Erneut Auftrittsverbot für Reggae-Star Sizzla?
Was im letzten Jahr schon scheiterte, führt auch in diesem Jahr wieder zu Problemen: Reggae-Star Sizzla will durch Deutschland touren. Die Barrikaden sind bereits erricht, die Medien heiß gemacht. Am 26. November 2009 will Sizzla sein Auftakt-Konzert in Berlin spielen. Update beachten!
Sizzla, der hierzulande vor allem für seine homophoben Texte bekannt gemacht wurde, steht wahrscheinlich wieder vor einem Auftrittsverbot. Zwar hat der Berliner Veranstalter schon zugesagt, dass Sizzla trotz vieler Proteste spielen wird, doch nun will Grünen-Politiker Volker Beck ein Wörtchen mitreden. Er hat beim Bundesinnenministerium darum gebeten, Sizzla nicht nach Deutschland einreisen zu lassen.
Volker Becks Forderung beginnt mit drei Zeilen, in den gleich zweimal vom „Hasssänger“ zu lesen ist. Danach kommt aber eine mir neue Geschichte: „Wer den Holocaust leugnet oder zur Ermordung von Minderheiten aufruft, hat in Deutschland grundsätzlich nichts verloren.“ Ich wusste gar nicht, dass sich Sizzla überhaupt für die deutsche Geschichte interessiert. Oder hat Herr Beck einfach pauschal abgewatscht? Das kann schnell in den falschen Hals kommen.

Spaltet die Nation: Sizzla
Zum Beispiel hat die Berliner Zeitung (Nr. 275/2009) das Thema aufgenommen. In dem Artikel „Innenminister soll Sizzlas Einreise verhindern“ erfährst du lange nicht, warum der jamaikanische Sänger nicht zu uns kommen soll. Die erste Erklärung ist das bereits erwähnte Zitat Volker Becks. Später heißt es: „Die Hasstiraden des Sängers richten sich auch stark gegen Homosexuelle.“ Warum „auch“? Protestiert als nächstes der Zentralrat der Juden gegen den Jamaikaner?
Ich warte gespannt auf die weitere Entwicklung.
Update: Sizzla-Konzert in Berlin abgesagt
Die Berliner Veranstalter haben das Sizzla-Konzert in der Kulturbrauerei kurzfristig abgesagt.
Pressemitteilung 26.11.// 15 Uhr zum Konzert von Sizzla im Kesselhaus
Die Glaubwürdigkeit des Künstlers Sizzla in der Öffentlichkeit ist offensichtlich mit der Unterzeichnung des RCA 2007 und 2009 nicht hinreichend darstellbar.
Es müssen neue konkretere Schritte gegangen werden! In dem Verhandlungs-prozess der letzten Tage zwischen Künstlermanagament, Veranstalter und LSVD ist deutlich geworden, dass es dazu eine Bereitschaft gibt. Es ist die Projektidee entstanden, eine Kampagne gegen Homophobie in Jamaika zu starten, die von Sizzla und der jamaikanischen Musikgewerkschaft getragen wird.
Eine Vereinbahrung mit den folgenden Punkten zu dieser Idee wurde gemeinsam mit dem LSVD und dem Künstlermanagement formuliert:
- Sizzla finanziert mit seinen Einnahmen eine Kampagne gegen Homophobie in Jamaika. Diese Kampagne muss bestehen aus einer Akzeptanzbroschüre zum Thema Homosexualität und einer entsprechenden Internetseite mit einem Videostatement von Sizzla, in dem er sich gegen Homophobie und gegen Gewalt an Lesben und Schwule äußert.
- Es muss einen seriösen, vertrauenswürdigen Träger für dieses Projekt geben, wir bzw. ein von uns zu benennender Träger haben ein Mitspracherecht bei den Inhalten der Broschüre und Internetseite.
- Zeitrahmen: Das Gesamtprojekt wird bis spätestens 30.11.2010 verwirklicht
(12 Monate). - Primäres Ziel muss es sein, dass sich die Lebenssituation von Lesben und
Schwulen auf Jamaika verbessert. - Wenn Sizzla diese Vereinbarungen unterstützt und unterzeichnet, dann ist es den Versuch wert.
- Wenn Sizzla diese Vereinbarungen nicht unterstützt und unterzeichnet,
wird der Auftritt im Kesselhaus abgesagt.
Mit freundlichen Grüßen
Das Kesselhaus – Team
Mehr Infos:
- Volker Beck fordert Bundesinnenminister … (www.volkerbeck.de)
- Innenminister soll Sizzlas Einreise verhindern (Berliner Zeitung)
- Kultureller Kommentar im Tagesspiegel
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Tags:deutschland, sizzla, tour, volker beck


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Anstatt Dir solche Fragen zu stellen, solltest Du auf die Demo gegen das Konzert gehen und damit zeigen, dass Du es nchtgut findest, wenn Menschen wgeen ihrer Sexualität unterdrückt, getötet, verprügelt und diskriminiert werden. Das würde “One Love” ganz gut tun.
Die bittere Realität: http://www.youtube.com/watch?v=UZZFp-MzD-A
Salut Marc,
vielen Dank für deinen Kommentar und den Video-Link. Die Prosteste gegen Sizzla sind vollkommen berechtigt. Nur so bekommt er mit, dass seine homophobe Einstellung falsch ist.
Falsch ist aber auch, Sizzla mit dem Holocaust in Verbindung zu bringen und indirekt sogar in die Ecke der Leugner zu stellen. Damit hat sich Volker Beck, wie in anderen Beiträgen schon geschrieben, als Kritiker disqualifiziert.
Auch das Wort “Hassmusiker” kann ich nicht mehr lesen. Das Repertoire eines Sizzlas umfasst weit mehr Inhalte, die gern ausgeklammert werden. Eine wirklich kritische Auseinandersetzung bezieht beide Seiten ein und würde zu der Frage führen: Sind Reggae-Artists wie Sizzla schizophren?
Könnte ich einen Hebel umlegen und die Homophobie in Jamaika abschalten, würde ich das sofort tun und den Hebel abbrechen.
Es ist ein viel größeres Problem:
http://www.youtube.com/watch?v.....re=related
Salut Roger Raggea: ja jetzt weiss ich Bescheid,eigentlich
ist dieser Bimbo voll der nette Typ und meint das alles gar nicht so. Und natürlich sind diverse Rassistische Äusserungen homophoben Inhaltes die dem Grundgutem
hier und da mal rausrutschen als wärs ein Bäuerchen kein Grund derartig überdreht und ablehnend zu reagieren.
Es ist mal wieder sehr spannend zu sehen wie Täter zu Opfer gemacht und Rassisten als Gutmenschen hingestellt werden. Wenn der Arsch so harmlos ist wie andererseits
behauptet wird,könnte man Ihn ja beim nächstem CSD an der Siegessäule auftreten lassen. Das wäre eine grossartige Gelegenheit für Ihn sich mit explizit homosexuellenfreundlichen Songtexten zu präsentieren.
Du schreibst: “Ich wusste gar nicht, dass sich Sizzla überhaupt für die deutsche Geschichte interessiert. Oder hat Herr Beck einfach pauschal abgewatscht?”
Aber auf der Seite von Volker Beck lese ich: “Wer den Holocaust leugnet oder zur Ermordung von Minderheiten aufruft, hat in Deutschland grundsätzlich nichts verloren. Dass war der Konsens aller Parteien bei den Zuwanderungsverhandlungen. Nun muss dies von den Innenbehörden auch umgesetzt werden.”
Das ist doch nur die Begründung für seine Forderung, dass dem “homophobe[n] Reggea-Sänger Sizzla” die Einreise verboten werden soll.
Dass Sizzla angeblich noch Holocaust-Leugnung unterstellt wird stimmt also nicht.
Oder hast Du einfach nur pauschal abgewatscht?
Hallo Hinweis,
es wäre verständlicher gewesen, wenn Volker Beck nur den zweiten Teil “… Ermordung von Minderheiten …” genannt hätte. Seine Aussage lässt mehrere Lesarten zu und wurde scheinbar auch von Journalisten unterschiedlich verarbeitet, wie der Artikel in der Berliner Zeitung deutlich macht.