Boykott-Kampagne: U-Club dichtmachen
Der U-Club, Deutschlands beliebtester Reggae-Club, ist in Gefahr. Eine neue Kampagne ruft zum Boykott auf und will den Veranstaltungsort in Wuppertal am liebsten dichtmachen. Der Grund: Im U-Club treten immer wieder Reggae- und Dancehall-Artists auf, die für schwulenfeindliche Texte bekannt sind.
Buju Banton, Capleton, Sizzla – wenn diese Namen in der Konzertlandschaft auftauchen, heult bei vielen Aktivisten die Alarmanlage los. Kein Wunder, denn diese und andere Reggae-Artist haben wiederholt mit schwulen-/lesbenfeindlichen Texten auf sich aufmerksam gemacht. Bisher gingen die Aktivisten vor allem gegen die Artists selbst und die Konzert-Veranstalter vor.
Jetzt gibt es erstmals eine Kampagne, die sich gegen einen Veranstaltungsort richtet. Unter uclubdichtmachen.blogsport.de versuchen die Initiatoren, den U-Club als Propadanda-Club für die homophobe Sache zu brandmarken. Das Beweismaterial sind sehr eindeutige Song-Zitate von Artist, die im U-Club aufgetreten sind, wie Buju Banton, Sizzla und Capleton. Außerdem wurden Auszüge aus Interviews mit Artists und dem Club-Eigentümer Tilmann Rudorff gesammelt.
Wie ernst diese Kampagne gemeint ist, wird sich noch zeigen.
Glaubwürdig
- Natürlich sprechen die Blog-Betreiber auch viele Punkte an, die richtig sind:
- Homophobie ist in jedem Land und in jeder Gesellschaft fehl am Platz.
- Veranstalter und Fans dürfen sich nicht dahinter verstecken, dass sie die Texte der Artists nicht verstehen.
- Schwulenfeindliche Äußerungen sollten nicht einfach als „metaphorisch“ abgetan werden, denn sie spiegeln trotz allem die Meinung der Artists wieder.
- Der „Reggae Compassionate Act“ oder textliche Maulkörbe werden niemals die Einstellung der betreffenden Reggae-Artists ändern. Beides sichert nur Einnahmen in Europa.
Fragwürdig
- Die Blog-Betreiber nennen auf ihrer Website die vollen Namen der U-Club-Betreiber sowie die Adresse ihrer Firma. Gut, diese Informationen bekommst du auch unter www.u-club.de. Zusätzlich wird aber noch die Adresse einer Kneipe genannt, die angeblich den U-Club Betreibern gehört, in der aber wahrscheinlich noch kein Reggae-Artist ein Mikrofon in der Hand hatte.
- Das Blog bietet bis auf eine E-Mail-Adresse kaum Kontaktdaten. Die Betreiber nutzen eine PGP-Verschlüsselung, um sich auszuweisen. Wer klar spricht, sollte auch klar sein Gesicht zeigen.
- In dem Artikel „U-Club Boykottieren“ gibt es einen langen Absatz, in dem schwulenfeindliche Übergriffe außerhalb Jamaikas aufgelistet werden. Das steht in keinem Zusammenhang mit den eigentlichen Vorwürfen gegen den U-Club. Ich glaube nicht, dass im Iran, Irak, in Afghanistan, Israel oder der Türkei schwulenfeindliche Reggae-Artists auftreten beziehungsweise dort meinungsbildend sind.
- Der Artikel „U-CLUB boykottieren“ endet wie folgt: „Jede_r der/_/die den U-Club durch seinen Konsum dort unterstützt, stellt sich auf die Seite derer, die Mord, Körperverletzung, Folter und Unterdrückung gutheißen oder im Rahmen ihres Gelderwerbs akzeptieren.“
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Tags:homophobie, u-club, wuppertal

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“Zusätzlich wird aber noch die Adresse einer Kneipe genannt, die angeblich den U-Club Betreibern gehört, in der aber wahrscheinlich noch kein Reggae-Artist ein Mikrofon in der Hand hatte.”
wahrscheinlich aber djs,die min. einmal wöchentlich die gemeinte musik auflegen.im u- club ist es übrigens genauso häufig der fall.vielleicht sogar noch häufiger.
“In dem Artikel „U-Club Boykottieren“ gibt es einen langen Absatz, in dem schwulenfeindliche Übergriffe außerhalb Jamaikas aufgelistet werden. Das steht in keinem Zusammenhang mit den eigentlichen Vorwürfen gegen den U-Club. Ich glaube nicht, dass im Iran, Irak, in Afghanistan, Israel oder der Türkei schwulenfeindliche Reggae-Artists auftreten beziehungsweise dort meinungsbildend sind.”
das steht wahrscheinlich in sofern im zusammenhang dazu,dass man mordaufrufe an homsexuellen nicht einfach als metapher abtun kann.(das sagtest du bereits selbst.)denn morde an homosexuellen sind realität.es sollte auch nicht als die künstlerische freiheit begriffen werden ,wenn künstler das geschehene grausame in ihren liedern unterstützen,gar dazu aufrufen.
he?
Ich würd solche Künstler einfach nicht in den Club reinlassen und gut ist.
Man muss ja nicht gleich einen ganzen Laden schließen nur weil einer (oder mehrere) meinen dort homophobe Texte ablassen zu müssen.
das dachte ich auch zuerst,aber i, anbetracht dessen,dass der club sich über diese szene definiert und die veranstalter bisher nur garnicht oder mit ignoranz auf auf die proteste reagiert haben,bezieht sich mein ärger nicht nur auf die künstler,die solche texte ablassen.zudem müsste man auch sagen,dass sie alle veranstaltungen absagen müssten,wo solche musik aufgelegt wird,und es sind so gut wie alle,die dort stattfinden,und damit wäre der laden auch gleich dicht.darum finde ich die forderung nicht unbedingt verkehrt.die gleichen veranstalter können meinetwegen den schwerpunkt auf andere veranstaltungen legen,und genau ab dem moment gibt es den u.club also den “besten dancehall club deutschlands” nicht mehr.aber eigentlich hat es so ein ignorantes a….loch wie der besitzer des u-clubs geld zu verdienen oder durch die gelder anderer unterstützt zu werden,weil ihm anscheinend alle anderen egal sind!
nicht verdient !bitte noch hinzufügen.
Ja juchu wir machen den U-Club zu, dass bringt uns einen großen Schritt weiter..,… Wir werden sehen =)
Meine Lieben Leute der schwulen und nicht schwulen szene.
Der U-Club ist deutschlands bester dancehall club, jedes jahr offiziel aufs neue gewählt von den lesern des riddim magazins!
diese ganze thematik wird wohl eh nie ein ende finden.
Ich bin selbst U-Club Gänger und reggae/dancehall musik ist schon seit etlichen jahren das was ich zu 100% höre.
ich finde es absolut nicht gerecht den club und dessen betreiber so hart zu beschuldigen. die künstler die solche Battyman Tunes spielen sollte man auch nicht nur auf ihre tunes beschränken wo das wort gay batty chi chi man etc vorkommt..
ok zugegeben sizzla elephant man buju bantono capleton mr. vegas und wie sie alle heißen haben ein bzw. mehrfach in ihren texten zu mordaufgerufen. das ist nicht okay. da gebe ich allen leuten die den hype anheitzen vollkommen recht. aber diese künstler nur auf sowas zu beschränken geht nun auch wirklich nicht.
wie auch immer das thema wird nun mal immer und immer wieder aufgeräumt. deswegen sollte der club trotzdem pon top a di riddim poll bleiben! 100% reggae!
One Love everybody.
Jedem des seine ob schwul ob nicht schwul, mensch ist mensch !
Ps. aber dieses logo mit der geköpften u-club ente is auch schon ziemleich rassistisch und diskriminierent !
Was ist an der Ente rassistisch?
“aber diese künstler nur auf sowas zu beschränken geht nun auch wirklich nicht.”
vielleicht sollten wir uns auch gedanken machen, ob wir hitler nicht unrecht tun, wenn wir ihn nur auf seinen antisemitismus und seinen rassenwahn beschränken… oder vielleicht steckt ja auch in einem christian worch noch viel mehr drin als ein npd-arschloch..
(nein, ich will nichts relativieren und auch nicht hitler mit einem von diesen homophoben reggae-spacken auf eine stufe stellen.)
Habt Ihr euch mal Gedanken darüber gemacht, dass Ihr eben mit dieser “Diss”kusion einem Sizzla ein unbezahlbares Marketinginstrument schenkt!?
Ich kannte den Spacken bis dato ganich…
un die musik is auch kacke!
Ach so! Einen hab ich noch:
Der Punkt, dass in Dancehall-Tunes auch gerne mal ähnlich über Weiße gesprochen wird ist hier wohl vor lauter Chi Chi – Scheiße irgendwie verloren gegangen…
Es nervt langsam immer die gleichen sätze von Aussenseiter zu lesen wenn dir Dancehall nicht gefällt dann lass es einfach und höre was dir gefällt denn auch Homosänger machen ihre Kohle egal was für einen Scheiss sie von sich geben. Nur die unterstützen dann nicht Ihre Familien und Ghettobewohner in Jamaica die nichts zu Essen haben weil Ihre Ahnen vor 400 Jahren von Weisen aus Afrika geraubt wurden. Wer keine Ahnung hat von anderen Kulturen sollte sich mal ein bischen zurückhalten. Big UP für den U-CLUB in Wuppertal
Ja… whatever man!
an Dancehallhörer: Rassisten mit Rastalocken rocken durch die demokratische Staatengemeinschaft und singen über ihren Hass gegenüber Menschen bestimmter sexueller Neigungen. Hier und da wird auch zu deren Tötung aufgefordert natürlich eingepakt in lustigem ***klimper.Da kann ich ja nach deinem Verständnis mich hinstellen, eine Band gründen und davon singen alle *** platt zu machen weil ich die so scheisse finde. Natürlich verbitte ich mir jegliche Kritik schliesslich muss ich meine Familie ernähren (kleiner Karrieretip an alle Hartz4Empfänger). Als kleiner Hinweis zu meiner kulturellen Herkunft : Ich din Deutscher und da Ich für die geschichtliche Vergangenheit meines Landes nichts kann würde ich schon mal im Vorfeld um Verständnis bitten.
In diesem Sinne und mit der Hoffnung der liebe Gott möge Dir in deinem Leben ein paar Gramm mehr Gehirn mit auf dem Weg geben: schönen Tag noch
(bearbeitet von Houseofreggae.de)
Ich kenn ein paar Leute, die das Ding geschrieben haben und ich frage mich, wie sie reagieren würden, wenn einer von ihren Punkbands Homophobe Texte schreiben würde. DIe würden ihre Clubs auch nicht schließen. Das ist purer Schwachsinn. Man kann die Battyman Tunes von einzelnen Künstlern nicht auf die gesamte Reggaeszene übertragen, das geht nicht und is unfair.
wie immer, wenn einem/r nix mehr einfällt, wo ja schon vorher nix war. die bösen linken wollen den ignorantInnen den spaß verderben. texte und inhalte ja nicht wichtig, hauptsache spaß. ein schlechter scherz allerdings und spaß aber, der andere, hier schwule menschen, mit dem leben bedroht oder diese selbiges kostet. stelle 3 schwule hintereinander, dann brauchst du nur 1 kugel oder die forderung nach der südafrikanischen “halskrause”, einem brenneden reifen um den hals, zeugen von einer menschenverachtenden ideologie, die im besonderen vor historischen hintergrund in diesem lande, nicht hingenommen werden kann. den betreibern des u-clubs scheinen die profite eher wichtiger zu sein als emanzipatorische und solidarische politik und kritik. wer mit dem feuer spielt, muß die konsequenzen tragen. wir begrüßen diese kampagne, damit endlich eine auseinandersetzung stattfindet über inhalte, die sich in mancher leutes ach so kleinem hirn verfestigen. reggae als musik mag ich durchaus, spiele selbst in einer balkan-klezmer-reggaeska usw. kapelle, die lyrics des herkömmlichen jamaicanischen reggaes lassen aber neben homophoben inhalten oft auf eine patriachale verankerung blicken. neulich kam ich mit einem whitiedread über diese themen in s gespräch, der meinte, analverkehr entspräche nicht der fortpflanzung. ein biologistischer, katholisch-fundamentalistischer erklärungsansatz, der auch die faschistische ideologie im sinne der national-deutschtümelnden geburtensteigerung, frauen als gebärmaschinen, tangiert. one love – nein danke.
rassistInnen, sexisten und homophoben einen tritt in den arsch und keinen platz auf irgendeinem podium, stattdessen selbstbestimmung über sexualität und einem solidarischen leben hand in hand.
ich finde das absolut lächerlich …
gibt es denn nicht sowas wie freie Meinungsäußerung !?
Diese Kampagne ist völlig schwachsinning .
Ok ich bin auch gegen Homophober texte aber man kannes auch nicht auf die gesamt Szene übertragen.
wenn da so ist müssten viele andere clubs dann in deutschland zugemacht werden.
Reggae Festivals auch abgesagt werden und es würde keine Reggae musik mehr in Deutschland live zu sehen sein.
Und als wenn punk musik viel Harmloser wäre da wird auch in vielen liedern aufgerufen das man zb. Polizisten verbrennen soll.
zur sogenannten “freien Meinungsäußerung” ein kleines Beispiel:
Angenommen Ich hätte morgen mit meiner Band einen Auftritt, die Leute mögen meine Musik, haben sich aber zum größten Teil nicht bewusst mit meinen Texten auseinandergesetzt. Wäre es deiner Vorstellung nach dann völlig in Ordnung, wenn ich davon singen würde, Hitler möge wiedergeboren werden und sein Werk vollenden und am besten noch dazu aufrufe, an seine Stelle zu treten und es selbst zu tun?
Wenn deine Antwort ja ist, dann bist du entweder selbst rechtsradikal, sympatisierst mit Rechtsextremen, oder hast zumindest eine erschreckend gleichgültige Meinung über Völkermord und Antisemitismus.
(Letztere Gleichgültigkeit im Bezug auf zahlreiche Themen, ist auch der Grund, warum Aktionen wie der U-Club Boykott LEIDER!!! viel zu inkonsequent umgesetzt werden)
Sollte deine Antwort aber nein sein, dann erwarte ich eine gewisse Konsequentheit in diesem Standpunkt.
Es GIBT ein Recht auf freie Meinungsäußerung, aber man muss sich nur die ALLERersten artikel des grundgesetzes durchlesen, um zu wissen, dass dieses Recht limitiert ist. Niemand hat das Recht, in Deutschland rassistische, homophobe oder sexistische Parolen und Mordaufrufe zu verbreiten, mit vollem Ernst und Bewusstsein der Realitätsnähe (daher die Beispiele im Blog).
NIEMAND überträgt hier ein Statement auf eine gesamte Szene. Unter den Leuten, die den Boykott organisieren, sind diverse Reggae/Dancehall Fans, deren Anliegen es in keinem Fall ist, die jeweilige Szene zu zerstören. Ich war selbst beim Protest gegen das Konzert von Sizla und für die, die es nicht wissen:
Die Demonstranten haben einen LKW mit Generator anfahren lassen und über diesen eine eigenes Alternativ-Konzert mit Improvisations-Reggae, Ska und Dancehall veranstaltet. Textlich bewegte sich das ganze aber auf eine freundlichen Einstellung gegenüber jeder Rasse, jedem Geschlecht und jeder sexuellen Orientierung.
Durch diesen Protest sollte auch klar sein, dass wir versucht haben, den Veranstalter zu überzeugen, er möge den Auftritt absagen. Mehrfach!!!
Es kann nicht der Sinn einer so schönen Musikrichtung sein, gegen bestimmte sexuelle Orientierungen, Rassen oder Geschlechter zu hetzen und zum Mord derer aufzurufen.
Doch leider hat der liebe Herr Veranstalter nicht bzw ignorant reagiert. Er kann Geld verdienen und der Rest ist ihm egal.
Und JETZT!!! kommt erst der Boykott ins Spiel.
Er reagiert nicht auf Statements VOR dem Konzert,
er reagiert nicht auf Proteste DIREKT am U-Club zur Zeit des Auftritts, also gehts zum nächsten Schritt:
ein aktiver Aufruf zum Boykott!
Das Ziel dieses Boykott kann total verschieden aussehen:
-Schließung des U-Clubs (Konsequenz aus langer Ignoranz)
-neues Konzept unter neuer Leitung (Spaß=JA, Menschenrechtsverletzung=NEIN!)
-Einsicht seitens des Veranstalters und künftige Absage, vergleichbarer Events.
Interessant fand ich auch die These, dass die Linke Szene nicht viel anders sei.
Also ich bin selbst in der Musikszene aktiv und will nicht wissen, was das Stammpublikum in antifaschistischen Clubs und Kneipen tun würde, wenn ein Faschist bei ihnen auftreten würde.
Leute, die so einen Boykott organisieren sind in ihren Prinzipien sehr konsequent, da könnt ihr sicher sein.
Guten Abend liebe Reggae-Freunde,
Cookie
Ich bin vom U-Club sehr enttäuscht, dachte immer die Betreiber vom U Club und Chilli Royal sind der linken Szene zu zuordnen. Aber diese Haltung scheinen die Betreiber nicht zu haben. Bin mal gespannt, wann bei den anderen Veranstaltungen im U – Club Musik von irgendwelchen scheiß Nazi Bands gespielt wird und das hingenommen wird. Scheint ja auch ein Markt zu sein. Ich gehe auf jeden Fall nicht mehr in diesen Laden und versuche andere zu überzeugen, den Club zu boykottieren.