Jah Mason & Dub Akom: Konzert in Berlin
Tags:dub akom, ganjaman, hornsman coyote, jah mason, yaam
Hinterher wurde viel diskutiert: Warum öffnete das YAAM um 19 Uhr, die erste Band spielt aber erst drei Stunden später? Warum war die Massive nach dem Warm-Up eher müde als aufgewärmt? Houseofreggae.de hat keine Antworten, aber Fotos und einen Nachbericht zum Konzert-Abend von Jah Mason & Dub Akom.
Willkommen in der Autowerkstatt
Zugegeben, ich war auch sehr enttäuscht. Der Flyer warb mit „Early Start“ um 19 Uhr. Als ich gegen 20.30 Uhr eintreffe, ist die Konzerthalle noch beleuchtet wie eine Autowerkstatt und auf der Bühne läuft der Soundcheck. Das Berliner Publikum scheint etwas geahnt zu haben oder trinkt noch einen auf den Herrentag.
Gegen 22 Uhr spielt die Band Dub Passport mit Ras Donovan an Bass und Mikrofon. Schwergewichtige Roots Reggae Musik läuft, ein an Jimmy Cliff erinnernder Dreadlock springt aufgeregt auf der Bühne umher. Später entpuppt er sich als Gast-Sänger aus Afrika.
Blow, Hornsman Coyote, blow
Das erste Highlight des Abends ist ein Gastauftritt von Hornsman Coyote, ein unglaublicher Posaunist aus Belgrad – und ein sehr netter Mensch, wie ich nach dem Konzert feststellen konnte. Der Berliner Reggae-Artist Junior Banton übernimmt kurzzeitig das Mikrofon, bleibt aber eher blass.

Junior Banton und Hornsman Coyote

Auch neben der Bühne ein feiner Kerl: Hornsman Coyote
Ganjaman und die Berliner U-Bahn
Dub Passport räumt die Bühne, Stille zieht ins YAAM ein, das Publikum verlangt nach Musik. Ganjaman übernimmt gemeinsam mit Junior Banton das Mischpult. Zwischenzeitlich gesellt sich Mandingo Warrior zu ihnen. Mein zweiter Höhepunkt ist eine Live-Session auf dem „Burning Bush Riddim“.

Junior Banton und Ganjaman am Mischer
Das Warm-Up zieht sich jedoch in die Länge, die Euphorie verblasst langsam. Jah Mason und Dub Akom sollen endlich kommen. „In wenigen Minuten geht es los,“ ruft Ganjaman immer wieder. Nach dem dritten Mal fühle ich mich wie bei der Berliner U-Bahn. Auf deren Anzeigetafeln reicht eine Minute manchmal aus, um einen kompletten Umzug zu machen.
Im Hintergrund zeigt jemand „unauffällig“ zu Ganjaman, dass er noch weiter 25 Minuten überbrücken muss. Wenn jetzt noch mal der Satz „In wenigen Minute …“ kommt, hau ich ab. Der Satz kommt, ich bleibe trotzdem. Bezahlt ist Bezahlt.
Jah Mason & Dub Akom
23.30 ist es so weit: Dub Akom kündigt mit diversen Riddims den Meister an und schon springt Jah Mason auf die Bühne. Links von mir weht ein Reggae-Banner, die Stimmung steigt merklich an. Band und Artist passen perfekt zueinander. Mason ist die pure Energie. „Alles klar? Alles gut?“, fragt er. Klar ist alles gut, endlich.

Jah Mason

Perfekt eingespielt: Jah Mason und Dub Akom
Masons großes Thema des Abends ist der Graskonsum. Mal singt er zart wie ein Vögelchen, mal grölt und „schimpft“ er wie ein Obstbauer, der die Vögelchen am liebsten aus seinem Kirschbaum schießen möchte. Dub Akom lassen es richtig krachen, mein größter Respekt gilt der Frau am Bass.
Den größten Zuspruch bekommt Jah Mason für „Princess Gone“, das Publikum singt grölt ausgelassen mit. Gegen 0.30 haut Dub Akom den „Wipe Out Riddim“ in die Instrumente. Den nehme ich noch mit, dann muss ich los. Der Job ruft am nächsten Morgen.
Dancehall-Artist Aidonia bekomme ich deshalb nicht mehr mit. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal besser mit dem „Early Start“.
Mehr Fotos und Videos
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