Dennis Brown: No Man Is An Island
Tags:dennis brown, no man is an island, studio one

Seit kurzem rotiert „No Man Is An Island“ auf meinem Plattenteller. Ein Review, das 40 Jahr zu spät kommt, oder warum Dennis Brown der Heintje Jamaikas war.
Mein Standardnachschlagewerk „The Virgin Encyclopedia Of Reggae“ hat nur zwei Sterne für Dennis Browns Debüt übrig. Fünf sind möglich. Ich halte das für maßlos unterbewertet. Allein „Created By The Father“ ist schon die volle Punktzahl wert.

No Man Is An Island (Back)
Ich habe das Album erst seit Ende letzter Woche, doch meine Ortofon-Nadel hat sich schon tief in die Rille geschnitten. „No Man Is An Island“ ist 1970 bei Studio One erschienen. Dennis Brown war damals 13 Jahre jung. In diesem zarten Alter schrieb er Zeilen wie:
„Look at the trees,
How their leaves are blowing away in the sky.
Listen to the birds,
How they’re singing away their time.
Look at the sun,
How it shines, bright in the skies.
Well, all these things were
created by the Father!“
Das macht mich sprachlos. So sprachlos, wie ich mit 13 Jahren wohl war, als ich täglich mehrere Stunden im Schwimmbecken verbrachte. Leistungssport verpflichtet. Da schrauben die besten Musiker Jamaikas Instrumentale für die Ewigkeit zusammen und ein 13-jähriger Bursche singt drüber. Unfassbar.

No Man Is An Island (Front)

Studio One (Label)
Beim Hören der Platte dachte ich: „Dennis Brown, das ist doch der Heintje Jamaikas.“ Und tatsächlich, der niederländische Wunderknabe wurde zwei Jahr vor Dennis geboren. Er veröffentlichte sein erstes Album ebenfalls mit 13 Jahren. Ins Englische übersetzt, würden Heintjes Songs wahrscheinlich auch Potential haben:
„Tage der Jugend vergehen
Schnell wird der Jüngling ein Mann
Träume der Jugend verwehen
Dann fängt das Leben erst an
Mama ich will keine Träne sehen
Wenn ich von dir dann muß gehen.„
Im Gegensatz zu Dennis Brown lebt Heintje noch. Als Reggae Fan wäre es mir andersherum lieber. Ob die beiden sich gut verstanden hätten?
Weitere Artikel zum Thema:





















