Berlin Story: Soundsystem-Doku aus der Hauptstadt
Baby Chams Hit-Tune „Ghetto Story“ hat Einiges losgetreten: 2006 schwappte aus dem Vereinigten Königreich YTs „England Story“ herüber und Uwe Kaa aus München erzählte uns seine „Dancehall Story“. Im gleichen Jahr entstand in Berlin der Film „It’s A Berlin Story“. Eine 37-minütige Dokumentation über die hiesige Soundsystem-Kultur, in der Szenehelden wie Barney Millah, City Lock und Such A Sound zu Wort kommen.
Geprochen wird über Soundclashes, Sexsimus, Rastafari und Homophobie in Reggae und Dancehall, ein aktuell wieder sehr brisantes Thema. An Quantität kaum zu übertreffen (11 Interviewpartner!), leidet das ambitionierte Projekt des Berliner Cobra Sounds und der 2erlei Medienagentur an kleinen technischen Mängeln und dürftigen Aussagen einiger Protagonisten. Ein besonders trauriges Bild gibt der Vertreter von Mystic Roots ab. Nicht nur weil er komplett im Dunkeln sitzt, sondern auch wegen Statements wie:
„Ein Schwuler steht auf Männer und solange er nicht bei mir damit ankommt, habe ich kein Problem damit.“ (zum Thema Homophobie)
„Wenn einer über Bitches singt und du keine Bitch bist, dann reg’ dich doch nicht auf.“ (zum Thema Sexismus)
Allerdings sind das auch die Tiefpunkte der Dokumentation. Wieder nach oben getragen wird sie unter anderem durch den sympathischen Barney Millah und Mama Rule, das einzige Soundgirl in der Herrenrunde. Aus dem vielen Interview-Material hätte sicher mehr werden können. Zumal mit Such a Sound und Millah zwei Legenden vor dem Mirkofon standen, die mehr aus den alten Zeiten hätten erzählen können. Aber genug der Kritik – Respekt für die Arbeit.
Film: „It’s A Berlin Story“ – Soundsystem-Kultur in Berlin
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