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Neg’Marrons „Les Liens Sacrés“: Die Mischung macht’s

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Neg’Marrons Les Liens SacrésNach fünf Jahren sind die Neg’Marrons mit einem neuen Album zurück. Gleich vorn weg: Die große Conscious-Reggae-Platte wie angekündigt ist „Les Liens Sacrés“ (Because Music) nicht geworden. Zwar haben Jacky Brown und Ben-J eine Handvoll schöner Modern Roots-Stücke aufgenommen, ansonsten orientieren sie sich am erfolgreichen Konzept des Vorgängers „Heritage“ mit treibenden Dancehall-Riddims und einer Prise Hip-Hop.



Gleich drei Roots-Tunes am Stück eröffnen das Programm und mit „L’encre Du Bitume“ folgt ein melancholische Hip-Hop-Beat. Das ist alles sehr gut anzuhören, zumal unter anderem Sly & Robbie an Bass und Schlagzeug sitzen. Dann ist aber Schluss mit der Gediegenheit. Die Rap-Bombe „Nouvelle Époque“ zündet, in der Arsenik und Pit Baccardi für zusätzliche Sprengkraft sorgen. Mit den beiden hatten die Neg’Marrons (Foto: iwelcom.tv) schon auf „Heritage“ eine wahnsinnige Combination („Dead“). Auf selbigem Album war auch Faya D vertreten, der nun für „La Musique Est Un Cri“ wieder ins Studio geholt wurde. Spätestens jetzt wird klar, warum die Scheibe „Les Liens Sacrés“ heißt, übersetzt „Die Heiligen Bande“.

Neg’Marrons Jacky Ben-J

Und schon stecken wir mitten drin in der Tanzhalle. „Faut Qu’On S’En Sorte” trumpft mit einem schönen Frauenchorus auf, „On Fout Le Feu“ brennt dem Titel entsprechend ordentlich und geht direkt in Hüften und Beine. „A Peu De Choses Près“ macht auch das letzte Gelenk locker – plötzlich fährt das Tempo wieder runter. Über einer schweren Bassline besingt eine Reibeisenstimme die „Petites Îles“ Kap Verde; definitiv ein Höhepunkt des Albums. Die Stimme gehört Cesaria Evora, die ich bis vor Kurzem auch noch nicht kannte. 1941 geboren, begann sie ihre Karriere erst im Alter von 47 Jahren, 2004 wurde sie mit einem Grammy geehrt in der Sparte „Weltmusik“.

Der Song hat einen seltsamen Effekt. Obwohl „La Nuit“ und „L’Union“ sicherlich gut produzierte Dancehalltunes sind, wirken sie im Anschluss an „Petites Îles“ viel zu hektisch, fast schon nervig. Hier haut die Zusammenstellung der CD nicht ganz hin. Zum Ende gibt es den bouncenden „Le Chant Du Ghetto“, für dessen Chorus die alte Fußball-Hymne „Sha la la laaa, he he ho…“ umfunktioniert wurde.

Die erwartete Platte zum Nachdenken ist Neg’Marrons’ „Les Liens Sacrés“ nicht geworden, aber eine sehr schöne Mischung mit viel Tanzpotenzial, die ab 30. Juni 2008 in französischen Plattenläden zu haben ist.

Trackliste:

  • 01. Il Y A Des Jours
  • 02. A Nos Yeux
  • 03. C’Est Pas Normal
  • 04. L’Encre Du Bitume (feat. Monsieur Toma)
  • 05. Nouvelle Epoque (feat. Arsenik und Pit Baccardi)
  • 06. Faut Qu’On S’En Sorte
  • 07. La Musique Est Un Cri (feat. Faya D)
  • 08. On Fout Le Feu
  • 09. A Peu De Choses Pres
  • 10. Petites Iles (feat. Cesaria Evora)
  • 11. La Nuit
  • 12. L’Union (feat. Admiral T)
  • 13. Le Chant Du Ghetto

Update vom 4. Juli 2008: Heute hat mich die Original-CD erreicht. Im Vergleich zur Promo-CD wurde die Titelfolge noch einmal durchgewürfelt und um vier weitere Tracks ergänzt. “Jeux Des Jambes” ist eine Dancehallnummer, auf der Gast Big All rumbrüllt wie Fatman Scoop. Dazu kommt das eher durchschnittliche Pop-Hip Hop-Gewächs “Histoire 2 Coeures”. Als Bonus-Tracks sind die Pro-Kondom-Combination “Ny Pense Même Pas” mit Lady Sweety enthalten und der unheimlich schwere Rap-Track “Et alors”. Für die letzten beiden gibt es eine Plus, die zwei regulären Tunes mindern leider ein wenig den sehr gut Gesamteindruck des Albums.

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