Am vergangenen Donnerstag, den 21. Februar 2008, hat Joe Gibbs, einer der jamaikanischen Top-Produzenten und Engineers in den 70er Jahren, das Zeitlich gesegnet. Wie radiojamaica.com berichtet, starb Gibbs an den Folgen eines Herzinfarkts im Krankenhaus. Er wurde nur 65 Jahre alt. Joe Gibbs war eine der innovativsten Kräfte seiner Zeit. Mitte der 60er produzierte er mit Roy Shirleys „Hold Dem“ einen der ersten Rocksteady-Hits und legte später mit „Dub Serial“ (1973) und “African Dub Chapter One” (1975) zwei der ersten Dub-Alben überhaupt nach. Er sei einer der Erste gewesen, die das Mischpult als Instrument benutzt haben, schreibt Lloyd Bradley in seinem Standard-Werk „Bass Culture, When Reggae Was King“.
1945 wurde Joel Gibson, so sein bürgerlicher Name, in Montego Bay geboren. Seine musikalischen Ambitionen beschränkten sich zunächst darauf, dass er in einem kleinen Laden in der Beeston Street, Kingston, Fernseher reparierte und nebenbei Platten verkaufte. 1966 stieg Gibbs als Produzent ins Musikgeschäft ein, drei Jahre später richtete er sich ein eigenes Zwei-Spur-Studio im Hinterzimmer seines neu eröffneten Joe Gibbs Record Mart ein.
1975 zog er noch einmal um und richtete sich neben einem 16-Spur-Studio auch gleich ein Platten-Presswerk ein. Wie es dort zuging, kann man noch heute in dem zeitlosen Film-Dokument “Rockers” sehen – mit Joe Gibbs live bei der Arbeit. Anfang der 80er Jahre verkaufte er sein Studio, verließ Jamaika in Richtung Miami und beschäftigte sich nunmehr mit der Wiederveröffentlichung seiner Erfolgs-Produktionen.
Als Engineers waren unter anderem Lee Perry, Winston „Niney“ Holmes und der 2004 verstorbene Errol „ET“ Thompson für Joe Gibbs im Einsatz. Mit letzterem an den Reglern bildete Gibbs ein unglaubliches Gespann, das unter dem Namen The Mighty Two bekannt wurde. Auf das Konto der zwei gehen neben zig Hit-Single unter anderem hochklassige Alben wie Cultures “Two Sevens Clash” (1977), Dennis Browns “Wolf & Leopards”
(1997) und die DJ-Scheibe „Three Piece Suite“ (1977) von Trinity. Zeitlose Scheiben, die noch Jahre an Joe Gibbs erinnern werden.
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Weitere Quellen:
- The Virgin Encyclopedia Of Reggae
- www.reggae-vibes.com
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