr geehrt werden als in eurer Heimat Jamaika. Wie seht ihr das?

Sojah: Ja, aber das ist einfach zu erklären. Jamaika ist die Quelle und das Geschäft verändert sich schnell. In Jamaika folgen die Leute lieber dem Hype, als sich Zeit zu nehmen, um die Musik zu lieben.

Different thing. Seit 2008 seid ihr beide auch als Solo-Artists unterwegs. Ich habe auch einen Bruder, da vergleicht man sich natürlich untereinander. Wie ist das bei euch?

Sojah: Wir sind Artists, Geschäftsmänner, und dann Brüder. Also machen wir immer das, was am besten für die Musik ist. Da gibt es kein Ego.

Das Album “Modern Revolution” erscheint am 8. Mai bei Irievibrations Records.

Trackliste: Sojah – Modern Revolution

  • 01. Intro
  • 02. Babylon Burn
  • 03. So High
  • 04. Positive Vibration (feat. Luciano)
  • 05. Caribbean Love
  • 06. Call The Police
  • 07. War
  • 08. How Much Longer
  • 09. Wake Up
  • 10. Skit
  • 11. U R The Wife
  • 12. Hands Across The World (feat. Iriepathie)
  • 13. Be There
  • 14. Pretty Land
  • 15. Nah Bad Like We
  • 16. Be Free
  • 17. Crisis
  • 18. Better Man
  • 19. Pon The Corner (Acoustic Version)

Album kaufen: Sojah – Modern Revolution

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